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TV-Kritik Günther Jauch Genügend Kita-Plätze – so sicher wie die Rente

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„Ich weiß nicht, in welcher Umlaufbahn Sie schweben“

Gemeint war: Die Wirtschaft zwingt den Familien ihre Regeln auf. Viele Eltern müssten in prekären Beschäftigungsverhältnissen zuarbeiten, mit Schichtarbeit und Wochenenddienst. Nur deswegen sei der Bedarf an Kita-Plätzen so groß. Die Frage, wie jungen Eltern geholfen werden kann, die zwei Einkommen angewiesen sind, ließ Norbert Blüms Wort-zum-Sonntag-hafte Mahnrede jedoch offen. „Wir leben in einer verwirtschafteten Gesellschaft, wo es nur um Geld geht, und das ist der Ruin der Kinder“, verkündete er stattdessen.

„Ich weiß nicht, in welcher Umlaufbahn Sie schweben“, brach da die Fassungslosigkeit aus Sozialwissenschaftler Sell heraus. Tatsächlich gingen die meisten Eltern verantwortungsvoll mit den Betreuungsangeboten für Kleinkinder um. Verhaltene Zustimmung erhielten Blüm derweil von Kristina Schröder: „Ich teile das Unbehagen von Norbert Blüm.“ Jedoch dürfe man sich auch nicht negativ über Kitas äußern. Darauf begann ein heftiger Schlagabtausch zwischen der Bundesministerin und Hannelore Kraft, bei dem es vor allem darum ging, was Wahlfreiheit für Familien bedeutet.

Kraft hält das Ehegatten-Splitting in seiner jetzigen Form nicht mehr für zeitgemäß. Schröder sieht keinen Anlass, etwas daran zu verändern, so viel war noch zu verstehen. Der Rest ging unter, weil die Politikerinnen einander ins Wort fielen, bis man sich wünschte, die anwesende Erzieherin Simin Compani möge einschreiten und die beiden auseinandersetzen. Doch immerhin gelang es Compani, die eine Kindertagesstätte in Frankfurt am Main leitet, die Debatte mit ihren nüchternen Beobachtungen zu erden. 248 Voranmeldungen sind bei ihr eingegangen, für fünf Plätze. „Ich kann die Notsituationen der Eltern nachvollziehen, habe aber nicht die Kapazitäten“, sagte sie. „Also sage ich ihnen von Anfang an, dass die Chancen gleich Null sind.“

Zu ihren Problemen zählt, dass sie nicht genügend pädagogische Fachkräfte findet. 1300 bis 1400 Euro netto verdiene eine Berufsanfängerin, sagte sie – nicht gerade ein Gehalt, dass junge Menschen scharenweise anzieht. Die Anerkennung und Wertschätzung sei aber gestiegen, merkte Schröder an, auch wenn die Bezahlung das noch nicht widerspiegelt. „Aber das ist doch eine Form von Anerkennung“, wandte Compani ein. Dem stimmte auch der Sozialwissenschaftler zu: Eine von fünf Erzieherin verschwinde bereits in ihren ersten beiden Berufsjahren, sagte Stefan Sell: „Und wo sind die geblieben? Im Lebensmittel-Einzelhandel, weil sie dort mehr verdienen können.“

Die Sendung schloss mit dem Auftritt einer Anwältin für Familienrecht. Günther Jauch fragte die Juristin im Schnelldurchlauf ab, was Eltern bei einer Klage auf einen Betreuungsplatz berücksichtigen sollen. Die Diskussion in der Sendung jedenfalls hat keinen Zweifel gelassen: Viele Familien werden die Ratschläge brauchen können.

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33 Kommentare zu "TV-Kritik Günther Jauch: Genügend Kita-Plätze – so sicher wie die Rente"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sorry, habe mich vertan. Ich meinte nicht den Kommentator der Seite 1, sondern DrmedDBoehm( Seite 4).

