Überwachungsgesetz im Bundestag So soll der Staatstrojaner bei WhatsApp mitlesen

Bekommt Innenminister de Maizière seinen Willen? Der Bundestag stimmt heute über ein Überwachungsgesetz ab. Der Staat will auf Messenger zugreifen können: Wo die Daten abgegriffen werden – und welche Risiken bestehen.
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Wie sicher ist die Kommunikation über Messenger-Dienste vor dem Staat? Quelle: Imago
Thomas de Maizière am Smartphone

Wie sicher ist die Kommunikation über Messenger-Dienste vor dem Staat?

(Foto: Imago)

BerlinDer Bundestag will am Donnerstagnachmittag ein Gesetz zur Überwachung von Messenger-Diensten wie etwa WhatsApp verabschieden. Die Verschlüsselung soll dabei nicht angetastet werden. Fragen und Antworten.

Wie wollen die Ermittlungsbehörden die Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegramm überhaupt mitlesen, wo diese doch mit Komplett-Verschlüsselung werben?
Die Übermittlung zwischen Geräten der beteiligten Nutzer ist zwar so verschlüsselt, dass auch die Anbieter keinen Zugriff auf die Inhalte haben – aber die Nachrichten müssen ja auch von den Menschen geschrieben und gelesen werden. Dafür sind sie in entschlüsselter Form auf dem Bildschirm zu sehen – und genau hier wollen die Ermittler die Informationen abgreifen. Das nennt man Quellen-Telekommunikationsüberwachung („Quellen-TKÜ“).

Wie soll das funktionieren?
Mit einem Staatstrojaner, einer Software, die sich heimlich im Gerät einnistet und Daten an ihre Betreiber weitergibt. Technisch gesehen ist es die gleiche Vorgehensweise, zu der auch Online-Kriminelle greifen – nur eben in diesem Fall zur Aufklärung von Verbrechen.

Um welche Straftaten geht es dabei?
Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts waren solche Eingriffe bisher auf Terrorismus-Ermittlungen beschränkt. Das neue Gesetz sieht eine deutliche breitere Liste mit Mord, Totschlag, Steuerdelikten, Computerbetrug, Hehlerei oder Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragsstellung vor. Ähnlich wie bei klassischen Abhörmaßnahmen soll die Online-Überwachung nur auf richterlichen Beschluss möglich sein.

Soll es dabei auch Hintertüren in der Verschlüsselung der Messenger-Dienste geben?
Nein, davon ist in Deutschland nicht die Rede. „Wir wollen, dass Messenger-Dienste eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben, damit die Kommunikation unbescholtener Bürger ungestört und sicher ist“, betonte Innenminister Thomas de Maizière jüngst in einem Gespräch mit dem „Tagesspiegel“.

Was sind die Risiken?
Um auf die Geräte zu kommen, müssen die Behörden Sicherheitslücken in ihrer Software kennen und ausnutzen können. IT-Sicherheitsexperten werden nicht müde, zu warnen, dass solche Schwachstellen, die man bewusst bestehen lässt, gefährlich sind, weil sie auch von Kriminellen entdeckt und missbraucht werden können.

Gibt es Beispiele dafür?
Gerade vor kurzem wurde eine ursprünglich von dem US-Abhördienst NSA entdeckte Sicherheitslücke im Windows-Betriebssystem für einen weltweiten Angriff mit dem Erpressungstrojaner „WannaCry“ ausgenutzt. Sie war nach einem Datenleck bei dem Geheimdienst öffentlich geworden.

WhatsApp weiß, wo du wann und mit wem warst

Wie stellt man sicher, dass die Ermittler nur wie vorgesehen die laufende Kommunikation mitlesen können?
Dass man die Zugriffsmöglichkeiten schlecht einengen kann, sobald der Trojaner erst einmal auf einem Gerät installiert wurde, ist einer der Einwände von Kritikern des Plans. „Der Richtervorbehalt ist völlig unzureichend, um die Reichweite der Software zu kontrollieren und sicherzustellen, dass diese auch wieder abgeschaltet wird. Einem Richter fehlen dazu die technische Sachkunde und eine unabhängige Expertise“, sagte etwa der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Pläne ohne größere öffentliche Debatte in ein langes Gesetz „zur effektiveren und praxistauglicheren Ausgestaltung des Strafverfahrens“ gesteckt wurden.

