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TV-Duell der Kanzlerkandidaten Merkel weist Kritik an Bedingungen zurück

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will am Sonntag beim einzigen direkten Kräftemessen mit der Kanzlerin im Fernsehen die Stimmung drehen. Angela Merkel hatte die Modalitäten bestimmt – das sorgt für Unverständnis.
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Bei dem einzigen direkten TV-Duell zwischen Merkel und Schulz an diesem Sonntagabend werden sich die zwei Moderatorenpaare von ZDF, RTL, ARD und Sat.1 wie im Wahlkampf vor vier Jahren abwechseln. Quelle: dpa
Martin Schulz und Angela Merkel

Bei dem einzigen direkten TV-Duell zwischen Merkel und Schulz an diesem Sonntagabend werden sich die zwei Moderatorenpaare von ZDF, RTL, ARD und Sat.1 wie im Wahlkampf vor vier Jahren abwechseln.

(Foto: dpa)

BerlinKanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Kritik an ihren Bedingungen für das TV-Duell mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zurückgewiesen. Es sei „guter Stil, dass man über die Modalitäten spricht, wie die Dinge ablaufen können“, sagte Merkel am Dienstag in ihrer traditionellen Sommer-Pressekonferenz in Berlin. Die Diskussion über das Format stehe aus ihrer Sicht nicht im Gegensatz zur Pressefreiheit. Die Freiheit, darüber zu entscheiden, ob man eine Einladung zu einer solchen Sendung annehme oder nicht, sei „ja immer genauso wichtig wie die Freiheit der Presse und die Unabhängigkeit“.

Lahmer Wahlkampf? So reagiert Merkel auf die Langeweile-Vorwürfe

Bei dem einzigen direkten TV-Duell zwischen Merkel und Schulz an diesem Sonntagabend werden sich die zwei Moderatorenpaare von ZDF, RTL, ARD und Sat.1 wie im Wahlkampf vor vier Jahren abwechseln. Das Duell sollte zunächst nach dem Willen der Sender an zwei Abenden – einmal im öffentlich-rechtlichen und dann im privaten TV – ausgestrahlt werden. Das Modell fand im Kanzleramt keine Zustimmung. Auch die Idee, die beiden Moderatorengespanne (Maybrit Illner mit Peter Kloeppel sowie Claus Strunz mit Sandra Maischberger), nacheinander in 45-Minuten-Blöcken fragen zu lassen, wurde von Vertretern der CDU-Chefin abgelehnt, Merkel drohte mit einer Absage.

Mehr Parteien, mehr Kandidaten, neue Wahlkreise
Wer darf wählen?
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Wahlberechtigt sind 29,8 Millionen Männer und 31,7 Millionen Frauen – insgesamt 61,5 Millionen Menschen. Das sind rund 400.000 weniger als bei der Wahl 2013. Eine große Bedeutung haben erfahrungsgemäß die Älteren. Bereits 2013 stellten die Ab-60-Jährigen mit 21,3 Millionen gut ein Drittel aller potenziellen Wähler – es sind fast doppelt so viele wie die Unter-30-Jährigen. (Quelle: Deutsche Presse Agentur)

(Foto: dpa)
Wer darf wählen?
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Wie schon 2013 gibt es auch in diesem Jahr rund drei Millionen Erstwähler. Bundeswahlleiter Dieter Sarreither sagte bei der Vorstellung einer aktuellen Statistik am Dienstag in Berlin, die Parteien täten gut daran, die Erstwähler gezielt anzusprechen: „Man kann sie aktivieren.“ Die 30- bis 59-Jährigen wiederum stellten knapp die Hälfte der Wahlberechtigten. Für die Wahl im Herbst haben sich bisher rund 37.000 im Ausland lebende Deutsche in ein Wählerverzeichnis eingetragen - doppelt so viele wie 2013 zu diesem Zeitpunkt.

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Welche Rolle spielen Wähler mit ausländischen Wurzeln?
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Zuletzt rückte der Aufruf des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, weder Union, SPD noch Grüne zu wählen, die Wähler mit ausländischen Wurzeln in den Blick. Wahlleiter Sarreither geht von rund 720.000 Wahlberechtigten mit türkischem Hintergrund aus.

(Foto: dpa)
Hat der Boykottaufruf Folgen?
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Laut einer Erhebung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration vom November haben die Türkischstämmigen eine recht stabile Bindung an die SPD (69,8 Prozent). Insgesamt hatten vor vier Jahren 5,8 Millionen Wahlberechtigte einen Migrationshintergrund. Als Partei ihrer Wahl nennen Zuwanderer laut dem Rat zu 40,1 Prozent die SPD, es folgen die Union (27,6), die Grünen (13,2) und die Linke (11,3).