  • Vielen, vielen Dank an den ersten Kommentator!! Sie sind einer der wenigen, die sich dieses zu sagen trauen.
    Ich arbeite seit vier Jahren als Erzieherin in einer Krippe und habe jetzt bewusst einen Versetzungsantrag gestellt, weil ich Krippenbetreuung mit so großen Qualitätsmängeln( und inzwischen aufgrund der Erfahrungen, die ich gemacht habe, auch generell) unverantwortlich finde. Meinem (kirchlichen) Träger sind aus finanziellen Gründen die Hände gebunden, und so wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. In diesem System möchte ich kein Rädchen sein.
    In meiner Gruppe sind überwiegend Kinder, die aus sehr gut gestellten Familien kommen, in denen die Mütter arbeiten gehen, um den Lebensstandard zu erhalten oder sich selbst zu verwirklichen.
    Wir ziehen Kinder heran, über deren Bedürfnisse ständig hinweggegangen wird und die sich nicht wehren können.
    Stattdessen werden sie krank, laufen ziellos im Gruppenraum herum( weil bindungslos), trauern offensichtlich oder passen sich an und unterdrücken ihre Gefühle. Gut nachzulesen in den Internetbeiträgen der Hamburger Psychologin Ann- Kathrin Scheerer. Aber eben nicht nur gelesen, sondern auch selbst erfahren.
    Was muss noch passieren, damit es einer merkt?
    Krippe macht viele krank, Kleinstkinder und Erzieher!!

  • Wir sollten Kindern in den ersten drei Jahren einen Platz in ihrer Familie organisatorisch und finanziell sichern. Wenn wir Eltern kleiner Kinder per Finanzdruck in Berufstätigkeiten locken oder zwingen, können sie ihre unersetzlichen elterlichen Arbeitsleistungen (liebevolle Fürsorge, Bindung, Vertrauensbildung)nicht ausreichend und nachhaltig erbringen. An den Zahlen der Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung kann man die veritable Ausbeutung von Eltern klar ablesen, und dass sich Mütter und Väter ihrer Rolle zunehmend ungewiss sind, spüren wir in Form der niedrigen Geburtenzahl und –rate.

    Unsere derzeitige "Familienpolitik" verhöhnt geradezu ihre Bezeichnung, wir exerzieren eine Familienabschaffungspolitik, und Jauch, Handelsblatt und andere scheinen dies nicht zu bemerken.

    Die Weigerung, familiäre Arbeitsleistungen zu entgelten gepaart mit der Forderung nach mehr Krippenbetreuung mag aus Sicht der Wirtschaft vorteilhaft erscheinen, weil kurzfristig Arbeitskraftreserven bei jungen Eltern für andere Felder locker gemacht werden, beutet Eltern aus (Doppelarbeit bei Einfachbezahlung) und ist zudem mit dem Kindeswohl unvereinbar, weil Krippenbetreuung - messbar! - so stressbelastend für U3-Kinder ist, dass sie an Kindesmisshandlung grenzt. Sie wussten das noch gar nicht? Überzeugen Sie sich selbst, die wissenschaftliche Basierung dieses für manche schockierenden Vergleichs wird zwar politisch unterdrückt, lässt sich im Internet aber finden, z.B. im Fachportal Bildung und Seelische Gesundheit.

  • Was Opa von der Sendung hält, kann man bei Opas Blog (www.opas-blog.de) nachlesen.

  • @Zappzero
    hier Antworten auf Ihre Fragen:
    "...vielleicht bekommen kinderlose ja eine rente, weil sie für die rente der vorherigen generation einzahlen?"
    Antwort: Nein, dies kann noch keinen eigenen Anspruch schaffen.
    Wie Sie richtig erkannt haben, haben auch Kinderlose in die Rentenversicherung eingezahlt und damit die Rente der vorherigen Generation, d.h. ihrer Eltern, finanziert. Die Rente, die die Kinderlosen erhalten, wird aber von der Kindern anderer Leute finanziert.

