Umfrage-Höhenflug Piraten nehmen Kurs auf Zehn-Prozent-Marke

Die etablierten Parteien müssen sich warm anziehen. Der Erfolg der Berliner Piraten ist offenbar keine Eintagsfliege. Laut einer Umfrage legt die Partei bundesweit abermals zu. Die FDP verharrt dagegen im Tief.
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Ein Boot der Piraten-Partei an der Spree in Berlin. Quelle: dpa

Ein Boot der Piraten-Partei an der Spree in Berlin.

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HamburgDie Piratenpartei ist weiter auf dem Vormarsch. Im aktuellen „Stern“-RTL-Wahltrend würden acht Prozent aller Deutschen dem Überraschungssieger der Berlinwahl ihre Stimme geben, wenn jetzt Bundestagswahl wäre - ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Auch die FDP gewinnt einen Punkt und kommt auf drei Prozent.

Die Grünen dagegen verlieren zwei Punkte und erreichen 17 Prozent. Das ist der schlechteste Wert seit März dieses Jahres. Die SPD büßt einen Punkt ein und kommt auf 28 Prozent. Die Union bleibt unverändert bei 31 Prozent, die Linken verharren bei sieben Prozent. Für „sonstige Parteien“ würden sich sechs Prozent entscheiden (+1).

Das Regierungslager aus Union und Freidemokraten liegt zusammen mit 34 Prozent jetzt elf Prozentpunkte hinter einem grün-roten Bündnis.

Die Piraten streben derweil vor dem Hintergrund ihres Umfrage-Höhenflugs auch Regierungsverantwortung an. „Um unsere Themen wirklich durchsetzen zu können, müssen wir am Ende auch in Regierungsverantwortung“, sagte der Parteivorsitzende Sebastian Nerz der „Stuttgarter Zeitung“. Seine Partei sei dabei „nicht ängstlich“. Nerz bezeichnete die Piraten als „sozialliberale Partei“: Sie vertrete eine Sozialpolitik, die in der Nähe der SPD sei, und eine Bürgerrechtspolitik, die nahe der alten FDP-Linie liege. Die aktuelle FDP habe sich auf „reinen Wirtschaftsliberalismus reduziert“, kritisierte Nerz.

Gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ vom Dienstag räumte Nerz inhaltliche Schwächen seiner Partei ein. Diese wolle mehr gesellschaftliche Teilhabe am Staat, habe aber „in weiten Teilen noch nicht definiert, wie man das finanzieren kann“, sagte er. Auch zur Lösung der europäischen Krise habe die Piratenpartei noch keine Antworten. Die programmatische Arbeit müsse erweitert werden.

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13 Kommentare zu "Umfrage-Höhenflug: Piraten nehmen Kurs auf Zehn-Prozent-Marke"

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  • Sehr zynische Antwort! Wie die Politik, die Sie hier zu rechtfertigen versuchen. Ich wünschte, dass Ihnen die 200-400 euro monatlich in der Griechisch-europäischen Flamme verbrennen! Wichtiger ist doch, dass unsere fleißige, freundliche und sympatische Einwohnermeldeamtler und unsere erfahrenen und kompetenten Visionäre, die wir (entsprechend dem "Scheiß-GG") in den Bundestag delegieren, ihre Pension unverbrannt weiter bekommen.

  • Ich glaube, Herr Nerz hat nicht Recht, wenn er sagt, die FDP habe sich auf „reinen Wirtschaftsliberalismus reduziert“. Leider hat sich die FDP auf "0" reduziert. Vom Wirtschaftsliberalismus kann im Merkelismus-Schröderismus keine Rede sein. Witrschaftsliberalismus dient der ganzen Wirtschaft und dem Wohlstand, nicht nur einigen wenigen Großkonzernen und der Abzocke. Es ist viel mehr so, dass das Volk dem Merkelismus-Schröderismus teilweise (angeblich zu 41% der Naivwähler - siehe anderer Artikel) zustimmt und die angewiderte Mehrheit des Volkes in der FDP keinen Retter aus der Not sieht.....Sozialpolitik in der Nähe der SPD könnte mitunter gefährlich werden. Aber es stimmt, es zieht Wähler an (eben solche, die zuletzt 1962 eine Zeitung gelesen haben).

