TV-Kritik zu Maybrit Illner Von „grünen Träumereien“ und Atom-Milliarden

Deutschland will aus der Kernenergie aussteigen. Einen Monat nach dem Super-GAU in Fukushima wird über die finanziellen Folgen diskutiert. Zeit für eine Rechenstunde in der Talkshow von Maybrit Illner.
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Maybrit Illner im Gespräch mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Quelle: Screenshot ZDF

Maybrit Illner im Gespräch mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).

(Foto: Screenshot ZDF)

DüsseldorfSeit der Katastrophe von Fukushima herrscht Einigkeit: Die Deutschen sind zu einer Nation von Atomkraftgegnern geworden. Die seit den 1980er Jahren nur selten gesichtete Anti-Atomsonne strahlt wieder überall. Politiker, die vor Kurzem noch Laufzeitverlängerungen durchgesetzt haben, wollen einige Explosionen in Fukushima später nichts mehr von Atomkraft wissen – von christdemokratisch bis links ist man einer Meinung: Der Ausstieg kann gar nicht schnell genug kommen.

Doch mittlerweile ist seit dem Super-GAU in Japan ein Monat vergangen. Und kaum, dass sich die radioaktiven Rauchwolken von Fukushima und die dazugehörige Betroffenheit in Deutschland etwas zerstreut haben, sieht das ganze Thema schon wieder komplizierter aus: Die Sache dürfte nämlich ziemlich ins Geld zu gehen. Zeit also für eine Rechenstunde mit Maybrit Illner: „Atom-Angst: Wie teuer kommt der schnelle Ausstieg?“, so lautete die Textaufgabe am Donnerstagabend.

Doch die Gleichung ging nicht auf – zunächst schleuderten sich die Gäste allerhand auswendig gelerntes Zahlenmaterial um die Ohren. Später franste die Diskussion zusehends aus; statt um die konkreten Folgen der Energiewende für Steuerzahler und Wirtschaft ging es unter anderem um die schöne Tugend Ehrlichkeit, um Schweinswale und Schloss Neuschwanstein.

Zunächst aber trabte RWE-Innogy-Chef Fritz Vahrenholt als Thesenreiter der Apokalypse in die Diskussion und warnte, dass in Deutschland womöglich bald die Lampen ausgehen. „Wir müssen das der Bevölkerung sagen, dass wir mit dem Feuer spielen“, sagte er mit zuckenden Augenbrauen. „Wir sind mittlerweile so auf Kante genäht, dass wir im Herbst ein Problem kriegen könnten.“

Norbert Röttgen ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen stellte der Bundesumweltminister unter Beweis, warum er in Angela Merkels Kabinett als „Muttis Klügster“ gilt. Mit langen Sätzen, nebulösen Argumenten und hübsch polierten Phrasen gelang es ihm, geschickt allen unangenehmen Fragen auszuweichen. Als Maybrit Illner wissen wollte, was er dagegen tun werde, dass es Berichten zufolge bereits im Mai erste Strom-Schwankungen geben soll, machte er wichtige Augen und formulierte: „Der Punkt ist der, dass der Einstieg in neue Energiepolitik möglich ist, aber das ist kein Spaziergang, sondern das ist eine Herausforderung.“

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17 Kommentare zu "TV-Kritik zu Maybrit Illner: Von „grünen Träumereien“ und Atom-Milliarden "

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  • es macht keinen Sinn, den Sinn einzuladen Er hat nichts verstanden, wenn er sagt, dass es in Japan aufgrund der Atomkatastrophe bisher keine Tote gab.
    Sehr zynisch

  • Stimme Ihnen voll zu. Frau Illners nervende jodelnde Kopfstimme, gepaart sind witzelnder Holprigkeit ist nur mit einem 6-er-Pack Guinness am TV zu ertragen.

  • Der Plaudertasche M.Illner fehlt jeglicher Bezug zum Thema Energie.
    Flotte Sprüche in Richtung Diskussionsteilnehmer sind ihr Markenzeichen und mit dem Wort Ehrlichkeit hat sie Probleme, weil mit dem Sprechen auch noch das Denken einbezogen werden muss.
    Irgendwann wird ein Diskussionsteilnehmer sprachlos, aber auch nicht kopflos diese Talkrunde kopfschüttelnd verlassen.
    Zum Glück hat der Zuschauer die Möglichkeit, sich per Knopfdruck zu verabschieden.

  • @Wolfram007
    "warum hat man die Zeit seit dem Ausstiegsbeschluss Anfang 2000 nicht intensiv genutzt die Infrastruktur für einen Umstieg zu realisieren"
    Weil die Lobbysten wussten, mit CDU-Politiker kann man alles zurückdrehen. Und ab in die Wahllokalen.

