TV-Kritik Maybrit Illner „Europa muss sich von Amerika emanzipieren”

Russland oder Amerika? Sind die transatlantischen Leinen spröde geworden? Maybrit Illner lud zur Diskussion über das Thema mit hochkarätiger Besetzung. Als die Sendung Fahrt aufnimmt, ist sie vorbei.
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SPD-Elder Statesman Egon Bahr Quelle: dpa

SPD-Elder Statesman Egon Bahr

(Foto: dpa)

Gerade wird Geschichte geschrieben. Nicht nur in der Ukraine, auch in der Neuordnung der Ost-West-Beziehungen. Angestoßen hat das vor allem der russische Regierungschef Wladimir Putin. Die Schlüsselposition hat dabei Deutschland inne. Kein anderes EU-Land unternimmt derzeit mehr diplomatische Anstrengungen im Ukraine-Konflikt. Am Ende wird es vor allem um eine Frage gehen: Amerika (NSA-Affäre, Guantánamo, Irakkrieg) oder Russland (Krim-Annexion, Schwulen-Hetze, Bruch des Völkerrechts).

Genau darüber versuchte Maybrit Illner am Donnerstag zu diskutieren. Ihr Thema: „Putin-Versteher oder Amerika-Freund – muss Deutschland sich entscheiden?” Trotz hochkarätiger Besetzung, wie Egon Bahr, Friedrich Merz oder Gregor Gysi blieb die Frage mehr als ungeklärt. Anfangs erstickte die Moderatorin viele gute Ansätze im Keim, später ging es drunter und drüber, trotzdem ließ Illner ihre Gesprächspartner gewähren - für die Zuschauer undurchsichtig.

Dabei geht es um viel: Die Folgen einer Wiederbelebung des Ost-West-Konflikts sind unkalkulierbar, für die Sicherheit Europas und die im nahen und mittleren Osten. Für Gysi, der bereits nach sechs Minuten Sendezeit zum Ersten Mal den Begriff „Kalter Krieg” fallen lässt, liegt der Schlüssel in Russland: „Eines müssen wir in Europa doch begreifen. Wir kriegen Sicherheit nur mit Russland”, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei mit erhobener Hand.

Jedenfalls scheinen sich die Deutschen sicher zu sein, dass die USA zumindest kein Partner für Sicherheit mehr darstellt. Laut einer Umfrage von infratest dimap, die Illner in der Sendung präsentierte, halten 61 Prozent der Deutschen Amerika nicht mehr für einen vertrauenswürdigen Partner. Vor einigen Jahren sah das noch anders aus.

Heute würde Merkel für Härte gegenüber Obama mehr Lob bekommen als gegenüber Putin, konstatierte Illner. Für Egon Bahr (SPD), der vor 50 Jahren den Satz „Wandel durch Annäherung” in der deutschen Ostpolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt prägte, ist klar, dass sich Europa von Amerika emanzipieren müsse. „Das macht jeder junge Mensch von seinen Eltern”, erklärte der 92-Jährige. Dies heiße noch lange nicht, so Bahr, dass man sich dadurch von seinen Eltern distanziere. 

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14 Kommentare zu "TV-Kritik Maybrit Illner: „Europa muss sich von Amerika emanzipieren”"

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  • Mir ist spätestens seit der Maidan-Grinse-Fratze vom US-Falken McCain klar geworden, dass deren Würgegriff über die westliche Gesellschaft vollumfänglich ist.

    Die Vasallenhörigkeit einer Merkel ist an Unterwürfigkeit wohl kaum mehr zu unterbieten, die EU ebenfalls eingesackt.

    Wir brauchen wohl neuartigere 'Instrumente', um mit dieser Gefährdung umgehen zu können.

    Diese hier vielleicht:

    https://www.youtube.com/watch?v=iH9JgTIa_jc

  • Als Nachtrag zur real-existierende Meinungs-/Pressefreiheit im "freien Westen", hier ein Clip (2min) von einer MONTAGS-DEMO. Dort spricht eine wegen möglicher "Feindpropaganda" (sie hat mal für einen russischen Sender gearbeitet) geschaßte Zeit-Online-Journalistin (Zeit ist eine Schwester-Zeitung des HB):

    http://www.youtube.com/watch?v=2SLJYqQ2STc

    Also, liebe HB-JournalistInnen, macht bloß nicht den Fehler mal für einen "Feindsender" zu arbeiten bzw. entfernt selbiges aus Eurem Lebenslauf, auch Praktika.

