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TV-Kritik Lanz Whiskykauf ist keine Schnapsidee

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Altersarmutswelle durch Niedrigzinsen?

Wer erwartet hatte, Waigel und Marc Friedrich würden in ein Streitgespräch verwickelt, wurde enttäuscht. Zwar titulierte Lanz Waigel auch als "Vater des Euro" - aber eher, um die Anekdote loszuwerden, Waigels Sohn habe einmal gesagt, er wolle aber nicht der Bruder des Euro sein. Solche aus allen möglichen Kontexten  zusammengetragenen Geschichten hat Lanz viele auf seinen Karteikarten stehen, und wirft sie auch allesamt in seine Runden.

"Der Euro ist auch heute noch stärker als die D Mark bei ihrem Abschied", sagte Waigel. Dann umriss Friedrich Thesen seines Buchs: dass das Haltbarkeitsdatum des Finanzsystems mit der Lehman-Pleite abgelaufen sei und die Politik, indem sie Schulden mit Schulden bezahlt, das Problem in die Zukunft verschiebe. 45 Millionen Amerikaner könnten "nicht von ihrer Hände Arbeit leben". Einige finanzpolitische Maßnahmen in den USA würden greifen, wandte Waigel ein. Zu seiner Zeit habe der US-Finanzminister zwar über den Dollar gesagt:" Theo, it's my currency - and your problem". Heute aber würden der Euro und der chinesische Renminbi immer wichtiger. Mehr Streitgespräch war nicht.

Stattdessen war das Stichwort "Altersarmutwelle durch Niedrigzinsen" für den Moderator Anlass, nach Nutzwert fürs Publikum zu fragen. Wie soll man heute Geld anlegen? "Raus aus Papierwerten, rein in Sachwerte", riet der Buchautor gerne, in Aktien, aber auch in "Land, Wald oder Streuobstwiesen".

Lanz hat erkannt, dass Friedrich Immobilien nicht nannte, obwohl sie doch Sachwerte sind. Der Immobilienmarkt bilde bereits eine Blase, lautete die Antwort. Das also muss man Lanz lassen: Von seiner Redaktion gut gebrieft, versteht der Moderator über so gut wie jedes Thema in jeder Konstellation ein paar Takte lang zu reden.

Auch aus Friedrichs Buch (das er mit dem Satz, es sei "interessant", darin "zu schmökern" lobte) hatte er noch eine hübsche Anekdote parat: die Anregung, Whisky als Geldanlage zu kaufen. "Ist das ernst gemeint oder eine Schnapsidee?", fragte er. Solche meist wohl von Gagautoren geschriebenen Wortspiele, die in der letzten "Wetten, dass..?"-Ausgabe vor dem großen Publikum verpufft waren, tun in der kleineren Runde der werktäglichen Talkshow ihre Wirkung. Alle lachen, dann kann die liebenswerte Frohnatur Lukas Podolski vom "bewegendsten Moment" der Weltmeisterschaft berichten, aber auch von seinem Anliegen, der "Lukas-Podolski-Stiftung" für sozial benachteiligte Kinder.

Parallele zu Pegida-Demonstrationen
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3 Kommentare zu "TV-Kritik Lanz: Whiskykauf ist keine Schnapsidee"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich fand den Auftritt von Herrn Friedrich richtig gut und gelungen. Wie immer überzeugend, verständlich und sympathisch. Diesmal hatte ich sogar den Eindruck, daß Lanz tatsächlich das Buch gelesen und verstanden hat. Er war sehr gut im Thema drin und scheint es auch so zu sehen.

    Waigel hatte Friedrich die ganze Zeit im Blick und suchte ständig dessen Bestätigung und Augenkontakt.

    Eine Diskussion zum Euro wäre spannend gewesen aber ist nicht im Sinne dieses Formats.

    Aber man sollte die beiden mal in eine andere Sendung einladen und aufeinander loslassen - Hart aber Fair oder so.

    Bin mir sicher Waigel würde untergehen so wie Hellmeyer bei "3 nach 9" gegen Weik und Friedrich.

  • Diee Sendung ist was für Dumme

  • Das Waigel-Friedrich Thema hätte mich brennend interessiert, war aber zu spät. Im Nachhinein scheine ich da nichts verpasst zu haben – „Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag“ scheint weiterhin seine Berechtigung zu haben.

    Eine der überflüssigsten Sendungen in D, zum Zeit totschlagen für Schlafgestörte.

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