  • Ich nehme meine Kritik an der Aussage von Herrn Röttgen
    zurück. Im Hinblick auf die "energieintensiven" Betriebe
    ist seine Darstellung richtig.

  • UjUjUj :-). Ist ja gut, wenn ihr Deutsche wieder selbstbewuster wird. Exportweltmeister, Lena und Supermerkel. Fehlt nur noch die EM und WM.
    Aber aufpassen, wer hoch fliegt kann tief fallen. Wie war das nocheinmal mit dem Keltischen Tiger Irland? Vor der Krise waeren sie am liebsten aud der EU ausgetreten, weil sie den Kuchen nicht teilen wollten. Jetzt ist es ein Land geworden, das wieder Gastarbeiter liefert.
    Und USA, die sind so schell, flexibel und innovativ, das uns noch die Ohren flackern werden, wenn die wieder durchstarten.
    Also nocheinmal: Stolz sein ist gut (wenn berechtigt). Neid und Schadenfreude ist schlecht. Das muessen die Europaeer, vor allem Deutsche und Oesterreicher lernen. Sonst wird es mit der EU und dem € nicht gut enden...Im Englischen existiert Schadenfreude nich einmal im Vokabular :-) Die USA sind eben Macher, und nicht Jammerer.

  • und wo sind jetzt die Zahlen, Daten, Fakten?

    daß bei den interessanten Themen wie der volkswirtschaftlichen Nachfragefinanzierung (stagnierende bis sinkende Arbeitseinkommen plus Schuldenbremse soll Wirtschaftswachstum erzeugen;
    Ein Land wie Deutschland lebt vom Bildungsniveau seiner Bürger - aber Bildung können sich immer weniger Menschen leisten;
    oder jetzt die Energieproblematik: Wieviel off-shore Windkraft wäre bis wann möglich, welche HGÜ-Trassen denkbar, oder besser dezentralisiert, usw. usf.)

    Aber was man bekommt sind keine klaren Zahlen, Daten, Fakten,
    sondern: seichtes Gewäsch und Gelabere.

    ... und auch das Handelsblatt macht dabei eifrig mit.


    Die etablierten Oligopole in Politik und Wirtschaft möchten keine Veränderung;

    wer in der Position ist, Veränderung hervorrufen zu können,
    hat gar kein Interesse daran, daß sich etwas ändert.


    -q.e.d.

  • Unsere heutigen Einsteins haben mit denen von vor 80 Jahren nichts mehr gemeinsam.

    Sie denken nicht mehr, sondern sie anallysieren nur noch!

    Fakt ist folgender:

    2009 war China Export-Weltmeister.
    2011 ist wieder Deutschland Export-Weltmeister.

    Denn, folgende Schätzungen stehen im Raum:

    China soll in 2011 für 1508 Mrd. US-Dollar exportieren
    Deutschland soll in 2011 für 1046 Mrd. Euro exportieren

    Aktueller Kurs EUR/USD liegt bei 1.45. Mit besseren Aussichten für den Euro in 2011.


    Da kann ich schon verstehen, dass sich der eine oder andere im Ausland in den Ellenbogen beißt - vor allem wenn er/sie vor paar Jahren ausgewandert ist.

  • Eines will mir dann doch nicht in den Kopf. Bereits Anfang der 2000er Jahre hat rot grün den zeitlichen Rahmen für den Ausstieg gesetzt. Verlängerung hin oder her, warum hat man die Zeit seit dem Ausstiegsbeschluss Anfang 2000 nicht intensiv genutzt die Infrastruktur für einen Umstieg zu realisieren. Ich meine Stromtrassen, Pumpspeicherwerke, Gaskraftwerke u.s.w.. Am Ende haben sich doch alle nur in ihrem eigenen Geschwätz gesonnt und hier besonders die Grünen!
    Jetzt wo man wirklich umsteigen will, werden die Probleme benannt. Am Ende dauert unser Ausstieg länger als von rot grün und schwarz gelb geplant.
    Gute Besserung

  • http://dejure.org/gesetze/EEG/40.html


    Ich hoffe, dass Du der deutschen Sprache mächtig genug bist, um ein Gesetzestext lesen zu können.

    Ausserdem müssen die großen Versorger ihren erneuerbaren Strom an der EEX vermarkten.

    Aktuell liegt an der EEX der Strompreis bei 58 €/MWh.
    Bei 58 €/MWh lag zuletzt der Strompreis Anfang 2006.

    D.h. dass alle energieintensiven Unternhmen hier Strom zum o.g. Preis kaufen können.

    D.h. auch, dass an der Wettberwerbsfähigkeit ernergieintensiver Unternehmen sich seit 2006 nichts grundlegendes verändert hat. Es sei denn, dass diese seit 2006 noch energieeffizienter produzieren können.
    Die aktuelle Explosion der Exportumsatzes könnte ein Hinsweis darauf sein.

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