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Treibhausgasneutralität bis 2050 Wirtschaftskongress der Grünen: Gemeinsam die Klimakrise lösen

Die Partei tastet sich an die deutsche Wirtschaft heran – und umgekehrt. Beim Kongress in Berlin zeigt sich Siemens-Chef Joe Kaeser als Grünen-Sympathisant.
28.02.2020 - 12:53 Uhr 1 Kommentar
Die Bundesvorsitzende der Grünen im Gespräch mit dem Siemens-Chef – die Positionen nähern sich an. Quelle: dpa
Annalena Baerbock und Joe Kaeser

Die Bundesvorsitzende der Grünen im Gespräch mit dem Siemens-Chef – die Positionen nähern sich an.

(Foto: dpa)

Berlin Es war für die Grünen lange kein ganz alltägliches Thema - die Beschäftigung mit der Wirtschaft. Auch zu Beginn des Wirtschaftskongresses der Grünen-Bundestagsfraktion an diesem Freitag in Berlin wird das gleich deutlich. „Die Grünen und die Wirtschaft - das knirscht doch, oder?“, fragt Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt in einem für den Kongress produzierten Kurz-Film. Die Antwort gibt sie gleich selbst: „Es wird knirschen und es muss knirschen.“

Ja, sagt auch Fraktionschef Anton Hofreiter, aber eines sei klar: Der ökologische Umbau der Wirtschaft müsse angegangen werden - und die Grünen würden das tun: gemeinsam mit Gewerkschaften, mit der Gesellschaft, den Unternehmern. „Wir sind die Partei, die breite Bündnisse in die Gesellschaft hinein schafft“. Nur gemeinsam, so Hofreiter, sei die Aufgabe zu schaffen, die Wirtschaft bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral aufzustellen.

Mitunter werde gesagt, Deutschland sei ja nur für zwei Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich, sagte Hofreiter. Das stimme, doch gleichzeitig sei Deutschland die viertgrößte Industrienation auf diesem Planeten. Das verpflichte und sporne zugleich an, technologischer Vorreiter beim Klimaschutz zu sein.

Die Grünen werben deswegen jetzt mit einem „Klimapakt“ für die energieintensive Grundstoffindustrie. Damit eine Branche wie Stahl künftig in der Spitzenliga mitspielen können, müsse sie jetzt den Umstieg auf moderne klimaneutrale Produktionsmethoden schaffen, machen die Grünen die Herausforderung deutlich.

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    Doch Mitstreiter in der Wirtschaft haben die Grünen längst gewonnen - bis hinein in die Spitze von Dax-Unternehmen. Der Begriff der grünen sozial-ökologischen Marktwirtschaft gefalle ihm gut, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser am Freitag im Gespräch mit Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock. Auf deren Aussage, aufgrund der Komplexität der Aufgabe, die Wirtschaft treibhausgasneutral aufzustellen, „brauchen wir Mitstreiter“, versicherte Kaeser: „Die haben Sie!“ Mit dem Anspruch, eine soziale ökologische Marktwirtschaft zu etablieren, „haben Sie die“.

    Natürlich ermahnt Kaeser die Grünen, ihrer alten Neigung zu Verboten zu entsagen. Besser wäre es, Verhaltensänderungen anzustreben. „Wenn jemand SUV fahren möchte, dann lassen Sie ihn doch“, sagte Kaeser an Baerbock gerichtet und plädierte im Gegenzug für eine ordentliche Erhöhung der Kfz-Steuer. Statt sich zu sehr auf die Stahlbranche zu konzentrieren, mahnte er mehr Augenmerk bei der Automobilindustrie an, die schließlich deutlich mehr Arbeitskräfte habe.

    BUND ist skeptisch

    Es ist vielleicht der Anfang einer neuen Partnerschaft, die da zwischen Grünen und der Wirtschaft gerade neu begründet wird. Unternehmer und Manager schätzen die Ernsthaftigkeit und die inhaltliche Tiefe, mit denen die Ökopartei, die möglicherweise Teil einer nächsten Bundesregierung sein wird, an die Aufgaben herangeht.

