Trotz sinkender Kerosinzuschläge Fliegen wird vermutlich nicht billiger

Nach Verbraucherschützern fordert nun auch die Bundesregierung Fluggesellschaften auf, Kerosinzuschläge zu senken. Die Gebühr war in Zeiten steigender Rohstoffkosten eingeführt worden. Doch nun sinken die Ölpreise.
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Die Regierung fordert zwar eine Senkung der Kerosinzuschläge, will sich aber in die Preispolitik der Airlines nicht einmischen. Quelle: dpa

Die Regierung fordert zwar eine Senkung der Kerosinzuschläge, will sich aber in die Preispolitik der Airlines nicht einmischen.

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BerlinAngesichts stark gefallener Ölpreise wächst der Druck auf die Fluggesellschaften, ihre Kerosinzuschläge zu senken. Nach Verbraucherschützern kommen auch aus der Bundesregierung entsprechende Appelle. „Lange Zeit haben Fluggesellschaften Preiserhöhungen mit hohen Kosten für Kerosin begründet. Wenn nun die Kerosinpreise sinken, wäre es nur folgerichtig, wenn das an die Kunden weitergegeben wird“, sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Gerd Billen, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Aktiv werden will das Ministerium aber nicht. Billen setzt stattdessen darauf, dass der Wettbewerb „hoffentlich bald“ dafür sorgen wird, dass die Verbraucher „von den sinkenden Energiekosten profitieren“. Billen war vor seiner Berufung zum Staatssekretär Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Die Deutsche Lufthansa sieht derzeit keinen Grund für eine Änderung ihrer Preispolitik. „Wir bewegen uns mit diesem Zuschlag in einem wettbewerbsintensiven Umfeld und sehen ihn als marktgerecht“, sagte ein Sprecher. Von Januar bis September seien die Durchschnittserlöse der Lufthansa-Gruppe um 3,6 Prozent gesunken, die Treibstoffkosten hingegen nur um 0,5 Prozent.

„Die Gründe für die schwache Kostensenkung bei uns hängen vor allem zusammen mit dem schwächeren Euro“, sagte der Lufthansa-Sprecher. „Außerdem wirken sich sinkende Ölkosten durch die Preissicherungsgeschäfte nur verzögert auf unsere Kosten aus.“

Auch das Bundeswirtschaftsministerium will sich ebenfalls nicht in die Preispolitik der Airlines einmischen. Bei den Kerosinzuschlägen handele es sich „um eine unternehmerische Entscheidung, die selbstständig von den Unternehmen und mit deren jeweiliger Preiskalkulation getroffen wird“, hieß es.

Fluggesellschaften wie die Lufthansa und Air Berlin haben die Kerosinzuschläge in Zeiten steigender Rohstoffkosten eingeführt. Sie können einen großen Teil des Ticketpreises ausmachen. Seit dem Sommer ist der Ölpreis um rund 30 Prozent eingebrochen, auch Flugbenzin ist in der Folge merklich billiger geworden. Allerdings besorgen sich die Airlines den Treibstoff oft lange im Voraus, so dass Preisveränderungen nicht gleich durchschlagen.

  • rtr
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