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Tod von Tugce Überwachungskameras können keine Leben retten

Hätte die Prügelattacke auf Tugce verhindert werden können? Nach dem Tod der Studentin fordern Politiker bessere Überwachungstechnik. Doch Experten bezweifeln, ob die überhaupt etwas gegen Gewalt ausrichten kann.
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Die Überwachung auf öffentlichen Plätzen ist in Deutschland umstritten. Experten bezweifeln, dass Videokameras gewaltsame Übergriffe verhindern. Quelle: Caro / Eckelt

Die Überwachung auf öffentlichen Plätzen ist in Deutschland umstritten. Experten bezweifeln, dass Videokameras gewaltsame Übergriffe verhindern.

(Foto: Caro / Eckelt)

DüsseldorfSelten hat das Schicksal einer jungen Frau so großes Aufsehen erregt wie in diesem Fall: Seitdem die Studentin Tugce Albayrak an den Folgen einer Prügelattacke gestorben ist, diskutiert Deutschland über Zivilcourage, Gewalt in aller Öffentlichkeit - und die Frage, wie man sich davor schützen kann. Die Antwort fällt ernüchternd aus: So gut wie gar nicht - zumindest nicht mit technischen Hilfsmitteln.

In den vergangenen Tagen ist immer mal wieder erörtert worden, ob Tugces Tod hätte verhindert werden können. Etwa durch spezielle Kameras in der Öffentlichkeit, die auffälliges Verhalten erkennen und sofort Alarm auslösen. Der innenpolitische Sprecher der CDU im Bundestag, Stephan Meyer, hatte den Einsatz von moderner Technik aus den USA ins Spiel gebracht. Die ermögliche bei Überfällen einen „unmittelbaren Zugriff der Polizei“ und stelle „einen erheblichen Sicherheitszuwachs dar“, sagte Meyer der „Bild-Zeitung“.

Ein Standpunkt, der bei Experten auf Widerspruch stößt. Manfred Limbach, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma für Sicherheitstechnik in Meckenheim, sagte Handelsblatt Online: „Es ist eine Illusion, dass Überwachungskameras Gewaltbereitschaft verhindern können. Das lässt sich nicht durch Technik aufhalten.“

Was Limbach meint: Überwachungstechnik macht sich in den meisten Fällen erst dann bezahlt, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Wenn die Tat schon begangen ist. „Bei Prügelattacken oder Überfällen geschieht die Straftat immer in einer Momentsituation“, erläutert Limbach. „Um mit Überwachungstechnik einzugreifen, bräuchte man Zeit zur Reaktion. Doch gerade die fehlt.“ Ein Zustand, der Tugce zum Verhängnis wurde.

Ob der Überfall auf die junge Frau hätte verhindert werden können, wenn Alarm ausgelöst worden wäre? Limbach bezweifelt das.

Beim Blick auf die Sicherheitstechnik in Deutschland offenbart sich ein bizarres Bild. In der Privatsphäre können sich die Menschen gegen Übergriffe verhältnismäßig gut absichern, zum Beispiel gegen Einbrüche. Die gängigsten Alarmanlagen an der Wohnungstür sind technisch auf einem hohen Stand. Sensible Sensoren reagieren selbst bei kleinsten Bewegungen und optischen Veränderungen.

In der Öffentlichkeit aber, wo man sich im Schutz der Masse wähnt, droht Bürgern Gefahr. An öffentlichen Plätzen Überwachungssysteme zu installieren, die auf ungewöhnliche Bewegung reagieren und Alarm auslösen, macht laut Limbach wenig Sinn. Dann „herrscht dort permanenter Alarm“.

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5 Kommentare zu "Tod von Tugce : Überwachungskameras können keine Leben retten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • würd man seit den 90er auf die "rechten" hören und intensiv täter härter ahnden könnte die Frau noch leben.....

    lustig ist nur wenn es nun n D opfer gewesen wäre gäbs kaum medungen in den Medien wie der Fall letze jahr in Niedersachsen zeigte..

    nun ist der fall hier anders..... Täter Serbe Opfer Türkin....

    da ist dann die presse dabei....

    schon erstaunlich .... selbst leute die mich sonst als "du übertreibst wieder weil im sicherheits bereich ständig nur mit den Problem fällen zu tuin hast" abstempeln

    fällt das auf das ähnliche ereignisse sehr unterschiedlich behandelt werden.

    Mein Mitgefühl den angehörigen beider Fälle.

  • Es ist ein hirnrissiger Witz, daß Mc Donalds ganzseitige "Traueranzeigen" in Zeitungen schaltet.

    Denen nehme ich ihre "Trauer" nicht ab.

    Das einzige, an das ich bei dem Laden glaube, ist deren notorische Geldgeilheit.

    Wie sonst könnte es sein, daß sich eine unbeteiligte Kundin - die nun tot ist - IM Laden um bedrängte Jugendliche kümmerte, während das GESAMTE Personal von dem Vorfall auf der Toilette nichts mitbekommen wollte.

    IM Laden hätte das Personal einschreiten und die Polizei rufen müssen!

  • @Kurt Siegel

    Im Großraum London gibt es 600.00 Überwachungskameras.

    Dort sank weder die Kriminalitätsrate noch stieg die Aufklärungsquote im Vergleich zu der Zeit, als es noch keine Überwachungskameras gab.

  • "Überwachungskameras können keine Leben retten"

    Vollkommen richtig. Es ist gut,daß das hier im HB so deutlich gesagt wird.

    Überwachungskameras

    - schrecken (anders als Polizisten) Gewalttäter durch ihre Präsenz nicht ab

    - können nicht VOR einer Straftat eingreifen

    - können keine erste Hilfe leisten/ keine Hilfe holen

    - können die Verfolgung nicht aufnehmen

    Sie sind nur dazu da, was ihr Name auch sagt: Zur Überwachung der Bürger.

  • Überwachungskameras können best case abschreckend wirken und (sollte ein Verbrechen geschehen sein) bei der Aufklärung der Straftat nützliche Dienste leisten; deshalb gehören Kameras überall dort hin, wo viele Menschen sind, da hier auch viele Gefahren lauern.

    Monaco mit seiner Überwachung ist ein positives Musterbeispiel, wie man diese Technik nutzen sollte.