    "vielleicht bekommen kinderlose ja eine rente, weil sie für die krankenversicherung, kitas, schulen, steuererleichterungen der kinder und eltern anderer mitbezahlen?"
    Richtig ist, dass Kinderlose die Krankenversicherung für Kinder, Kitas und die Schulen mitfinanzieren.
    Und deshalb haben auch Kinderlose einen Anspruch darauf, dass Krankenversicherung und Pflegeversicherung, die im Alter ebenfalls von den Kindern anderer Leute finanziert wird, die Kinderlosen unterstützt. Im übrigen sind gerade viele Familien mit mehr als 2 Kindern gegen Kitas. Grossfamilien benötigen keine steuerfinanzierten Kitas, haben sie die Kita doch schon zuhause.

  • Diesen Artikel konnte ja nur eine, offenbar stramm feministische Frau, schreiben.
    Meine Sicht der Sendung:
    Jauch war mehr als ungehöirg zu Blüm. Auch Jauch sollte sich mehr mit den Fakten beschäftigen bevor er eine Sendung macht und dann jemanden so anmacht.
    Und Frau Kraft war nur frech. Die Frau wird überheblich. Die soll lieber mal richtig regieren anstatt durch Talk-Shows zu tingeln und ihre sog. "Kraft-Tage" zu machen, die niemand braucht
    Blüm hatte doch Recht. Es wird doch unser ganzes Leben nur noch der Wirtschaft unterstellt.
    Aber in Detuschland ist ja der Trend, dass Familie pfui ist und nur der Staat für die Kinder sorgen kann, sie gleich schön auf Linie bringen.
    Die Frauen selbst machen sich doch zu Gebährmaschinen, mit dieser Aussage vor einiger Zeit hatte Bischof Mixa doch Recht.
    Früher hieß es mal Kinder für den Führer, heute Kinder für die KITAS, also für de Staat
    Aber auch die Ansprüche von vielen Bürgern sollten mal überdacht werden.
    Wenn ich Kinder habe, muß vielleicht das dämliche Urlaub fahren mal ein wenig zurückstehen.
    Die jungen Paare wollen alles, schon mit 25 das Haus, verschulden sich bis in die Haarspitzen, jedes Jahr aber trotzdem die Fernreise, das sind nämlich die Hauptgründe dafür, dass Frauen heute wie wild ganztags arbeiten wollen und für die Kinder soll dann mal gefälligst der Staat sorgen.
    Wie sagte Roman Herzog mal?
    Es muß ein Ruck durch Deutschland gehen, ja, das stimmt, ein Ruck muß sowohl durch die Politik wie aber auch durchs Volk gehen.
    Wenn ich ein schönes Haus habe, was ich abbezahlen muß, kann ich prima auf der Terasse, im Garten Urlaub machen.
    Mit den Kindern mal ins Umland, so lernen sie auch ihre Heimat kennen usw.
    Diese Leute die heute nach KITAS kreischen schon für die Neugeborenen, werden sich wundern, wenn sie mal älter oder alt sind, da kommt Sohn oder Tochter eben nicht alle paar Wochen, warum auch? Es ist ja keinerlei Bindung da

  • Rene
    ja schlimm für Sie, nicht wahr?
    Also wenn das so ist, dann kann man doch gleich den Lebensborn wieder einführen.
    KLinder auf befehl und sofort in die sozialistische Staatserziehung.
    Es geht ja schließlich überhaupt nicht, dass Mütter sich liebevoll um Kinder kümmern

  • Super_Nobbi
    Irrtum, die Rente wäre sicher, wenn nicht so viele Politikr da drin rumgrapschen würden und wenn nicht Millionen Rente beziehen würden, die nie eingezahlt haben und Kohl die Rentenvers. nicht benutzt hätte, um die Einheit zu finanzieren
    Erst schlau machen und dann schreiben.

  • Vicario - Zustimmung
    Selbst der Presseclub oder der "überparteilich und inhaltlich ausgewogene" Sender Phoenix behandelt parallel dazu die gleichen Themen.

  • Vicario - Zustimmung
    Auch der Presseclub oder der "überparteilich und inhaltlich ausgewogenene" Sender Phoenix behandelt pararell dazu die gleichen Themen.

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