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Treibhausgasneutralität bis 2045 IW-Analyse: Warum sich strengere Klimaziele wirtschaftlich auszahlen

Unternehmen müssen wegen des neuen Klimaschutzgesetzes CO2-Emissionen einsparen. Das ist laut einer Studie teuer – aber langfristig günstiger, als die Investitionen aufzuschieben.
05.07.2021 - 12:19 Uhr Kommentieren
Klimaneutralität wird nun bis 2045 angestrebt. Quelle: dpa
Windenergie

Klimaneutralität wird nun bis 2045 angestrebt.

(Foto: dpa)

Berlin Mit dem von der Bundesregierung geplanten Klimaschutzgesetz kommen auf die Wirtschaft große Anstrengungen zu – bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kommt nun zu dem Schluss, dass sich strengere Klimaschutzziele wirtschaftlich sogar lohnen können.

Die Autoren Sarah Fluchs und Andreas Fischer argumentieren, dass Investitionen in grüne Technologien langfristig günstiger sind, als diese weiter aufzuschieben. Zwar seien klimafreundliche Technologien etwa im Gebäude-, Verkehrs- und Industriesektor derzeit deutlich teurer als konventionelle Produkte, heißt es in dem Papier, das dem Handelsblatt vorliegt. „Doch schon jetzt müssen umfangreiche Investitionen getätigt werden, sodass durch Skaleneffekte langfristige Kostensenkungen angeregt werden und damit die Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht wird.“

Mit dem neuen Gesetz müssen die einzelnen Sektoren schon bis 2030 kräftig Emissionen einsparen. Bis dahin sollen die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 65 Prozent sinken, bis 2040 um 88 Prozent.

Bisher ist eine Minderung von rund 40 Prozent geschafft. Aufgrund des Gesetzes muss die Energiebranche ihre Emissionen von derzeit 280 Millionen Tonnen auf 108 Millionen Tonnen bis 2030 reduzieren. In der bisherigen Fassung des Gesetzes liegt der Wert bei 175 Tonnen. In den Sektoren Industrie und Verkehr müssen zusätzliche Einsparungen von 22 Millionen Tonnen und zehn Millionen Tonnen erbracht werden.

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    Die dafür erforderlichen Investitionen könnten sich laut der IW-Studie allerdings auszahlen. Die Ökonomen haben sich dafür die Entwicklung der sogenannten CO2-Vermeidungskosten angeschaut. Die Größe beschreibt, was es kostet, eine Tonne Kohlenstoffdioxid einzusparen – und ist in entscheidenden Sektoren in den vergangenen Jahren stark gefallen. Beispiele finden sich dafür etwa im Bereich der erneuerbaren Energien. Kostete es im Jahr 2006 noch 588 Euro, eine Tonne CO2 durch eine Photovoltaikanlage einzusparen, waren es 2021 nur noch 48 Euro. Auch in der Elektromobilität würden die Preise künftig weiter sinken.

    Warnung vor Wohlstandsverlust

    Fehlt es hingegen an politischen Maßnahmen und umfangreichen Investitionen, könnten die Klimaschutzziele nur durch gravierende Einschnitte in unsere Lebensweise oder durch eine Abwanderung von CO2-intensiven Industrien erreicht werden, schreiben die Autoren. „Die Konsequenz beider Fälle ist der Verlust von Wertschöpfung.“ Dies mache die Coronakrise deutlich.

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    Weil weniger Menschen mit dem Auto zur Arbeit fuhren oder in Urlaub flogen und die industrielle Produktion gedrosselt wurde, gingen die Emissionen um rund 24 Millionen Tonnen CO2 oder drei Prozent zurück. Gleichzeitig fiel dadurch das Bruttoinlandsprodukt um 117 Milliarden Euro bzw. fünf Prozent. Daraus ergeben sich laut dem Papier CO2-Vermeidungskosten von fast 5000 Euro.

    „Diese Kosten übersteigen die ,Vermeidungskosten' der meisten klimafreundlichen Technologien deutlich“, schreiben die Autoren. Sie fordern deswegen zielgerichtete Investitionen in grüne Technologien, beispielsweise den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft sowie eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.

    Diese seien nicht nur nötig, um eine wettbewerbsfähige Wirtschaft zu erhalten und Klima- und Umweltschäden zu vermeiden, sondern auch die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch weiteres Warten entstünden.

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    Um Anreize für Investitionen zu setzen, legt die Bundesregierung mit dem Klimagesetz auch ein Sofortprogramm auf. Es sieht zusätzliche acht Milliarden Euro zur Finanzierung weiterer Klimaschutzmaßnahmen vor.

    Es soll noch mehr Anreize geben, um auf saubere Energiequellen zu setzen. Die Milliarden sollen laut Wirtschaftsminister Peter Altmaier zum Beispiel dafür genutzt werden, die Produktion von grünem Wasserstoff zu beschleunigen oder um die Stahl- und Chemieindustrie klimaneutral zu machen.

    Mehr: Kommentar: Deutschland taugt nur als Vorbild im Klimaschutz, wenn die Industrie überlebt.

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