Überraschender Truppenbesuch Merkel spricht von „Krieg“ in Afghanistan

Bei ihrem Blitzbesuch in Afghanistan spricht Angela Merkel aus, was viele denken: Es herrscht Krieg am Hindukusch. Das Gespräch mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai brachte wenig Konkretes. Überschattet wird die Reise vom Tod eines Bundeswehrsoldaten.
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HB BERLIN/KUNDUS. Bei einem überraschenden Blitzbesuch in Afghanistan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit deutlichen Worten vom „Krieg“ am Hindukusch gesprochen. Im Feldlager der Bundeswehr in Kundus sagte die CDU-Politikerin am Samstag vor mehreren hundert Soldaten: „Wir haben hier nicht nur kriegsähnliche Zustände, sondern Sie sind in Kämpfe verwickelt, wie man sie im Krieg hat.“ Seit Beginn des Einsatzes sind in Afghanistan 45 deutsche Soldaten ums Leben gekommen, 27 von ihnen starben bei Anschlägen und Gefechten.

Merkel betonte: „Das ist für uns eine völlig neue Erfahrung. Wir haben das sonst von unseren Eltern gehört im Zweiten Weltkrieg.“ Das sei aber eine andere Situation gewesen, weil Deutschland damals der Angreifer gewesen sei.

Die Kanzlerin dankte den Soldaten für ihren Einsatz. „Wir wissen, dass das eine extrem gefährliche Sache ist und sich viele noch lange nach dem Einsatz damit rumplagen, was sie hier erlebt haben.“ Bei einem Gespräch mit Soldaten, die an den schweren viertägigen Gefechten im vergangenen Monat gegen Taliban im gefährlichen Distrikt Chahar Darreh beteiligt waren, sagte die Kanzlerin zur Schilderung der Kämpfe: „Das ist etwas, was wir bisher nur aus Kriegsbüchern kannten.“

Das militärische Engagement am Hindukusch diene auch der Sicherheit Deutschlands, bekräftigte Merkel. „Ohne Sie könnten wir nicht so sicher leben, und das müssen wir den Menschen auch sagen“.

Sie räumte ein, dass die Bevölkerung den Einsatz „zum Teil skeptisch“ sehe – „und trotzdem ist sie stolz auf Sie.“ Am Ehrenhain in Kundus gedachte sie der im Einsatz getöteten deutschen Soldaten.

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24 Kommentare zu "Überraschender Truppenbesuch: Merkel spricht von „Krieg“ in Afghanistan"

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  • Außenpolitik ist in Deutschland leider ein Stiefkind, weil es dabei nicht nur ,aber vor allem um interessenswahrnehmung geht. Lobsüchtig wie man ist, ist man eher darauf aus, möglichst viel davon einzuheimsen, vor allem von US-amerikanischer Seite.

    (Wie man dann beurteilt wird,steht auf einem anderen blatt).
    Dabei nimmt die US-Politik oder zumindest sehr einflussreiche US-Kreise selten oder keinerlei Rücksicht auf europäische belange, was man bei der jüngsten amerikanische Spekulation gegen den Euro sehr eindrucksvoll zu spühren bekommen hatte. Es müssen sich nur ein paar Hedge-Fond Leute in New York zusammensetzen und schon bekommt der Euro die Grippe.
    Frau Merkel sollte zumindest einen Kuhhandel versuchen etwa dergestalt, ihr beendet die Spekulation gegen den Euro und wir bleiben noch ein bißchen in Afghanistan. Zwar geht es hier leider auch um Menschenleben aber Politik ist leider.....
    mehr möchte man dazu nicht sagen.
    Für den einzelnen gilt immer, rette sich wer kann.

  • Deutsche Soldaten sterben in Afghanistan für US-amerikanische geostrategische interessen. Ob diese interessen mit europäischen und deutschen interessen identisch sind, sollte zumindest einmal sauber analysiert werden. Das sind wir den Soldaten und Soldatinnen in Afghanistan schuldig. Wegsehen und betretenes Schweigen und Desinteresse ist gob fahrlässig.
    Zur identität der interessen:Die Niederländer, ein kluges Volk von Händlern und Seefahrern ,glaubt nicht an diese interessensidentität und hat sich deshalb aus Afghanistan zurückgezogen. Dieses kluge Handeln sollten wir uns einmal näher ansehen.
    Fröhliche Weihnachten.

