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Umbau der Armeen zwingt zur Anpassung von Geschäftsmodellen Rüstungskonzerne müssen umdenken

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Weniger Kanonen, mehr Elektronik – Theile hält sogar völlig neue Geschäftsmodelle für möglich: In Krisen greifen Politik oder Militär auf Industrie-Berater zurück, die Szenarien und Lösungsansätze erarbeiten und Simulationssysteme liefern. „Für viele Unternehmen kann der Schwenk von der Produktion einer bestimmten Hardware zum militärischen Dienstleister das künftige Geschäftsmodell sein“, sagt Ben Moores von Frost & Sullivan. In Großbritannien haben traditionelle Rüstungsunternehmen den Wandel schon hinter sich. So verdient die VT Group mittlerweile nicht nur am Bau von Kriegsschiffen, sondern vor allem am Training der Matrosen.

Darüber hinaus lockt der Markt für unbemannte taktische Drohnen, der nach Analystenschätzungen zwischen 2004 und 2013 rund 13 Mrd. Euro in die Kassen der Hersteller spülen könnte. Ähnlich sieht es im Markt für Führungssyteme aus. Zur Zeit laufen europaweit Ausschreibungen. In der Vergangenheit eine Domäne der EADS, tummeln sich heute auf dem Markt viele Anbieter: Der französische Thales-Konzern will mit Diehl, Rheinmetall und CSC Ploenzke kooperieren, um sich Aufträge zu angeln.

Europas Unternehmen – klein, aber fein? Die aktuelle Entwicklung in den USA scheint dem Recht zu geben. Beobachter registrieren im Pentagon ein immer lauteres Murren über die Rüstungsriesen: Zu teuer und zu wenig innovativ lautet die Kritik. Die Planer halten Ausschau nach kleineren Unternehmen.

Die Klagen der deutschen Wehrtechniker über stagnierende Rüstungsetats verdecken deshalb die Wirklichkeit in den oft mittelständischen Unternehmen: „Die meisten haben auch ein ziviles Standbein“, sagt ein Branchenkenner. Auffällig zudem: Kaum eine Firma habe sich in den letzten Jahren aus dem Militärgeschäft zurückgezogen, „offenbar verdienen die alle doch Geld“.

Dennoch bleibt Raum für Fusionen, aber weniger in Europa. Denn solange sich der Staat nicht aus der französischen Heeres- oder Marineindustrie zurückgezogen hat, wird kein anderes privates Unternehmen einsteigen. Eine Studie des britischen Wirtschaftswissenschaftler Keith Hartley belegt aber: Ein liberalisierter Rüstungsmarkt mit einer europäischen Beschaffungsagentur könnte helfen, Kosten von bis zu 15 Mrd. Euro im Jahr zu sparen. Europäischen Politikern sollten da die Ohren klingeln.

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