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Umfrage der Europäischen Investitionsbank Deutsche setzen bei der Bekämpfung des Klimawandels auf internationale Investitionen

Für die Bevölkerung ist die Erderwärmung alarmierend, aber nur eines von vielen Problemen. Jüngere Menschen setzen stärker auf globale Lösungen.
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Durch den Klimawandel kommt es immer öfter zu Wetterextremen. Quelle: dpa
Ausgetrocknetes Rheinufer

Durch den Klimawandel kommt es immer öfter zu Wetterextremen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Erderwärmung ist ein globales Problem, die Folgen unterscheiden sich aber von Land zu Land. Was denken die Menschen in der Europäischen Union über den Klimawandel, was halten sie von internationalen Investitionen, die Erderwärmung zu bremsen? Oder ist jedes Land selbst für Maßnahmen im eigenen Land verantwortlich?

Diesen Fragen hat sich die Europäische Investitionsbank (EIB) im vierten Teil einer gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführten Umfrage gewidmet. Ergebnis: 38 Prozent der Deutschen glauben, dass Deutschland in allen Ländern investieren sollte, die Hilfe benötigen, egal wo. 32 Prozent glauben, dass Deutschland nur im Inland in die Bekämpfung des Klimawandels investieren sollte und jedes Land selbst für Maßnahmen im eigenen Land verantwortlich ist.

Die Umfrage zeigt auch: Je jünger, desto globaler denken die Menschen beim Thema Klimawandel. In der Altersgruppe zwischen 18 und 34 Jahren stimmen nur 19 Prozent dem eher nationalen Fokus zu, während 44 Prozent glauben, dass Deutschland nur etwas bewirken kann, wenn es in Entwicklungsländern in die Bekämpfung des Klimawandels investiert.

Nicht nur Deutschland nimmt indes eine globale Haltung ein. Auch in anderen EU-Ländern sprach sich die Mehrzahl der Befragten für globale statt ausschließlich nationale Investitionen aus, darunter in Italien, Spanien, Schweden und Österreich.

In den USA fallen die Zahlen ähnlich aus. 35 Prozent der Amerikaner würden Klimainvestitionen in Entwicklungsländern Priorität einräumen, während 27 Prozent lieber nur im eigenen Land investieren würden. Dagegen sprachen sich nur 22 Prozent der Chinesen dafür aus, in Entwicklungsländern in den Klimaschutz zu investieren, während 31 Prozent glauben, dass jedes Land selbst dafür verantwortlich sein sollte.

Die EIB, deren Anteilseigner die EU-Mitgliedstaaten sind, bezeichnet sich selbst als weltweit größter multilateraler Geldgeber für Klimaprojekte. 2018 seien mehr als 29 Prozent des gesamten Finanzierungsvolumens der EIB in den Klimaschutz geflossen.

Drei Viertel der Deutschen über Klimawandel beunruhigt

Seit dem vergangenen Jahr hat die Bank die Umfrageergebnisse drei weiterer Schwerpunktfragen veröffentlicht. Demnach sind 74 Prozent der Deutschen über den Klimawandel beunruhigt oder sogar alarmiert, insgesamt etwas weniger als im EU-Durchschnitt (78 Prozent). In China sind es nur 65 Prozent, in den USA nur 63 Prozent.

20 Prozent der EU-Bürger machen sich keine Sorgen über den Klimawandel. Sechs Prozent der Europäer sind sich nicht sicher, dass es überhaupt einen Klimawandel gibt und ein Prozent bestreitet ihn. In den USA zweifeln dagegen fast 14 Prozent den Klimawandel.

Nur 14 Prozent der Deutschen denken, dass Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zum Wirtschaftswachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen können. Der EU-Durchschnitt liegt bei 21 Prozent. Ihr eigenes Engagement wollen sie stärken, sehen doch 30 Prozent der Deutschen sich selbst am stärksten in der Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel. 25 Prozent meinen, dass internationale oder weltweite Organisationen die größte Verantwortung haben.

Ein Problem bleibt: die Diskrepanz zwischen dem Stellenwert des Umwelt- und Klimaschutzes im Bewusstsein der Menschen und ihrem tatsächlichen Verhalten. Das bestätigte erst in dieser Woche Manfred Güllner, Chef des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa, im RTL/n-tv-Trendbarometer.

So wollen die Deutschen zwar die Energiewende, lehnen aber nötige Maßnahmen wie die Errichtung neuer Windkraftanlagen und den Bau von Stromleitungen, die den im Norden erzeugten grünen Strom in den Süden transportieren, eher ab. Nur 24 Prozent, ergab die Forsa-Umfrage, würden eine Windkraftanlage in ihrer Nachbarschaft ohne Einschränkungen akzeptieren.

43 Prozent würde das stören und 27 Prozent sogar aktiv dagegen protestieren. Ähnlich verhält es sich bei neuen Stromleitungen: auch die würden in ihrer Nachbarschaft nur 30 Prozent akzeptieren, 43 Prozent würden sie stören, 19 Prozent würden dagegen protestieren.

Die Umfrage zeigt zudem, dass Probleme wie die Altersversorgung, der Abbau sozialer Schieflagen, die Integration der Zuwanderer oder die Reparatur moderner Infrastruktur drängender und wichtiger sind als Umwelt- und Klimaschutz.

Mehr: Handelsblatt-Autor Klaus Stratmann erklärt, warum das Klimaschutzgesetz in Deutschland auf ungeeignete Maßnahmen setzt.

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