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Umfrage Hochschulen brauchen mehr Geld für das digitale Corona-Sommersemester

Die Hochschulen fühlen sich fit für die Online-Lehre, zeigt eine Umfrage. Doch es fehlt an Geld für IT-Ausstattung und Qualifizierung.
19.04.2020 - 12:51 Uhr Kommentieren
Hörsäle werden im Sommersemester zunächst leer bleiben. Quelle: dpa
Universitäten

Hörsäle werden im Sommersemester zunächst leer bleiben.

(Foto: dpa)

Berlin Diesen Montag startet etwas verspätet das Sommersemester – online. Das schien zunächst undenkbar. Noch Anfang April warb der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter-André Alt, für eine Verschiebung. Wissenschaftler plädierten für ein „Nicht-Semester“. Doch die Wissenschaftsminister blieben hart: „Das Sommersemester findet statt“, lautete der Beschluss. „Es wird ein ungewöhnliches, es soll jedoch kein verlorenes Semester sein.“

Die Hochschulen scheinen die Herausforderung angenommen zu haben: Knapp 90 Prozent der Hochschulleitungen fühlen sich gut oder „eher gut“ gerüstet, den Lehr- und Prüfungsbetrieb auch digital zu stemmen. Das zeigt eine Sonderbefragung des Hochschul-Barometers des Stifterverbandes und der Heinz Nixdorf Stiftung. Nur kleine Hochschulen mit weniger als 500 Studenten sind pessimistischer: Hier sehen sich nur 73 Prozent gut vorbereitet. Nur sieben Prozent wollen ein „Nicht-Semester“.

An der Sonderbefragung hatten 168 Hochschulen teilgenommen, das sind 43 Prozent. Selbst wenn im ganzen Semester keine Präsenzveranstaltungen und -prüfungen möglich sein sollten, könnten wohl drei Viertel der Vorlesungen und zwei Drittel der Prüfungen auch digital realisiert werden.

Mehr als 90 Prozent sehen die Sondersituation zudem als Chance, sich generell digital besser aufzustellen. „Notgedrungen haben die Hochschulen in kürzester Zeit einen Kultur- und Strukturwandel eingeleitet, sagt Volker Meyer-Guckel, Vizegeneralsekretär des Stifterverbandes. „In rasantem Tempo haben sie ihre Präsenzlehre auf virtuelle Formate umgestellt. Wie nachhaltig das sein wird, wird sich zeigen.“

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    Dringend nötig sei aber zusätzliche finanzielle Hilfe für IT und die Qualifizierung. Daneben fordern 85 Prozent der Hochschulen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für digitale Prüfungen geklärt werden müssten. Das hatten die Minister bereits Anfang April versprochen.

    Rektorenpräsident Alt kritisiert technische Infrastruktur

    Einzelne Länder haben gehandelt: So haben sich etwa in Bayern seit Beginn der Corona-Pandemie 500 Dozenten über Webinare des Zentrums für Hochschuldidaktik weitergebildet. NRW hat den Hochschulen soeben 20 Millionen Euro Corona-Soforthilfe für schnellere Digitalisierung zugesagt. Angesichts des Bedarfs könnte die Summe zu gering sein, wie der Blick nach Baden-Württemberg zeigt. Dort berichtet der Rektor der Universität Stuttgart, Wolfram Ressel, dass für sein Haus ein hoher einstelliger Millionenbetrag nötig sei.

    „Die technische Infrastruktur ist heute ein Rückgrat für wettbewerbsfähige Forschung, aber auch für ein modernes Lehrangebot. Dem entsprechen die Mittel in vielen Hochschulhaushalten nicht“, kritisiert Rektorenpräsident Alt. „Die Hochschulen werden ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen, um die aktuelle Ausnahmesituation zu überbrücken“, wo kurzfristige Ausstattungshilfen nötig seien, müsse das von den Ländern ermöglicht werden.

    Für die Zukunft gehe es um mehr: „Ich habe bereits vor über einem Jahr einen Digitalpakt für die Hochschulen gefordert. Die akute Situation können die Hochschulen mit Länderhilfe zum großen Teil meistern. Aber mittelfristig sollten Bund und Länder einen Pakt schließen, um die Zukunft zu sichern. Den Bedarf haben die Regierungsparteien des Bundes in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich anerkannt“, sagte Alt.

    Mehr: Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz skizziert, wie eine Rückkehr zur Normalität in der Lehre aussehen könnte – und plädiert für eine Verlängerung der Bafög-Laufzeit.

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