„Toleranz“-Themenwoche im Ersten Grüne werfen ARD Diskriminierung vor

In einem Special will die ARD eine Woche lang auf allen Kanälen die unterschiedlichsten Facetten des Themas Toleranz unter die Lupe nehmen. Doch schon die Werbung für die „Themenwoche“ stößt auf heftige Kritik.
Update: 11.11.2014 - 18:03 Uhr 19 Kommentare
Umstrittene Poster-Serie: „Die Kampagne der ARD fühlt sich an wie ein kalter Wind aus Russland“

Umstrittene Poster-Serie: „Die Kampagne der ARD fühlt sich an wie ein kalter Wind aus Russland“

BerlinDie Grünen haben die Werbung für die ARD-Themenwoche „Toleranz“ als diskriminierend kritisiert und Konsequenzen gefordert. „Ich erwarte von der ARD ein Überdenken ihres Diskriminierungs-Themenspecials“, sagte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Die öffentlich-rechtlichen Medien verlassen ihren gesetzlichen Auftrag, wenn sie Minderheiten in ihrer Existenz in Frage stellen.“

Hintergrund ist eine Poster-Serie, mit der die ARD für ihre Themenwoche (Motto: „Anders als Du denkst“) wirbt, die am Samstag startet. Eines der Bilder zeigt einen Mann, der einen anderen auf die Stirn küsst, dazu die Überschrift „Normal oder nicht normal?“ Auf einem anderen Bild ist ein schwarzer Mann zu sehen, darüber steht die Frage: „Belastung oder Bereicherung“. Über einem Rollstuhlfahrer steht „Außenseiter oder Freund?“ und über einem schreienden Kind „Nervensäge oder Zukunft?“

Beck, selbst Homosexueller, sagte dazu: „Die Kampagne der ARD fühlt sich an wie ein kalter Wind aus Russland. Dass ich mich als homosexueller Mann im Jahr 2014 in meiner Existenz in Frage stellen lassen muss, hätte ich höchstens noch von einem unverbesserlichen rechten Rand erwartet. Muss ich mich wirklich fragen lassen, ob ich normal bin, muss sich ein Schwarzer die Frage gefallen lassen, ob er Belastung oder Bereicherung ist, ein Behinderter, ob er Freund oder Außenseiter ist?“ Die Kampagne transportiere mehr Vorurteile als sie wohl selbst beabsichtige.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde Volker Beck als bekennender Homosexueller bezeichnet. Das Adjektiv „bekennen“ ist unpassend und wurde daher gestrichen.

Harsche Kritik äußerte auch die Grünen-Medienexpertin Tabea Rößner. Gut gemeint sei oftmals das Gegenteil von gut gemacht. „Das Marketing der ARD geht am Thema vorbei, denn was wir vor allem brauchen, ist Akzeptanz, anstatt lediglich zu tolerieren“, sagte Rößner dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Die ARD-Plakate wertete sie als „unglücklich“.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
ARD nahm „gewisse Provokation“ in Kauf
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: „Toleranz“-Themenwoche im Ersten - Grüne werfen ARD Diskriminierung vor

19 Kommentare zu "„Toleranz“-Themenwoche im Ersten: Grüne werfen ARD Diskriminierung vor"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wird endlich untersucht wie Deutsche durch unsere Politiker, Juristen vorsätzlich diekriminiert werden???

  • Die Kleine hat sich wohl eher über die ganz normale Bereicherung erschreckt!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Grünen, insbesondere ein V. Beck, haben nichts besseres zu tun, als ständig für sich Toleranz einzufordern, wegen ihrer Verfolgtseins-und Diskriminiertseins-Phobie. Sie nehmen einfach nicht zur Kenntnis, daß die Bevölkerung ihnen gegenüber, im Gegensatz zu früheren Zeiten, äußerst tolerant geworden ist. Sehr wenige pochen noch auf die Unnatürlichkeit dieser Sexualitätsgebaren. Ein wenig Dankbarkeit für die entgegengebrachte Toleranz wäre schon angebracht, statt, wie der Kleine Häwelmann, immer mehr, mehr, zu fordern.

  • Tollerieren kann man vieles, aber Akzeptanz ist keine Pflicht!

  • btw. man erreicht mit solchem Verhalten in einem gerade aus seiner verordneten Betäubung erwachenden Land genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen will: Man tut diesen Gruppen KEINEN Gefallen- und das ist gut so...!

  • Stimmt, der mit "Angst" paralysierte Deutsche ist aufgewacht.

  • "Muss ich mich wirklich fragen lassen, ob ich normal bin"
    Nein! Die Frage stellt sich nicht!

  • Diese fingierte mediale Meinungssteuerung der Öffentlich/Rechtlichen durchschaut normal der dümmste Bürger. In Berlin hat man erkannt, dass die Stimmung im Volk was die ungezügelte Zuwanderung und der ausufernde Salafismus/Islam betrifft kippt. Das ganze Pulverfass fliegt uns nämlich demnächst um die Ohren!

  • (...)

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%