„Tönnies-Trick“ Gabriel will Lücke in Kartellrecht schließen

Der Schlachtunternehmer Clemens Tönnies schlug dem Kartellamt ein Schnippchen – und entging so einer Strafe von Hunderten Millionen Euro. Nun will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel diese Lücke im Kartellrecht schließen.
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Weil er zwei seiner Unternehmen, die mit Kartellstrafen belegt waren, aus dem Handelsregister streichen ließ, sparte der Fleischunternehmer Clemens Tönnies 120 Millionen Euro – zum Unmut von Wirtschaftsminister Gabriel (Foto). Quelle: ap
Der „Tönnies-Trick“

Weil er zwei seiner Unternehmen, die mit Kartellstrafen belegt waren, aus dem Handelsregister streichen ließ, sparte der Fleischunternehmer Clemens Tönnies 120 Millionen Euro – zum Unmut von Wirtschaftsminister Gabriel (Foto).

(Foto: ap)

DüsseldorfBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will einem Bericht zufolge in wenigen Wochen eine Lücke im Kartellrecht schließen. Gabriels Ministerium werde nach der Sommerpause Regelungen vorlegen, die den sogenannten Tönnies-Trick unterbinden, berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Donnerstag. Mit dem Trick können Unternehmen die Zahlung von Bußgeldern bei Kartellvergehen umgehen. Das Wirtschaftsministerium äußerte sich auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht dazu.

Der westfälische Schlachtunternehmer Clemens Tönnies hatte sich laut dem Bericht einer Kartellstrafe von 120 Millionen Euro entzogen, indem er seine von der Strafe betroffenen Unternehmen so umstrukturierte, dass es diese rechtlich nicht mehr gibt. Laut „Wirtschaftswoche“ will Gabriel ein solches Vorgehen künftig verhindern und die Haftung der Konzernmütter ausweiten.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisierte die Pläne. Die Unternehmen würden dadurch „für Einzelfälle in Sippenhaft genommen“, sagte BDI-Kartellrechtsexpertin Ulrike Suchsland dem Magazin.

  • afp
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1 Kommentar zu "„Tönnies-Trick“: Gabriel will Lücke in Kartellrecht schließen"

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  • Da stellt sich allerdings die Frage, was der Verband getan hat um solch "schwarzen Schafe" von ihrem Tun zum Nachteil vieler Kollegen abzuhalten.

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