(Foto: dpa)
Welche Parteien treten an?
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Es gibt einen Rekord von 42 Parteien — so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Sieben dieser Parteien wurden erst in diesem oder im vergangenen Jahr gegründet: Allianz Deutscher Demokraten, Bündnis Grundeinkommen, Demokratie in Bewegung, Die Grauen — Generationenpartei, Die Urbane — Eine Hiphop-Partei, Mieterpartei, V-Partei — Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer.

(Foto: dpa)
Welche Bewerber treten an?
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Insgesamt sind es 4828 Kandidaten — so viele wie seit 1998 nicht mehr. Wahlleiter Sarreither wertet das als klaren Hinweis gegen Politikverdrossenheit. Beruflich tätig sind mit 1757 die meisten in den Bereichen Unternehmensorganisation/Recht/Verwaltung, gefolgt von Gesundheit/Soziales/Lehre/Erziehung (683). 520 Bewerber verzeichnet der Wahlleiter unter dem Punkt Wiederkandidatur — sie kandidieren also erneut für den Bundestag. 348 Kandidaten sind Studenten, Azubis oder Schüler.

(Foto: dpa)
Wer ist der jüngste, wer der älteste Kandidat?
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Mit 1323 Bewerbern gehört ein Großteil der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen an. Der jüngste Bewerber wird nach eigenen Angaben erst einige Tage vor der Wahl 18: der in Berlin geborene Schüler Floris Beer, der für Die PARTEI in Fürstenwalde antritt. Die älteste Kandidatin ist die 89-jährige ehemalige Autorin und Schauspielerin Barbara Rütting, die für die V-Partei für Veränderung in Bayern antritt.

(Foto: dpa - picture alliance)

Die CDU-Chefin sagte nun, das Format der Vergangenheit habe sich sehr gut bewährt. Es biete die Möglichkeit, sich stark auf den Dialog zwischen beiden Kontrahenten zu konzentrieren. „Deshalb war unsere Vorstellung davon, dass wir das auch im Kern so beibehalten.“ Zudem gebe es eine Vielzahl anderer Interview-Formate, wie etwa sogenannte Townhall-Gespräche mit Publikum, „so dass auch das Gespräch mit dem Bürger nicht zu kurz kommt“.

Der Frage, ob sie der Einladung zum TV-Duell nicht gefolgt wäre, wenn ihre Bedingungen nicht erfüllt worden wären, wich Merkel aus. Sie antwortete mit den Worten: „Das heißt erstmal, dass ich mich auf das Duell am Sonntag freue.“ Die Menschen sollten sich ein Bild von den Konzepten und Zukunftsvorstellungen der beiden Spitzenkandidaten machen, „die eine realistische Chance darauf haben, das Amt des Bundeskanzlers auch auszuüben“.

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Auf den Vorwurf von Schulz, der am Sonntag gesagt hatte, Merkel wirke abgehoben, ging die Kanzlerin nur indirekt ein. Bei dem Duell werde sicher auch herausgearbeitet, wo es Unterschiede in den politischen Vorstellungen gebe. „Das versteht sich von selbst, unbeschadet dessen, was der Herausforderer nun sagt oder nicht sagt.“ Sie habe in der Vergangenheit bei Abstimmungen nach den Duellen nicht immer gewonnen. „Es war nicht so, dass ich sagen konnte, dass das für mich immer nur super ausgegangen ist.“

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den Modus des TV-Duells. „Ich wundere mich, dass der Regierungssprecher den Sendern offenbar vorschreiben kann, wie das Fernsehduell ablaufen soll“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall in einer Mitteilung. „Die Sender hätten im Zweifel lieber auf das Duell verzichten sollen, als sich den Wünschen der Kanzlerin zu beugen.“

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1 Kommentar zu "TV-Duell der Kanzlerkandidaten: Merkel weist Kritik an Bedingungen zurück"

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  • Das Pony Hof Duell zwischen beiden Kandidaten Merkel/Schulz ohne Kultur nach Özoguz
    läuft wie im Film ab. Alles abgesprochen , keine Fragen die weh tun. Gilt auch für Strunz bitte , der gerne mal die Wahrheit in Sat 1 ausspricht. Die will Merkel nicht hören , also das übliche Talk Gequatsche und dann mit Spannung auf das Ergebnis warten, welche Schlaftablette war stärker !

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