Das sind die zehn größten Datenschutzsünden
Digitale Sünder
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Jemand anderem die EC-Karten-Pin verraten, immer das selbe, einfallslose Passwort verwenden, das umstrittene Teilen von Kinderfotos über Facebook: Eine Forsa-Umfrage hat ermittelt, wie häufig welche Fahrlässigkeiten beim Datenschutz vorkommen. Dabei geben 27 Prozent an, ganz ohne Sünde zu sein. Die größte Gruppe stellen hier mit 43 Prozent die über 60-Jährigen – mit sinkendem Alter nimmt die Prozentzahl der Sündenlosen ab. Bei den 45- bis 59-Jährigen sind es noch 28 Prozent, dann folgen die 30- bis 44-Jährigen (18 Prozent) und von den 18- bis 29-Jährigen sind nur zehn Prozent ohne Sünde. Die Frauen (30 Prozent) stehen besser da als die Männer (24 Prozent). Doch wo wird am meisten gesündigt?

Quelle: Forsa-Studie „Die größten Sünden 2015 – Teil 5: Datensicherheit“ im Auftrag der Gothaer

Platz 10: Auf Spam-Mail antworten
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Aus Versehen auf die Mail von zwielichtigen Absendern, die auf krumme Geschäfte hoffen, geantwortet – das ist doch jedem schon einmal passiert, oder? Ein Prozent der Befragten haben auf eine Spam-Mail geantwortet – vor allem machen das Männer im Alter von 45 bis 59 Jahren oder über 60 Jahre.

Platz 9: Einen Flug auf einem unbekannten Portal buchen
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Die Seite sieht aus wie mit Paint gemalt und liest sich wie frisch von Google übersetzt, aber dafür kostet der Flug nach New York und zurück auf auch nur 200 Euro. Gut, vielleicht ein leicht überzogenes Beispiel. Dennoch: Drei Prozent der Befragten haben sich schon einmal durch günstige Preise dazu hinreißen lassen, einen Flug auf einem unbekannten Portal zu buchen. Vor allem bei den Unter-30-Jährigen sind derartige Seiten beliebt (acht Prozent).

Platz 8: E-Mail-Anhang von Unbekannten öffnen
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Vertrauen Sie keinen E-Mail-Anhängen von unbekannten Absendern. Denn öffnen Sie auch nur einen falschen Anhang, kann ihr Computer schon infiziert sein. Insgesamt fünf Prozent haben bereits diesen Fehler gemacht. „Dateianhang nicht öffnen“ lautet hier die Devise.

Platz 7: Anderen Personen die Pin verraten
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Auffällig ist, dass vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren besonders fahrlässig mit Daten umgehen. Den Pin-Code, für das Smartphone zum Beispiel, verraten 13 Prozent anderen Menschen (gesamt: sechs Prozent).

Platz 6: Virenscanner abbrechen
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Wenn man keine Anti-Virus-Software verwendet oder diese nicht regelmäßig aktualisiert, ist das System ungeschützt vor Hackern. Auch weil es oft zu schnell gehen soll: Zwölf Prozent der Jüngeren (18 bis 29 Jahre) haben schon einmal den Virenscan abgebrochen, weil er zum Beispiel ihren Computer verlangsamte (gesamt: sieben Prozent).

Platz 5: Kinderbilder in sozialen Netzwerken teilen
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Wenn Eltern unbekümmert Bilder ihrer Kinder in sozialen Netzwerken posten, kann das gefährlich werden. Zehn Prozent der Befragten scheinen sich dieser Gefahr nicht bewusst zu sein.

Wie einfach ist es überhaupt, einen solchen Trojaner zu platzieren?
Wie man in PCs eindringt, führen Online-Kriminelle tagtäglich vor. Moderne Smartphones wurden mit einer deutlich stärkeren Architektur versehen. Geräte mit dem meistgenutzten Mobil-System Android gelten unter Fachleuten als etwas leichter zu hacken, weil noch viele ältere Versionen der Software im Umlauf sind und die Telefone von vielen verschiedenen Herstellern gebaut werden, während Apple bei seinem iPhone Hardware und Software selbst unter Kontrolle hat. Sicherheitslücken tauchten aber in der Vergangenheit in beiden Betriebssystemen auf. Es gibt einen Markt für solche Schwachstellen, auf den auch Behörden zugreifen.

So funktioniert das Geschäft mit den Daten

  • dpa
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  • @Alex Lehmann

    Sie mögen mein echauffieren lustig finden... ich sehe mich aber als deutscher Patriot und verstehe da wenig bis keinen Spaß!!!

    Ich lasse den Leuten ja ihre Meinung, nur müssen die dann halt ertragen, dass ich mich wegen der Realität echauffiere! Ja, es gibt Regionen in der Welt mit hohem Analphabetentum und niedriger Bildung. Diejenigen, die da Hitler-Eis kaufen wären von Adolf Hitler nicht mal als Menschen gesehen worden. Und sie sind auch wirklich blöd wie eine Scheibe Toast! (was aber nicht illegal ist!) Zu dieser Arroganz bekenne ich mich auch!!!