    Wer solche Kollegen/Vorgesetzte hat, der braucht (NOCH) keine staatliche Zensurbehörde. "NOCH" habe ich in Klammern gesetzt, weil sich die Zeiten ändern: immer mehr Leute wachen aus der Matrix in der Realität auf und immer mehr wehren sich. Die EUdSSR ist übrigens daher schon einen Schritt weiter in Richtung Zensur und arbeitet DERZEIT BEREITS an Gesetzen zu "Meinungsverbrechen".

  • Wenn Bahr die Geschichte Amerikas kennen würde, dann wüsste er, dass Amerika überwiegend aus Auswanderern aus Europa besteht. Alleine 40 Millionen Amerikaner haben einen
    Stammm nach Deutschland. Daher ist sein Gerede Ouatsch Amerika hat sich abgenabelt als Sohn oder Tochter wie man will.

    Die Sendung war langweilig und nur der Hinweis in der Runde von mir auch vor Wochen schon gebracht, dass man versuchen sollte Königsberg abstimmen zu lassen ob das Land nach Deutschland will, wo es hingehört war gut. Ansonsten Blah Blah von Unwissenden die nichts verstehen von Gesten, Traditionen,die jedes Volk braucht um sich zu identifizieren.

  • Gysi : „ ... Deutschland sei ein souveränes Land ...“

    Das sollte man als Wink mit dem Zaunpfahl verstehen. Gerade Gysi hatte im Bundestag schon mehrmals darauf aufmerksam gemacht (auch Schäuble und Gabriel), dass die BRD Finanzagentur GmbH kein souveränes Land ist, sondern immer noch von den Alliierten besetzt, die Westzonen verwaltet!, und das Kriegsrecht der Alliierten das Grundgesetz überlagert. Nur die SU hatte anno 1990 ohne Gegenleistung auf ihr Besatzungsrecht verzichtet.

    Wir können also überhaupt nicht souverän entscheiden, sondern müssen die (An)weisungen aus Washington umsetzten. Nicht mehr und nicht weniger.

  • @real.ist

    Was die "Regierung" angeht, so hat User "Compact-...." ja schon die Antwort gegeben (siehe sein Kommnetar). Was die deutschen Leid-Medien angeht:

    Es ist ein offenes Geheimnis daß die deutschen Leitmedien von den USA gesteuert sind. Insbesondere die Bildzeitung scheint laut A. v. Bülow von der CIA gegründet worden sein:

    http://www.youtube.com/watch?v=t0fCpXVWKRU
    "Andreas von Bülow gehörte viele Jahre der Parlamentarischen Kontrollkommission der Nachrichtendienste an. Hier spricht er über die deutschen Medien, die allesamt nach 1945 gegründet, amerikanische Presse-Lizenzen bekommen, Verträge über nur positive Berichterstattung über USA und Israel unterschrieben und von CIA geleitet wurden."

    Die wichtige Frage, die jeder für sich selbst beantworten kann, ist jetzt, wieviel Kontrolle haben die Amis heute noch?

    Vermutlich immer noch die totale Kontrolle, denn die damaligen Presse-Konzerne der Nachkriegs-Kollaborateure dominieren heute noch die deutsche Medienwelt. Zudem ist die unverholene Kriegshetze der deutschen Medien, die schon in etwa zur Zeit der Vorbereitung des Libyen-Angriffskrieges einsetzte und seitdem anhält (gegen Syrien, jetzt Rußland) ein guter Hinweis darauf, wer weiterhin die Fäden in der Hand hält. Übrigens auch bei den früher angeblich regierungskritischen Medien, wie z.B. einem heute eher als Regierungsblatt fungierenden ehemaligen Nachrichtenmagazin, entsprechend dem Horkheimer-Konzept:

    »Man muß eine Elite schaffen, die ganz auf Amerika eingestellt ist. Diese Elite darf andererseits nicht so beschaffen sein, daß sie im deutschen Volk selber kein Vertrauen mehr genießt und als bestochen gilt.« Max Horkheimer, Vordenker der 68er, führender Kopf der Frankfurter Schule, Empfehlungs-Memorandum für den US-Geheimdienst.