  • Das ist nun aber eine ganz angestaubte Debatte. Damit greifen Sie ja auch jeden Lehrer, Einwohnermeldeamtler, etc. an.
    Mein Tipp hier: Jeder hat irgendwann die Chance zu wählen. Warum haben Sie sich nicht für den Beamtenberuf entschieden, wenn Ihnen das so wichtig ist. Ich entscheide mich lieber für Abwechslung und Engagement und nehme die 200-400 Euro in Kauf, die ich für meine Private Altersvorsorge mehr verdienen muss. Man kann nunmal nicht alles haben.

  • warten wir mal ab, die piratenpartei ist noch nicht auf bundesebene angekommen und wird schon noch von den lobbyisten "gestutzt". das wird jeder partei passieren, die kurzzeitig bürgerzuspruch und protestwähler anzieht.

  • Deutschland ist ein Land des Lobbyismus. Die Politiker sind ausschließlich Marionetten der reichen und Mächtigen. Woanders nennt man das Korruption.

    Das Ergebnis: die Einkommen der arbeitenden Menschen befinden sich im freien Fall (trotz angebl.Fachkräftemangel) und die Reichen werden immer reicher.

    Zur Benennung des ganzen müssen wir nicht das Wort "Kommunismus" bemühen, von dem hier die meisten nur wissen wie er geschrieben wird, es gab ihn noch nicht. Schon eine Korrektur hin zu einer Marktwirtschaft wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Einfach wieder durch Erhöhung der Einkommen der arbeitenden Menschen Nachfrage schaffen - ist völlig abhanden gekommen. Alle Produktivitätststeigerungen führten nur zu Gewinnerhöhungen der Reichen. Die Schere zwiscen arm und Reich muß wider kleiner werden, und wenn 50% der Menschen 50% des Vermögens haben, sind wir schon ein Stück weiter. Und dies schaffen die "etablierten" Parteien niemals.

  • Die etablierten Parteien lösen keine Probleme, sie sind das Problem. Wir befinden uns in einem Parteien-Oligopol. Zutritt von außen wird normalerweise nicht gewährt, schon gemerkt? So kann sich nichts ändern.
    Insofern ist jede Partei, auch die Piraten, sinnvoll, die diese Hürde knackt. Die Machtverhältnisse müssen aufgebrochen werden. Aus diesem Grunde werde ich definitiv nur noch alternative Parteien wählen.

  • @ Brechreiz,
    dass von einem Volk auch Einschnitte verlangt werden müsssen steht außer Zweifel.
    Warum werden aber z.B. gewerblich Beschäftigte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze und Selbständige grundsätzlich zur eigenverantwortlichen Altersscherung befähigt, während Politiker und deren Begünstigte sich selber für eine Eigenverantwortung zu unbedarft einschätzen?
    Die Verschuldung Deutschlands liegt derzeit bei über zwei Billionen EURO und Pensionszahlungen ohne Deckelung tragen maßgeblich zu der Verschuldung bei.
    Korrekturen - Fehlanzeige!

  • Wenn ich mir das Programm von den Piraten anschaue kriege ich das Grauen!
    Die Piraten sind gegen die Patentrechte und das Copyright. Wenn ein neues Patent durch jahrelang harte Arbeit und hohen finanziellen Einsatz zu Stande kommt.... Soll es direkt für jeden zugänglich sein. Das heißt nichts anders, das die großen Firmen die kleinen Firmen mit ihren Patenten nun legal um ihr Patent bringen können und durch ihr großes Vertriebsnetz und großer Produktion in den Bankrott treiben können. Das gleiche gilt auch für die Copyright. Siemens macht das schon viele Jahre illegal. Mit Hilfe ihrer Rechtsabteilung hat Siemens schon viele kleine inovative Firmen um ihr Patente gebracht und Pleite gemacht. Die einen haben den Schweiß und ihr Geld investiert und die anderen kassieren ab. Hura es lebe der Komunismus!! Eine Scheiß Partei ist das!!!!

  • Nach dem Motto"was scheert uns das Geschwätz von Gestern"
    machen die "Grünen" die "Piraten" stark

  • "Das Regierungslager aus Union und Freidemokraten liegt zusammen mit 34 Prozent jetzt elf Prozentpunkte hinter einem grün-roten Bündnis."

    Da die FDP mit drei Prozent nicht in den Bundestag kommen würde, ergibt die Rechnung 31+3=34 wenig Sinn, eher 31+0=31.

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