Umbau der Familienförderung SPD will Ehegattensplitting abschaffen

Sollte die SPD die nächste Bundestagswahl gewinnen, will sie die Familienförderung „radikal“ umbauen. Nicht „Alleinverdienerehen“, sondern Familien sollen unterstützt werden. Auch beim Kindergeld sind Änderungen geplant.
71 Kommentare
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will die Familienförderung „radikal“ umbauen. Quelle: dapd

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will die Familienförderung „radikal“ umbauen.

(Foto: dapd)

BerlinDie SPD will im Falle eines Wahlsieges die Familienförderung "radikal" umbauen. Parteichef Sigmar Gabriel sagte dem "Spiegel", die SPD wolle das Ehegatten-Splitting für neu verheiratete Paare abschaffen, das Kindergeld und den sogenannten Kinderzuschlag zusammenlegen sowie den Kinderfreibetrag abschmelzen, von dem nur Besserverdiener profitierten.

"Der Staat muss Familien unterstützen, nicht Alleinverdienerehen", sagte Gabriel. Es sei "absurd", dass wohlhabende Bürger über den Kinderfreibetrag am Ende mehr Geld vom Staat für ihre Kinder bekämen als ärmere Familien, die auf das Kindergeld angewiesen seien. Eine Familie mit Durchschnittseinkommen erhalte derzeit 184 Euro Kindergeld für das erste Kind. "Wir wollen dies für Familien, die bis zu 3000 Euro pro Monat verdienen, auf maximal 324 Euro erhöhen." Das koste Geld; deshalb solle der Kinderfreibetrag abgesenkt werden.

Der SPD-Chef kündigte für den Fall eines Wahlsiegs zudem ein Gesetz an, das die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Entlohnung verbiete. In Deutschland bekämen Frauen 22 Prozent weniger Lohn als Männer. "Deutschland spricht ja gern über die oberen Zehntausend der Gesellschaft und zu wenig über den normalen Lebensalltag", sagte Gabriel dem "Spiegel". Es werde viel zu wenig geredet über Frauen, die im Supermarkt an der Kasse stehen oder im Pflegedienst arbeiten.

Die SPD werde im Wahlkampf die drei Themen Gerechtigkeit, Sicherheit und Vorsorge betonen, kündigte Gabriel an. Ziel sei, "am Ende deutlich über 30 Prozent zu liegen".

 
  • afp
Startseite

71 Kommentare zu "Umbau der Familienförderung: SPD will Ehegattensplitting abschaffen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hurra!
    Endlich bekennt sich die SPD zu ihrem wahren Gesicht:
    sie will keine Kinder - und schon gar nicht solche die in einem alten Wertebild aufwachsen - beschützt und behütet in der Familie.
    Weltfremd alle die glauben, dass sich Kinder pflegeleicht aufziehen lassen. Mir als 4fachem Vater absolut unverständlich. Kinder werden krank, Kinder brauchen Mutter oder Vater nicht nur mal eben kurz sondern intensiv und ständig verfügbar. Sie brauchen die Gewissheit in ihrer Entwicklung immer Halt und Rat zu finden. Das alles kann eine Kita, Grippe oder wie auch immer benannte externe Einrichtung nicht leisten.
    Gut - diese politischen Vorschläge sind nicht neu - was mir aber wirklich Sorge macht ist was kommt danach: Familiensplitting abgeschafft, Kindergeld gestrichen ... Einverdienerehen unter Strafe gestellt ...
    SPD ... Single . Partizipieren . Doppelt.


    Willkommen in der kinderlosen Zone Deutschland

  • Die von der SPD geplante Abschaffung des Ehegattensplittings wird entweder schlecht vermittelt oder, falls sie tatsächlich auch für mittlere Einkommen gelten soll, zu massiven Wählerverlusten bei langjährigen SPD Wählern führen.

  • Dann weiß ich ja das ich CSU wähle. Wir sind eine Familie mit 2 Kindern und überzeugt das unsere Kinder die Mutter zu Hause brauchen. Eine Abschaffung würde uns 7000 Euro im Jahr Kosten und meine Frau wäre Arbeitslos gemeldet.ciwxm

  • Dieser SPD ist niemals zu trauen. Der Hartz-IV-Stachel sitzt viel zu tief. Und wer das Ehegattensplitting angreift, wird Millionen Wähler verlieren. Mit Recht. Dann lieber das kleinere Übel Schwarz-Gelb.

  • 1. Das Ehegattensplitting wurde seinerzeit nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts eingeführt. Es läßt sich zwar verändern, z.B. durch ein Familiensplitting ersetzen, aber nicht einfach abschaffen!
    2. Das gemeinsame Einkommen der Ehegatten wird in gleicher Höhe besteuert, unabhängig von der Einkommensverteilung zwischen den Ehepartnern. Ist das ungerecht?
    3. Der "Splittungvorteil" ergibt sich überwiegend durch die "kalte Progression". Diese sollte die Politik abschaffen!

  • Also auch in diesem Forum tobt schon der Klassen(wahl)Da wird einem ja Angst und Bange wenn man unterstellt, dass die meisten Nutzer auch wählen dürfen und dies auch tun. Grausam unreflektiertes Stammtischgeblubber, Nachgeplapper der Kampagne einer "Zeitung" bei der sich sogar der Fisch schämt wenn er auf dem Wochenmarkt drin eingewickelt wird.

  • SPD und soziale Gerechtigkeit. AHA

    Wenn es der SPD um soziale Gerechtigkeit gehen würde, hätten wir zum 01.01.2013 eine Korektur der KALTEN PROGRESSION erlebt.
    Hier wird ein rotes Mäntelchen geworfen und in Wirklichkeit geht es um eine saftige Steuererhöhung für Familien. Das Gesabere vom gleichen Lohn und gleichen Chancen liegt ausserhalb ihres Einflusses.
    Glauben Sie wirklich, Familie mit 2 Kindern, der Mann vollbeschäftigt, die Frau auf Teilzeit und die Familie kommt steuerlich bei Null heraus?
    Einen gleichwertigen steuerlichen Ausgleich für die Kinder werden wir nicht mehr erleben. Was die SPD einmal dem Volk abgepresst haben, bleibt in ihren Fingern, Gerechtigkeit egal.

    Schönen Tag noch.

  • @ Doppelverdiener,
    warum wird aber der zweite Schritt wieder einmal vor dem Ersten getan?
    GG Art "...Ehe und Familie...besonderer Schutz...".
    Dann müsste dieser besondere Schutz zunächst im Grundgesetz geändert werden.
    So wie das derzeit von den "politischen Blindfischen" angepackt wird, dürfte das lediglich tumbes Wahlkampftheater, ohne weiter Auswirkungen sein.

  • 06.01.2013, 17:27 Uhr Doppelverdiener

    Lass mich raten:
    kinderlos.

    Und Anhänger von SPDGRÜNE/LINKE:
    Das Privatleben MUSS vom Staat organisiert werden!

    Wir brauchen ein Familiensplitting und unter einem gewissen Einkommen massive Unterstützung.
    Aber man muss schon Gabriels idelogischen Hintergrund haben, um einer Familie, in der die Mutter bei den Kindern bleibt und diese nicht ganztags in die Kita bringt zu attestieren, es handele sich dann nicht um eine Familie.
    Den dummen Spruch hätte auch die kinderlose Claudia Roth loslassen können.




  • Das Splitting-Modell ist ein gerechtes Steuersystem. Klar doch, dass Sozialisten die Menschen und Familien ausbeuten wollen und gleichzeitig ein paar Häppchen den Dummerchen zum Fraße vorwerfen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%