    „Die Fragen unserer Zeit sind so komplex, die Zeit für schnelle Antworten ist darum vorbei“, sagt Baerbock. Das findet auch Kaeser, der noch eins draufsetzt, indem er dafür wirbt, dass es das Beste wäre, sich gemeinsam 14 Tage an einen Tisch zu setzen und zu überlegen, „was in diesem Land passieren muss“.

    Trotz einiger Frotzelei gibt Kaeser den Grünen noch mit auf den Weg, wie wichtig eine bezahlbare, verlässliche Energie für die deutsche Wirtschaft ist. Einer der für ihn wichtigsten Punkte ist zudem ein Mobilitätskonzept nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch die Unternehmen.

    Selbstkritisch äußerte sich Kaeser zur Beteiligung von Siemens an dem umstrittenen Kohleminen-Projekt in Australien. „Das hätten wie nie machen dürfen.“ Siemens liefert die Signaltechnik für eine Bahnstrecke für die Mine und hatte sich Ende vergangenen Jahres trotz massiver Kritik von Klimaschützern dafür entschieden, seine Vertragspflichten zu erfüllen.

    Umweltschützer beobachten die Annäherung zwischen Grünen und Wirtschaft indes mit einiger Skepsis. „Die Grünen wollen ihr wirtschaftspolitisches Profil schärfen: Doch ihr Wunsch, sich mit Blick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr auch als wirtschaftspolitisch kompetent zu positionieren, darf nicht zu einem Schulterschluss mit der Industrie führen“, warnte Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

    Mehr: Grüne fordern ökologische Leitplanken für die Digitalisierung.

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    1 Kommentar zu "Treibhausgasneutralität bis 2050: Wirtschaftskongress der Grünen: Gemeinsam die Klimakrise lösen"

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    • Unsere Politiker sind jetzt gefragt die Klimakrise zu managen. Es zeigt sich, das die Grünen am Rad drehen und endlich Partner Auftauchen. Wenn Siemens Chef Kaeser jetzt noch von der Innovation der Berliner Neutrino Energy Group Informationen zur neuesten Technologien der Energienutzung erfährt, wird Bewegung in den Markt kommen. Die Berliner Neutrino Energy Group bietet sensationelle Patente . Sie testet aktuell Geräte zur Gewinnung von sauberem Strom aus kosmischer Strahlung. Holger Thorsten Schubart, CEO dieses deutsch-amerikanische Forschungsunternehmen hat die Entwicklung eines innovativen High-Tech-Materials auf Basis einer Vielzahl von dotiertem Kohlenstoff und Silizium zum Abschluss gebracht, mit dem ein Teil der kinetischen Energie von Partikeln des unsichtbaren Strahlungsspektrums in Elektrizität umgewandelt wird. Derzeit werden die ersten industriellen Muster des sogenannten NEUTRINO POWER CUBE, eines Geräts, das saubere Energie liefert, in Deutschland unter Laborbedingungen getestet. Neutrinos, hochenergetische Teilchen, die als Teil der kosmischen Strahlung des unsichtbaren Spektrums kontinuierlich auf die Erde treffen, sind nach jüngsten Untersuchungen eine unerschöpfliche Energiequelle. "Der Energieerhaltungssatz funktioniert. ", sagt der Physiker Professor Strauss, ein ehemaliger Forscher am Massachusetts Institute of Technology, USA, und Mitglied des wissenschaftlichen Rates der NEUTRINO ENERGY Group. Auch im Karlsruher Institut für Technologie wird seit September 2019 offiziell mit Neutrino-Messungen bewiesen, dass diese neue Ära der Energienutzung einen gesamten Systemwechsel in der Anwendung von Neutrinovoltaik bewirken wird. Ein Wandel von der Stromversorgung über Grosskraftwerke und Stromtrassen zur MOBILEN UND DEZENTRALEN HAUSHALTSVERSORGUNG ohne Kabel und Steckdosen ist vergleichbar mit dem Wandel von der Festnetztelefonie zur heutigen, mobilen Smartphone-Telefonie. Die Zukunft ist bereit.

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