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Ukraine-KriegKein Gas-Embargo: Chemieindustrie stützt Habecks Kurs

Spitzenmanager der Chemieindustrie werben dafür, russisches Gas nicht mit einem Import-Stopp zu belegen. Sie fürchten viele unkalkulierbare Folgen.Klaus Stratmann 16.03.2022 - 17:19 Uhr Artikel anhören

Chemieindustrie: "In dieser Situation müssen wir alle eng zusammenstehen“.

Foto: Getty Images

Berlin. Der Brief ist Solidaritätsbekundung und Durchhalteappell zugleich: In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bedanken sich Spitzenmanager deutscher Chemieunternehmen bei Habeck für dessen „differenzierte Argumentation“ in der Frage russischer Gaslieferungen. Zugleich sichern sie ihm Unterstützung zu und stellen in Aussicht, alles zu tun, „damit die Wertschöpfungsketten in unserer Gesamtwirtschaft auch in der Krise intakt bleiben“.

Absender des Schreibens ist Christian Kullmann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) und Evonik-Chef. Unterzeichnet haben es neben Kullmann aber auch alle Vizepräsidenten und Präsidiumsmitglieder des VCI, darunter Bayer-Chef Werner Baumann, BASF-Chef Martin Brudermüller, Covestro-Chef Markus Steilemann sowie die Chefs von Wacker Chemie und Lanxess, Christian Hartel und Matthias Zachert.

„Deutschland steht vor der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Situation müssen wir alle eng zusammenstehen“, heißt es in dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt.

Das Schreiben verdeutlicht die Sorgen weiter Teile der Wirtschaft für den Fall, dass russische Gaslieferungen kurzfristig ausbleiben sollten. Die Chemieindustrie wäre davon ganz besonders betroffen. Sie nutzt Erdgas zur Produktion von Wärme und Strom, aber auch als Rohstoff.

Sollte es zu Engpässen in der Gasversorgung kommen, wäre nicht nur die Chemieindustrie selbst betroffen. Die Produkte der Branche seien „Grundbaustein für die Produktion in weit mehr als 90 Prozent der industriellen Wertschöpfungsketten in Deutschland“, heißt es in dem Schreiben. „Unser Beitrag ist oft unsichtbar, aber unverzichtbar für ein reibungsloses Funktionieren der gesamten Wirtschaft.“ Daher blicke man mit großer Sorge auf mögliche Kürzungen oder auch Abschaltungen der Lieferungen aus Russland, heißt es in dem Schreiben.

Habeck hat sich in den vergangenen Tagen wie auch Bundeskanzler Olaf Scholz vehement dafür eingesetzt, russische Gaslieferungen nicht mit einem Embargo zu belegen. Scholz und Habeck warnen vor kaum kalkulierbaren Folgen. Seitens der Wirtschaft erhielten sie für ihre Positionierung viel Zustimmung.

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Zwar teilen die meisten Ampelpolitiker die Haltung des Kanzlers und des Wirtschaftsministers – ebenso die meisten Unionspolitiker. Allerdings gibt es in der Wirtschaft die Sorge, dass die Stimmung angesichts des brutalen Vorgehens der Russen in der Ukraine kippen könnte. So fordert beispielsweise Unionspolitiker Norbert Röttgen (CDU), die Gaslieferungen aus Russland sofort zu stoppen.

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