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Transformationsprozesse Altmaier will Autoindustrie mit Milliardenpaket helfen

Der Bundeswirtschaftsminister schnürt ein Hilfspaket für die Automobil- und Zulieferindustrie. So will er Digitalisierung, Automatisierung und alternative Antriebe fördern. Altmaier konkretisiert damit die Beschlüsse des Corona-Konjunkturpakets.
02.11.2020 - 12:40 Uhr 4 Kommentare
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht sich bei einem Besuch eines Forschungszentrums des Automobilherstellers BMW gemeinsam mit Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, den Elektromotor eines Wasserstoffzellen-Antriebsstrang-Exponats an. Mit dem Milliardenpaket investiert der Bund in alternative Antriebe. Quelle: dpa
Altmaier besucht BMW Innovationszentrum

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht sich bei einem Besuch eines Forschungszentrums des Automobilherstellers BMW gemeinsam mit Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, den Elektromotor eines Wasserstoffzellen-Antriebsstrang-Exponats an. Mit dem Milliardenpaket investiert der Bund in alternative Antriebe.

(Foto: dpa)

Berlin Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Automobil- und Zulieferindustrie mit einem zwei Milliarden Euro schweren Hilfspaket dabei unterstützen, den tief greifenden Transformationsprozess der Branche zu bewältigen. Altmaier hat dazu ein Papier, das die einzelnen Maßnahmen skizziert, in die Ressortabstimmung gegeben. Das Papier liegt dem Handelsblatt vor.

Ziel des Programms sei es, die Transformation zu beschleunigen, die Innovationskraft zu stärken, die Datennutzung voranzutreiben und dazu beizutragen, „dass Deutschland in Zeiten alternativer Antriebe, Digitalisierung und Automatisierung Weltspitze bleibt“.

Mit seiner Initiative konkretisiert Altmaier die Beschlüsse der Bundesregierung für ein Corona-Konjunkturpaket von Anfang Juni. Dort ist das Hilfsprogramm für „Zukunftsinvestitionen der Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie“ als eine von insgesamt 57 Einzelmaßnahmen angekündigt.

Die zwei Milliarden Euro sollen auf die Jahre 2020 bis 2024 verteilt werden. „Mit diesen Mitteln wollen wir eine nachhaltige, schnelle und technologieoffene Transformation der Fahrzeugbranche in Gang setzen. Hierfür sind Investitionen in neue Konzepte und Verfahren, neue Produkte, Qualifizierung und Produktionsanlagen notwendig“, heißt es in dem Papier aus dem Wirtschaftsministerium.

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    Die Automobilindustrie steht vor gravierenden Einschnitten. Das bisherige Geschäftsmodell – Autos mit Verbrennungsmotor zu entwickeln und zu perfektionieren – trägt nicht mehr allein. Die Unternehmen müssen sich rasch auf neue Antriebsvarianten einstellen, insbesondere auf die Produktion batteriebetriebener Autos.

    Wachsende Klimaschutzanforderungen sorgen dafür, dass diese Prozesse weitaus schneller erfolgen müssen als vor wenigen Jahren gedacht. Außerdem erfordert der Einstieg in Konzepte für autonomes Fahren Milliardeninvestitionen. Bei der Elektromobilität und auch beim autonomen Fahren machen Konkurrenten wie Tesla und die US-Internetgiganten den deutschen Herstellern die Führungsrolle streitig.

    „Die Umstellung auf E-Mobilität und andere alternative Antriebe, neue Systemstrukturen im Fahrzeug, neue Möglichkeiten im Leichtbau und nicht zuletzt das automatisierte und vernetzte Fahren fordern neue Lösungsansätze“, schreiben die Autoren aus dem Bundeswirtschaftsministerium. „Software bekommt dabei einen immer höheren Stellenwert. Künstliche Intelligenz wird für das autonome Fahren benötigt, aber auch für zahlreiche andere Einsatzfelder wie die Optimierung des Stromverbrauchs im E-Auto“, so die Analyse. Es seien „neuartige Fahrzeug- und Antriebskonzepte sowie Kapazitätssteigerungen der bestehenden Infrastruktur durch digitale Lösungsansätze gefordert“.

