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Treffen in Berlin Ein Demografiegipfel mit wenig Antworten

Verwaiste Dörfer, überlastete Sozialsysteme, fehlende Fachkräfte: Was durch die alternde Gesellschaft droht, macht Sorgen. Auch nach dem Demografiegipfel der Regierung fehlen Lösungen. Die Opposition spottet lautstark.
14.05.2013 - 17:26 Uhr 12 Kommentare
Senioren auf einer Parkbank: Viel Konkretes gab es auf dem Demografiegipfel nicht. Quelle: dpa

Senioren auf einer Parkbank: Viel Konkretes gab es auf dem Demografiegipfel nicht.

(Foto: dpa)

Berlin Der Begriff demografischer Wandel kommt etwas schwammig bis harmlos daher. Doch die Fakten und ihre Folgen sind sehr konkret und bedenklich. Deutschland verliert unaufhörlich Einwohner, und die Bevölkerung wird immer älter. Gesundheits- und Sozialkassen steuern auf Strapazen zu. Immer weniger Junge müssen immer mehr Rentner finanzieren.

Vor allem ländliche Regionen haben es schwer: Ihnen laufen die jungen Leute davon; in einigen Teilen der Republik müssen Schulen und Kitas schließen, Familien und Firmen suchen ihr Glück anderswo, Supermärkte, Bankfilialen, Post und Bürgerämter machen dicht, Arztpraxen ebenso.

Die Bundesregierung widmet dem Thema zum zweiten Mal in wenigen Monaten einen ihrer Gipfel. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und das halbe Kabinett sind dabei, dazu Vertreter aus Ländern und Kommunen, aus der Wirtschaft und von Sozialverbänden. Im Oktober traf sich die Runde zum ersten Mal. Damals gab es viele warme Worte. Neun Arbeitsgruppen begannen, sich Gedanken über die Probleme und mögliche Lösungen zu machen.

Sieben Monate später legen sie nun erste Ergebnisse vor. Viel Konkretes ist aber nicht dabei. Wieder werden große Ziele ausgegeben: mehr für Familien tun, für die Vereinbarkeit von Kind und Karriere, für ländliche Regionen und dafür, dass Ältere länger am Arbeitsleben teilnehmen können. Aber was genau? Die Regierung vertröstet.

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    „In den letzten Tagen war viel zu lesen, wo denn der Masterplan und das Sofortprogramm bleiben“, klagt Gastgeber Friedrich. So einfach gehe es beim demografischen Wandel aber nicht. Nötig sei ein langer Diskussionsprozess. Der Dialog brauche Zeit und gehe weiter.

    An einigen Stellen zeigt sich, dass dieser Dialog nicht ganz so einfach ist. Arbeitgeber und Gewerkschafter machen bei dem Treffen keinen Hehl daraus, dass sie unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie das Arbeitsleben der Zukunft aussehen sollen.

    Beratungsbedarf bei Zuwanderung
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    12 Kommentare zu "Treffen in Berlin: Ein Demografiegipfel mit wenig Antworten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ob nun wir es nun Probleme oder Herausforderungen nennen, Lösungen oder Chancen, es ist nicht viel wirklich neue Erkenntnis dazu gekommen. Es sind die unterschiedlichen Interessenlagen (Lobbyismus) und der Förderalisimus in unserem Land, welche Veränderungen hemmen. Und nun setzen wir nach gleichem Muster Europa obendrauf. Das alles dauert länger als manch einem (schwachen) lieb ist und es ist ein Preis dafür zu zahlen. Survival of the fittest heißt das Prinzip. Auch keine neue Erkenntnis..

    • Wäre es nicht sinnvoller, Wege zu suchen damit jeder deutsche Bürger eine Möglichkeit bekommt sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren, und das mit Löhnen die zum Leben reichen, anstatt die Tore für Billiglöhner aus der EU zu öffnen. In Deutschland gibt es kein Demografieproblem, es gibt ein Einnahmeproblem der Sozialkassen, die wenn immer möglich auch noch zweckentfremdet werden. Welcher Experte kann denn schon vorhersehen wie sich der Zahl der Erwerbstätigen in den nächsten 30 Jahren entwickelt. Solche Voraussagen waren noch nie richtig. Für CDU/CSU zählt nur die Entwicklung in Europa, die aufgrund der vielen Arbeitslosen gescheitert ist. FDP hat sich sämtlicher Lobby verschrieben und ermöglicht Lohndumping.

