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Tino Chrupalla Gaulands Erbe: Dieser Mann will die AfD führen

Der Bundestagsabgeordnete aus Sachsen soll für den scheidenden AfD-Chef Alexander Gauland in die Spitze der Partei aufrücken. Doch es gibt auch Vorbehalte gegen den Malermeister.
28.11.2019 - 12:13 Uhr Kommentieren
Der Malermeister aus Sachsen will in die erste Reihe aufrücken. Quelle: imago images/Robert Michael
Tino Chrupalla

Der Malermeister aus Sachsen will in die erste Reihe aufrücken.

(Foto: imago images/Robert Michael)

Berlin Ein Erfolg hat Tino Chrupalla bekannt gemacht: Aufgefallen ist der AfD-Politiker aus Sachsen erstmals bei der Bundestagswahl 2017. Ihm gelang es damals, dem heutigem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) im Wahlkreis Görlitz das Direktmandat abzujagen.

Nun peilt der 44-Jährige den nächsten Karriereschritt an. Chrupalla will auf dem Bundesparteitag der AfD am Wochenende in Braunschweig in die erste Reihe aufrücken – für Alexander Gauland, der sich aus der Parteispitze zurückzieht.

Chrupalla, als Fraktionsvize zuständig für Wirtschaftspolitik, gilt als Wunschkandidat von Gauland. Auch der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen, dessen Wiederwahl als wahrscheinlich gilt, wäre mit dieser Lösung nicht unglücklich.

Wohl auch, um den bei den letzten Landtagswahlen erfolgreichen ostdeutschen Landesverbänden eine Stimme in der Führungsebene der Partei zu geben. „Es stünde der Partei sicher gut zu Gesicht, wenn sie an der Spitze einen Protagonisten aus dem Westen und einen aus dem Osten hätte“, sagt Chrupalla. Der sächsische Landesverband und der rechtsradikale „Flügel“ sicherten ihm ihre Unterstützung zu.

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    Es gibt aber auch Vorbehalte. Einige in der Partei finden Chrupalla zu unerfahren, zu unsicher bei vielen politischen Themen und zu unbekannt bei den Mitgliedern im Westen. Nach dem Parteitag dürfte sich zumindest das geändert haben.

    Auch AfD-Fraktionschef Alice Weidel unterstützt Chrupalla. „Er hat bislang sehr gute Arbeit in Sachsen und im Fraktionsvorstand geleistet.“ Bei Debatten im Bundestag blieb der Sachse in fachpolitischer Hinsicht aber bislang farblos.

    Einen Eklat provozierte er jüngst bei einer Parlamentssitzung zum 30. Jahrestags des Mauerfalls, als er Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf attackierte. Sie habe schon in der FDJ in der DDR „Herrschafts- und Zersetzungsstrategien“ erlernt und halte das Land mit „Agitation und Propaganda in Schach“. Er könne auch kaum glauben, „dass eine Frau so wenig Mitgefühl und Liebe zu dem Volk empfindet, das sie selbst regiert“, sagte Chrupalla. Viele Abgeordnete reagierten darauf mit Pfui- und Buhrufen.

    Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sprach von „verleumderischen, geringschätzenden, hasserfüllten Reden“ aus den Reihen der AfD. „Ich bin erschrocken, über Reden, die mich an Nazis erinnern, was ich nicht für möglich gehalten hätte.“

    Chrupalla rechnet sich dem Vernehmen nach nicht dem dem Höcke-Lager zu. Durch seinen Besuch beim zurückliegenden Jahrestreffen der „Flügel“-Gruppierung von Höcke hat er sich aber nach rechts offen gezeigt. Die „Welt“ berichtet zudem von Aufnahmen des ZDF, in denen Chrupalla im März 2018 die angebliche „Islamisierung des Abendlands“ als „Realität“ bezeichne und sage, man könne „in der Tat von einer gewissen Umvolkung“ reden. „Umvolkung“ ist ein Kampfbegriff in rechtsextremen Kreisen.

    Auch Chrupallas Umgang mit Medien wirft Fragen auf. Anfang 2019 hatte Chrupalla in einem Brief an die Mitglieder des Görlitzer Kreisverbandes der Presse eine „Spaltungs- und Zersetzungsstrategie“ vorgeworfen und angekündigt, eine Schwarze Liste mit Namen von vermeintlich „unseriösen Journalisten“ anzulegen. Der Deutsche Journalisten-Verband wertete das Vorgehen seinerzeit als einen „bewussten Angriff auf die Pressefreiheit“.

    Mehr: Gauland tritt ab – und eröffnet den Kampf um seine Nachfolge

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