  • Die Amerikaner lernen aber sie werden schneller lernen müssen und zwar in dem Maß wie ihr weltpolitischer Einfluss sich verringert dank des Aufstiegs von China und ihrer eignen schlechten inneren Verfasstheit. 10% Arbeitlose, verarmte völlig überschuldete Mittel- und Unterschicht, extreme Ungleichverteilung arm-reich.innenbezogenheit breitester bevölkerungsteile ohne zu wissen was in der Welt passiert (Tea-Party),dadurch falsche Politik. Das Larmento lässt sich beliebig verlängern. Deutschland befindet sich allerdings nicht in einer unabhänigen Lage wie etwa brasilien, indien, China, die arabische Golfstaaten und andere und muß deshalb auch in der Afghanistanpolitik und auf vielen anderen Politikfeldern larvieren. Das sollte man bitte nicht vergessen und in seinen Überlegungen mitberücksichtigen.

  • @C. Solitär
    Völlig richtig. Es geht um Rohstoffe, Rohstoffausbeutung und deren Sicherung wie, Altbundespräsident anläßlich seines Afghanistanbesuches dankenswerterweise sehr deutlich gesagt hat. Es geht nicht um brunnenbohren, Entwicklung im ländlichen Raums dergleichen mehr. Das sind nur begleitumstände.
    Es geht auch nicht um Kinder, die in badesandalen im Schnee herum stehen ,wie ein Kommentator beklagte. Die Afghanen sind ein hartes Volk, die hart erzogen werden. Wer einmal Z.b.einmal im Hochland von Tibet war und die dortigen Lebensumstände der Landbevölkerung und der Hirten kennt
    weiß wovon ich rede. "Andere Völker andere Sitten"
    Lange Rede kurzer Sinn: Frau Merkel sollte den Mut aufbringen und auch den einfachen Soldaten sagen worum es geht und nicht ständig um den heißen brei herumreden Herr Köhler hatte diesen Mut, man hat es ihm schlecht gedankt.Warum? Weil man die Wahrheit zu ertragen ,nicht in der Lage zu sein scheint.
    Und im übrigen: Nichteinmischung in die belange anderer Völker und wenn die innere Konfikte haben abzuwarten wer die Oberhand behält und mit dem dann gute beziehungen pflegen und Geschäfte machen,
    ist allemal für ein mittleres Land wie Deutschland besser als die US-Rambopolitik .Sie lernen es schwer aber sie werden es wohl oder übel lernen müssen. ihnen das zu erklären wäre echte deutsch-amerikanische Freundschaft.

  • Deutschland ist ein Rohstoffarmes Land. Das bedeutet doch, dass unsere Politiker begreifen müssen, dass die Zeiten vorbei sind, in dem man sich diese mit Gewalt holt. Um so mehr sollten die nach dem Grundsatz handeln, "Die Hand die man nicht abhacken kann muss man schütteln". Das sollte doch auch der dümmste Politiker/in verstehen. Oder ist das so schwer?

  • in Afghanistan sind erst "kürzlich" riesige Rohstoffvorkommen entdeckt worden. Wahrscheinlich kennt man sie schon etwas länger.
    Wer hier den Fuß in der Tür hat, kommt zum Zug.
    Die Russen haben es versucht und sind auf die Nase gefallen mit kräftiger Nachhilfe der Amerikaner für diejenigen, deren Söhne und Enkel jetzt gegen sie selber zu Felde ziehen.Es ist gar nicht ausgeschlossen, dass das stolze, harte und auf seine Unabhänigkeit bedachte Volk der Afghanen, das zudem noch aus vielen Völkerstämmen besteht, die ihrerseits ihre Unabhänigkeit lieben, auch die US-Amerikaner und die Europäer vor die Tür setzt und seine Angelegenheiten selber regelt. Wenn sich die Waage zugunsten der Taliban senkt, wird man sofort überschwenken. Das ist die Lage. im Hintergrund winkt China. Dass auch die Sicherheit in Deutschland bedroht ist gehört in die Kategorie, wir verteidigen Deutschland am Hindukusch. Wesendlich wahrscheinlicher ist der alte einleuchtende Grundsatz: "Wer mir nichts tut, dem tue ich auch nichts."