    • @ALFRED

      Die Konzeption unseres Rentensystems stammt noch aus Bismarck's Zeiten, als mehr oder weniger alle Paare Kinder hatten - gewissermassen alternativlos. Dises System sieht überhaupt nicht vor, dass manche Leute Kinder grossziehen und andere davon kinderlos profitieren. Es wäre gerechter, den kinderlosen wesentlich höhere Sozialbeiträge abzuverlangen als Familien mit Kindern. Das aber wird überhaupt nicht diskutiert, weil die Meinungsmacher in Politik und Medien häufig selbst kinderlos sind. Für unsere Gesellschaft ist es offensichtlich viel wichtiger, über die steuerliche Stellung gleichgeschlechtlicher Ehen zu debattieren. Nun ja, jede Gesellschaft bekommt was sie verdient. Sterben wir eben langsam aus, die Zuwanderung wird für einen Ausgleich sorgen.

    • Alfred
      allervollste Zustimmung für Ihren Beitrag.

    • Aus Angst vor dem (konservativen) Wähler vermeiden CDU/CSU ein Einwanderungsgesetz für Deutschland, obwohl es seit Jahrzehnten notwendig gewesen wäre. Ein solches Gesetz würde es D erlauben, seinen Bedarf an qualifizierten Zuwanderern zu decken, anstatt ständig der Armutswanderung in die Sozialkassen ausgesetzt zu sein. Mehr Mut Frau Merkel, und nicht nur alles aussitzen!

    • Poppen sie einfach mehr. Dürfte das Problem etwas lösen und trägt auch zu ihrer Gesamtentspannung bei.

    • Nein. Eine hohe Kinderzahl hat nichts mit Religiosität zu tun. Viel mehr mit der Wahrscheinlichkeit eines Kindes zu sterben. Und die ist in westlichen Ländern nun mal niedrig, ergo: weniger Geburten. Nix herbeigeschwurbelter "Selbsthass".

    • Warum treibt eine Frau ab? Nicht weil es Spass macht. In der Regel kämpfen die Frauen hinterher mit grossen psychischen Problemen. Abtreibung geschieht, wenn eine Frau nicht weiss, wie sie das Kind aufziehen soll - in der heutigen Zeit zumindest. Da es genügend Verhütungsmittel gibt, um einer Schwangerschaft vorzubeugen und sei es mit der Pille danach.

      Somit ist die hohe Zahl der Abtreibungen ein Zeichen dafür, dass eine gewaltige Anzahl Frauen nicht die Unterstützung bekommt, die sie bräuchten, um ihre Kinder aufziehen zu können.
      Dadurch wird die Zahl zu einer Kennziffer, wie sehr der Staat und die Gesellschaft versagt. Wobei es schon so sein sollte, dass diese Frauen in der Regel ihre Kinder selbst aufziehen können sollten, falls sie dazu psychisch in der Lage sind.

    • Wir leben in einem der kinder-unfreundlichsten Länder, und wundern uns, daß immer weniger Kinder geboren werden.

      Ich vermisse eine offene aber wohlwollende Auseinanderset-
      zung mit diesem Thema, stattdessen nur Hinweise auf die fehlenden Arbeitskräfte! Kinder als Wirtschaftsfaktor, Kostgänger und Verhinderer einer "Selbstverwirklichung", was auch immer das sein mag!
      Die riesige und wunderbare Aufgabe, verantwortlich neues Leben zu schaffen, zu erziehen und zu bilden wird mit ei-
      ner teilweisen widerlichen Polemik belegt. Emanzen geifern
      immer noch gegen die notwendige 100%-tige Widmung für die
      Kinder.
      Große "Vorbilder" in der Politik und Öffentlichkeit leben die Null-Kind-Ehe. Frau Merkel, Claudia Roth, Alice
      Schwarzer und viele andere zeigen, daß man ohne Kinder besser und versorgter durch's Leben kommt. Im Alter hofft man auf die "Solidarität" der erwachsenen Kinder von den
      Eltern, die in ihren jungen Jahren Kinder geboren und er-
      zogen haben und auf viele (Konsum)-Dinge verzichtet haben.

      Die eigenen Kinder müßten zuerst die eigenen Eltern im
      Alter "versorgen". Für die konsumfreudigen Kinderlosen
      bliebe dann wesentlich weniger übrig. Aber Sie können sich
      auf den gefräßigen Sozialstaat verlassen. Die Verantwor-
      tungslosen profitieren von den Verantwortungsvollen!

      Auch sei nochmal an die jede Gesellschaft beschämenden Ab-
      treibungen erinnert, jedes Jahr mehrere Hunderttausend
      Kinder. Ich will keine Bestrafung, es wäre nur für eine
      angeblich humane Gesellschaft absolut selbstverständlich,
      um jedes dieser werdenden Kinder mit allen Emphatien zu
      kämpfen.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

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