Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Überschüsse Kassenchefin warnt Spahn vor Marktkonzentration durch Ortskrankenkassen

Reiche Ortskrankenkassen erreichen in einzelnen Bundesländern bereits Marktanteile von über 50 Prozent. Die Konkurrenz hofft auf Hilfe des Gesundheitsministers.
Kommentieren
Kritiker sehen eine bedrohliche Machtkonzentration auf dem Markt der Krankenkassen durch die Vormachtstellung der AOK, Quelle: dpa
Ortskrankenkassen

Kritiker sehen eine bedrohliche Machtkonzentration auf dem Markt der Krankenkassen durch die Vormachtstellung der AOK,

(Foto: dpa)

BerlinDie seit Jahren hohen Überschüsse der Ortskrankenkassen rufen verstärkt die Kritik anderer, meist kleinerer Krankenkassen auf dem Plan. Die Chefin des bayerischen Landesverbands der Betriebskrankenkassen, Sigrid König, forderte Gesundheitsminister Jens Spahn auf, einer weiteren Konzentration auf dem Markt der Krankenkassen nicht Vorschub zu leisten, indem er reiche Kassen zu Beitragssenkungen zwingt.

Anlass war die Vorlage der Finanzdaten für das zweite Quartal durch das Bundesgesundheitsministerium in dieser Woche. Hintergrund der Forderung sind durch den 2009 eingeführten krankheitsorientierten Finanzausgleich entstandene finanzielle Verwerfungen zwischen den Krankenkassen.

Spahn hat bereits angekündigt, dass er das Problem durch eine Reform des Finanzausgleichs im Herbst angehen will. Dies sei zu begrüßen, heißt es in einer Stellungnahme der Betriebskrankenkassen (BKK).

Doch es müsse auch darum gehen, zu verhindern, dass in der Zwischenzeit der bisher schon angerichtete Schaden nicht weiter vergrößert wird. Den sehen die Betriebskrankenkassen vor allem in einem wachsenden Marktanteil der Ortskrankenkassen in den Regionen, in denen sie in den vergangenen Jahren besonders vom Finanzausgleich profitiert haben.

BKK-Chefin König verweist auf den Marktanteil der AOK in Bayern von inzwischen 41 Prozent und in Sachsen von 56 Prozent. „In sieben von sechzehn Bundesländern überschreiten die Ortskrankenkassen bereits jetzt die Schwelle von einem Drittel Marktanteil, ab der kartellrechtlich eine marktbeherrschende Stellung vermutet wird.“ so König.

Spahn solle die Situation nun zumindest nicht dadurch verschärfen, dass er die Kassen mit Überschüssen per Gesetz verpflichtet ihre Zusatzbeiträge zu senken. Dadurch würden die Ortskrankenkassen ihre Wettbewerbsposition noch weiter verbessern, was zu einer weiteren Marktkonzentration führen würde.

Die Ortskrankenkassen erzielen seit Jahren die höchsten Überschüsse von allen Kassenarten. Im 1. Halbjahr wiesen sie einen Überschuss von rund 371 Millionen Euro aus, die Ersatzkassen von 151 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) von 80 Millionen Euro und die Innungskrankenkassen (IKKen) von 40 Millionen Euro.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Überschüsse - Kassenchefin warnt Spahn vor Marktkonzentration durch Ortskrankenkassen

0 Kommentare zu "Überschüsse: Kassenchefin warnt Spahn vor Marktkonzentration durch Ortskrankenkassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.