  • @Wolfgang 11
    Sehr wahr und sehr richtig.Es geht in Afghanistan nicht um "Terrorismusbekämfung", das sich "Einsetzen" für die Rechte von Frauen und Kindern , für die instalierung einer Demokratie nach bekannten Vorbildern, weder um Kampf gegen die Korruption noch gegen die Opiumbarone oder sonst etwas. Es geht ausschließlich um Rohstoffe, deren Ausbeutung und gesicherte Transportwege und um geopolitische interessen der US-Amerikaner im Spannungsbogen iran, Afghanistan ,Pakistan China.
    Das erkennt doch jeder,der nur halbwegs in der Lage ist, sebständig zu denken, also immerhin noch ein beträchtlicher Teil der deutschen Gesellschaft,den man aufhören sollte für dumm zu verkaufen.
    bP Köhler hat mal ein schüchternes Wort zu reden gewagt und wurde postwendend "zurückgetreten".Wenn der "durchschnittliche" deutsche Politiker glaubt,er habe es bei den "durchschnittlichen" deutschen bürgern mit lauter manipulierbaren blödianen zu tun, dürfte er sich schwer getäuscht haben und das nicht nur bei dem Krieg in Afghanistan sondern auch bei vielen anderen Politikfeldern.

  • Es war erklärte Politik seit Konrad Adenauers Zeit, dass von deutschen boden kein Krieg mehr ausgehen dürfe. So war aus die NATO ein rein auf Verteidigung ausgerichtetes bündnis.

    Mit der Machtübernahme der Viererbande (bush, Rice, Cheny, Rumpsfeld) in den USA und in Deutschland durch Rot/Grün wurde diese Doktrin in den Papierkorb entsorgt.

    Die Regierung Schröder/Fischer ist ohne Not ein einen sinnlosen und durch nicht gerechtfertigten Krieg eingetreten. Dieser Krieg ist weder durch die Amis - die haben so wie so nur Fußkranke als Soldaten - noch durch andere zu gewinnen.

    Es gab da den Struck, Verteidigungsminister der SPD, der behauptete dreist, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt werde. Was für ein Quatsch. ich bin davon überzeugt dass der nicht einmal wußte wo der Hindukusch gelegen ist. Und wie wir Tag für Tag sehen können, die Leute vom Hindukusch kuschen nicht, weder vor den Amis noch vor anderen.Daher ist es oberstes Gebot für eine verantwortlich handelnde Regierung die Jungs und Mädel sofort da raus zu holen.

  • Diese Frau ist schrecklich

  • Also ..liebe Angela Merkel mit diesen Aussagen zu Afghanistan bekommen ich Angst. Wir sind im Krieg, wie furchtbar und keiner hats gemerkt? Sie sehen jetzt zum ersten mal , dass da auch geschossen und gestorben wird. Sie waren doch auf bundeswehrbeerdigungen, kam da nicht mal der kleine Zweifel. Natürlich nicht, Deutschland darf keinen Angriffskrieg führen. Hätten sie doch mal die GRünen und die SPD gefragt,exelente Kenner des Grundgesetzes wird von beiden in völliger Dunkelheit nur gelesen.

    Die dümmste Aussage vor Soldaten aller Zeiten:

    Das ist für uns eine völlig neue Erfahrung. Wir haben das sonst von unseren Eltern gehört im zweiten Weltkrieg.

    Liebe Merkel standen sie bei der Aussage unter Feindbeschuss, oder haben sie die Soldaten nervös gemacht,weil sie nicht mit Spaten und Schaufeln angetreten waren sondern mit echten Waffen.

    WiR WURDEN WiEDER iN DEN KRiEG GESCHiCKT NACH 60 JAHREN FRiEDEN. DANKE GRÜNE UND ROTE UND ALLE DiE DAFÜR SiND!!!!

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