  • Im Gegensatz zu unseren heutigen Politdarstellern (User-Interface zur Verbreitung von Mythen) war Egon Bahr in seiner aktiven Zeit ein Politiker von Format und mit Durchblick. Von ihm stammt auch der Satz:

    „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt hat.“ - Egon Bahr.

  • Ich habe diese Sendung auch gesehen...
    Eins hat mich total umgehauen:
    die ukrainische Autorin / Fotografin sagt doch glatt "Deutschland soll aus Solidarität zu den Ukrainern Russland sanktionieren!"
    - da war ich paff...wie wäre es denn, wenn die aus Solidarität zu uns, mindestens die gleichen Preise für Gas / Strom usw. zahlen? Oder noch wichtiger, wie wäre es wenn die Ukrainer aus Solidarität zu uns anfangen zu arbeiten - 40 Stunden / Woche!?
    Ausserdem (Aussage von der Ukrainerin) soll doch die Europa das ukrainische Volk sozial aufgreifen (denn putinische Propaganda veränstigt Ukrainer Zitat:" in Europa seid ihr weiterhin selbst für euch verantwortlich" (sozial)? - ???
    wer von unseren Politikkaspern hat es den Ukrainer versprochen, Gott bewahre wenn es jemand tut. Ich
    kenne nur eine Mathematik: nur was man in die Kasse reinlegt - kann auch rausgenommen werden. Bin zu dem Entschluss gekommen, entweder sind Die im denken noch im kommunistischem System oder wir (Deutschland) sind total bescheuert.

  • Dass die heutige Krim Krise vom Westen ausging und Deutschland sich von Russland distanzieren, ja sogar bekämpfen solle, dient einzig dem Nutzen und Zweck der USA.

    Die deutsche Politik mitsamt Medien ist dabei willfähriger Erfüllungsgehilfe und dabei anscheinend ernsthaft der Ansicht, damit für das "Gute" zu kämpfen.

    Die deutsche Regierung weiß mit Sicherheit (dem gesunden Verstand nach zugrundelegend), dass sie mit ihrem handeln nur den Interessen einer anderen Macht willfährig zu Diensten ist, zum Schaden und Nachteil des eigenen Landes.

    Bewiesen ist damit, dass die deutsche Politik weder für die Interessen des deutschen Volkes eintritt, noch dem geleisteten Amtseid folgend, zum Wohle und Nutzen Deutschlands zu handeln bereit ist.

    Wir befinden uns nicht nur in einer Scheindemokratie, sondern leben in einem gigantischem Spinnennetz von Lug und Betrug.

  • Amerika (NSA-Affäre-Bewiesen und von amis Ignoriert, Guantánamo-Menschen werden gefoltert ohne Anklage! , Irakkrieg- Das ist Völkerrechtsbruch!!!)

    Russland (Krim-Annexion (Volksabstimmung???), Schwulen-Hetze (es ist nur verboten Kinder und Jugentliche mit dem Thema zu konfrontieren! ), Bruch des Völkerrechts- welches Völkerrecht? das was EUSA alle Paar Jahre bricht und nach ihren Interessen auslegt?)


    Für mich klar RUSSLAND+DEUTSCHLAND

  • Zitat : Maybrit Illner lud zur Diskussion über das Thema mit hochkarätiger Besetzung.

    - wenn man Ihre hochkarätige Besetzung anschaut...

    den arroganten , sprücheklopfenden Ami-Lügner,

    das naive ukrainische Mädchen, bei der die Qualifikation wie bei der Weißband, die auch immer wieder in Talk-Shows auftaucht, darin besteht, dass sie in der Ukraine geboren ist ( :- ),

    den Dampfplauderer März, der bei seiner Bierdeckel-Weisheit auch besser geblieben wäre,

    dann graust es einen !

    Die einzigen mit etwas Sachverstand waren der vergreiste Bahr und der Linken-Clown Gysi.

    Illner selbst ist eine unterentwickelte Selbstdarstellerin, die weder Sachverstand bei ihrer Runden aufweist noch moderieren kann. Ihr dämliches Dauergrinsen geht einem schon nach 10 Minuten auf den Wecker !

    Fazit : diese Talk-Runde ist eine vergeudete Zeit !

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