    P.S.: was soll denn Gandhi schreiben? Hallo Arschloch, lass das mal mit dem Krieg? Daraus wirklich freundschaftliche Gefühle abzuleiten ist ein Witz!

  • Meine bisherige Meinung zu diesem "eingedeutschten" Adolf ist und bleibt - er war ein Psychopath übelster Sorte.

    Das mag zwar ein Krankheitsbild sein, das aber rein gar nichts in diesem Fall entschuldigt.

    Es soll böse Zungen geben, die behaupten, der sei nur deshalb "Deutscher" geworden, weil er die KuK-Truppen als persönliches Risiko für sich sah (verheizen wollte er sich wohl von seiner österreichischen Regierung nicht, was aber ein sinnvoller Beitrag für die damals in Europa lebenden Menschen gewsen wäre).

    Das ein Meldegänger als Gefreiter die Bedeutung der U-Boot-Waffe nie begriffen hatte, zeigt seine Genialität als GröFaZ, als er seinem Wahn freien Lauf liess.

  • Dann wars doch JFK ;D, lustig dieses echauffieren...Aber Ghandi nannte Ihn trotzdem: Mein Freund, lediglich in der Herangehensweise bestanden Unterschiede, die aber in den Möglichkeiten hinsichtlich tecvnischer Natur erklärbar sind! Googeln se doch mal Hitler-Icecream! Also die ganze Welt verteufelt den nunmal nicht! Lassen se dich denen Ihre Meinungsfreiheit! Ich gab ja nur meine Tendenzen wieder: Also sehe es "EHER" wie... Das beinhaltet ja net meine Meinung...

  • @Alex Lehmann

    Gandhi schrieb Hitler einen Brief, er möge keinen Krieg anzetteln... was ist da jetzt die Aussage?

  • @Alex Lehmann

    Googeln allein hilft nicht... JFK kommentierte auch bei seiner legendären "Berlin-Reise" Ich bin ein Berliner... dass der Jubel vielleicht nicht so überwältigend war... da die Deutsche noch vor Kurzem Hitler zugejubelt haben. Ausserdem ist der Kommentar im Internet, dass der Journalist JFK nichts über die Verbrechen von AH schrieb, vielleicht einfach nur der Tatsache des Themas seines Artikels geschuldet (und hat nichts mit seiner Meinung zu tun), 1945 waren die Verbrechen so in der Öffentlichkeit, und er hat einfach zu einem anderen Thema geschrieben...

    Und zu seiner Aussage, dass Hitler aus dem Stoff war, aus dem Legenden sind....

    Es gibt halt auch legendäre Schei...!!!

  • Oder wars Ghandi?

  • Ich bin beim Adolf eher JFK's Meinung! Wer will kann googeln...

  • @Frau Baur- Warendorf

    Ich melde mich auch freiwillig um hier zu äussern, dass Hitler ein Riesen-Arschloch und Schwerverbrecher war!

    Und zwar aus jeder Sicht! Er hat unendliches Leid und Massenmord in Europa angerichtet UND er hat unendliches Leid und Massenmord in Deutschland angerichtet.

    Als hat den Karren ganz persönlich in den Dreck gefahren, er war Verbrecher genug den Krieg anzufangen und ist daran gescheitert. Die deutschen Truppen wurden in Russland zuerst als Befreier empfangen... aber dann musste der Mann ja in seinem Rassenwahn (jeder sollte so blond und blauäugig sein wie er!!!) den deutschen Truppen einen Partisanenkrieg ans Bein binden! Er hat das Reich zerstört (und schuld waren angeblich die Deutschen weil sie dem ach so großen Feldherren nicht folgen konnten!!!)

    Er musste ja aus Eitelkeit eine ganze deutsche Armee in Stalingrad verrecken lassen! Und als der Krieg verloren war, musste er ja noch ein paar Jahrgänge von 14-jährigen schlachten, damit er noch ein paar nette Tage hat.

    Über die Hinterfotzigkeit und Feigheit seiner Völkermorde haben wir jetzt noch gar nicht geredet!

    Unterm Strich: ich bin ein strikter Gegner des Merkel-Fehlers mit den offenen Grenzen, aber lieber mit den Bürgerkriegsparteien aus Syrien leben, als mit einer NS-Diktatur!

  • @Frau Baur- Warendorf

    So richtig Ihre Beschreibung von Ursache und Wirkung ist, so unpassend und insgesamt vollkommen indiskutabel ist der letzte Satz.

    Hätten Sie zum Schluss stattdessen noch das Politik- und Behördenversagen, was ja trotz Kenntnis auch zu Terroranschlägen geführt hat, beschrieben, wäre Ihrem Kommentar vorbehaltlos zuzustimmen gewesen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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