    Das Programm soll drei Säulen umfassen. Das erste Modul soll Investitionen in neue Anlagen, in Industrie 4.0 und den Umweltschutz fördern und so die Transformation der Produktion selbst unterstützen.

    Das zweite Modul soll Erforschung und Entwicklung von Innovationen unterstützen, wie KI-Anwendungen und neue Antriebe, und so die Transformation der Produkte vorantreiben. Das dritte Modul soll den Unternehmen dabei helfen, gemeinsam Innovationscluster aufzubauen, und die Transformation in die Breite tragen.

    Im Bundeswirtschaftsministerium geht man davon aus, dass das Programm zum 1. Januar 2021 in Kraft treten und der größte Teil der Projekte 2021 starten kann. Erste Projekte würden aber bereits jetzt über das bestehende Programm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ gestartet und bewilligt, heißt es im Ministerium.

    Mehr: Das steckt im „Kraftpaket für die Konjunktur“

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    4 Kommentare zu "Transformationsprozesse: Altmaier will Autoindustrie mit Milliardenpaket helfen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das ist schon konsequent. Wir sind so sehr von der Autoindustrie abhängig, dass die Politik alles tut, um diese zu erhalten. Das gibt vielleicht den weniger kritischen Wähler ein gutes Gefühl, verhindert aber die notwendige Erneuerung. Wir alle sehen, wozu der jahrelange Protektionismus zugunsten der deutschen Automobilindustrie geführt hat.

      Eigene Investitionen und eigenes Risiko werden dazu führen, dass die richtigen Produkte entstehen.

      Der Staat sollte sich da raus halten und für eine konkurrenzfähige Infrastruktur sorgen (damit meine ich keine Autobahnen)

    • Deutschland ist ein extremes Hochsteuerland und gibt ein paar Subventiönchen:
      Von den Bürgern und Unternehmen nimmt sich der Staat einen riesigen Anteil.
      Die vielen Beamten und Politiker (709 Bundestagsabgeordnete!) werden gut besoldet und müssen dann irgendetwas tun - ohne entsprechende Qualifikation werden Projekte angeschoben.
      Dann wird staatlich gelenkt und subventioniert - mit FREIER, sozialer Marktwirtschaft hat das nichts zu tun. Das ist PLANWIRTSCHAFT.
      Aufgrund der Standortnachteile von Deutschland - extrem hohe Steuern und Staats Dirigismus werden viele Unternehmen Deutschland den Rücken kehren und Investoren Deutschland meiden!
      KI, selbstfahrende, sparsame Autos sind toll - aber was hat der Staat damit zu tun? Haben unsere Herren Politiker ein schlechtes Gewissen, weil sie die e-Mobilität zu sehr bevorzugen? Da gibt es dann auch ein paar Krümelchen an Subventionen - die Automobilindustrie wird sich davon nicht blenden lassen.

    • Es ist nicht gut wenn unsere Wirtschaft in eine staatlich gelenkte Subventionswirtschaft verwandelt wird in der das passiert von dem Politiker glauben was Wähler gut finden.

      Wieso soll E Technik gefördert werden? Entweder es funktioniert oder nicht. (siehe Tesla)
      Wieso soll autonomes fahren gefördert werden? Wer will Geisterautos in seiner Stadt haben.

      Wir müssen nicht alles tun was in China wirtschaftlich angeschoben wird. Das ist nicht innovativ sondern nur ein Imitat.

    • ja, wirklich???
      Sind solche Subventionen notwendig, obwohl die führenden Schläfer der großen Konzerne jahrelnag betrogen, getäuscht und Innovationen aufgeschoben haben?!

      Erst vergangene Woche habe ich diverse Beitrage zu Milliarden-Gewinnen (u.a. Daimler & VW) gelesen. Während viele Branchen zur Zeit vor die Hunde gehen, versucht man mit öffentlichen Geldern die milliardenschweren Innovatoinsverweigerer zu unterstützen.

      Wieder mal eine große Leistung Hr. Altmaier! Hätte auch die Idee von Maut-/Autobahn-GmbH-Andy sein können.

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