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Umfrage Deutliche Mehrheit der Deutschen lehnt Neuauflage der Abwrackprämie ab

In der Krise werden Forderungen nach einer Kaufprämie für Neuwagen laut, um die Branche anzukurbeln. Es zeigt sich: Die Maßnahme ist unpopulär.
21.04.2020 - 16:42 Uhr Kommentieren
Der Autoabsatz ist derzeit frostig, eine Kaufprämie wird als Konjunkturanreiz diskutiert. Quelle: dpa
Neuwagen auf dem Gelände eines Autohändlers in Schwerin

Der Autoabsatz ist derzeit frostig, eine Kaufprämie wird als Konjunkturanreiz diskutiert.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Autobranche leidet unter der Coronakrise. Nun wird eine Neuauflage der sogenannten Abwrackprämie diskutiert, die nach der Finanzkrise als staatlicher Kaufanreiz für einen merklichen Aufschwung gesorgt hatte. Doch würden die Bürger die Prämie nun überhaupt nutzen? Repräsentative Umfragedaten des Meinungsforschungsinstituts Civey, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen, deuten auf eine klar ablehnende Haltung der Bevölkerung.

62 Prozent der bisher rund 16.900 Befragten beantworten die Frage „Sollte der Bund als Folge der Corona-Pandemie den Kauf von Neuwagen mit einer Abwrackprämie für Altfahrzeuge unterstützen?“ mit „nein, auf keinen Fall“ und „eher nein“. „Auf keinen Fall“ stellt mit 39,8 Prozent die insgesamt häufigste Antwort. Nicht einmal ein Viertel der Befragten (23,9 Prozent) ist für eine Förderprämie.

Auffallend ist, dass sich die Ablehnung der Abwrackprämie durch alle Altersklassen zieht. Unter den 18- bis 29-Jährigen fällt der „nein“-Wert mit 57,3 Prozent noch am niedrigsten aus. Am stärksten ausgeprägt ist die Ablehnung mit 64,3 Prozent in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen. Faktoren wie die Bevölkerungsdichte spielen kaum eine Rolle, es handelt sich demnach nicht um ein urbanes Phänomen.

Die Umweltprämie, ein Kaufbonus für umweltverträglichere Neuwagen, wurde 2009 zur Stützung der eingebrochenen Nachfrage erfolgreich angewendet. Damals wurden 1.746.267 Anträge gestellt und 1.569.664 Fahrzeuge neu zugelassen. Das entsprach fast der Hälfte aller neuzugelassenen Pkw in diesem Jahr.

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    Die Autoindustrie ist nach wie vor eine Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft. Mehr als 830.000 Menschen sind hier beschäftigt, die Unternehmen setzten 2019 insgesamt 436 Milliarden Euro um. Derzeit befinden sich Zehntausende Arbeitnehmer rund um die Automobilfertigung in Kurzarbeit.

    Bereits im März ist der Europaabsatz der Hersteller um 55 Prozent eingebrochen, für den April rechnet die Unternehmensberatung EY mit einem Minus von 70 Prozent. Damit steht die Branche nicht allein, eine Gemeinschaftsdiagnose führender Wirtschaftsinstitute hat zuletzt prognostiziert, dass Deutschlands Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 9,8 Prozent einbrechen wird.

    Jetzt, wo die Werke allmählich wieder zu voller Kapazität hochfahren, sollen monetäre Kaufanreize von staatlicher Seite den Absatz ankurbeln. Wer ein neues, umweltverträglicheres Auto kauft, bekommt die Prämie. Um Wirkung zu zeigen, wird über eine Höhe von mehreren Tausend Euro spekuliert, was als Konjunkturprogramm Milliarden kosten würde.

    Die Umfragedaten zeigen neben der generellen Ablehnung der Maßnahme auch Unterschiede abhängig von der beruflichen Stellung. Arbeiter, womöglich selbst von den aktuellen Problemen betroffen, lehnen die Prämie nur zu 48,6 Prozent ab, 39,2 Prozent stimmen dafür. Angestellte hingegen zeigen mit 65,8 Prozent die größte Abneigung. Leitende Angestellte (58,6 Prozent) und Beamte (56,9 Prozent) komplettieren die Aufstellung.

    Leichte Abweichungen lassen sich bezüglich der politischen Lager feststellen. Aufgeschlüsselt nach geäußerter Wahlabsicht sind Unterstützer der regierenden CDU/CSU im Hinblick auf eine Abwrackprämie deutlich aufgeschlossener – wenn auch nicht mehrheitlich. 53,1 Prozent der Unionswähler lehnen die Maßnahme ab. Den Höchstwert erzielen Anhänger der Grünen (69,6 Prozent). Bei den übrigen Wählergruppen pendelt der Wert zwischen 62 und 65 Prozent.

    Die Umfragewerte beziehen sich auf den Zeitraum 15. bis 20. April. Die Stichprobengröße für die Hauptumfrage liegt bei 16.902 Teilnehmern bei 5046. Die statistische Fehlertoleranz beträgt 2,5 Prozent.

    Mehr: Wichtige Initialzündung oder rausgeworfenes Geld – Brauchen wir eine Kaufprämie für Autos?

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