Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Umfrage Junge Deutsche fühlen sich von Schulen in Finanzfragen extrem schlecht informiert

Vor allem die erste Steuererklärung bringt Schüler mit der Welt der Finanzen in Kontakt. Die Schulen vermitteln Finanzwissen aber nicht ausreichend, bemängeln sie.
09.12.2019 - 09:28 Uhr 5 Kommentare
Ein gutes Finanzwissen beginnt mit ordentlichen mathematischen Grundlagen. Quelle: dpa
Mathematik

Ein gutes Finanzwissen beginnt mit ordentlichen mathematischen Grundlagen.

(Foto: dpa)

Berlin Junge Deutsche fühlen sich in Finanzfragen von Schule extrem schlecht informiert. In einer Befragung für das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) gaben 41 Prozent an, die Schule informiere sie schlecht. Bei Eltern und Ausbildern lag der Wert nicht einmal halb so hoch. Die repräsentative Studie, für die 517 Bürger zwischen 16 und 29 befragt wurden, liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.

Ihr Wissen schätzen sie sehr unterschiedlich ein: In Sachen Sparen und Miete fühlt sich eine Mehrheit gut informiert. Bei Themen wie Kredite, Steuern, Altersvorsorge und Börse sagt das gerade mal ein Drittel.

Junge Frauen bewerten ihr Finanzwissen schlechter als junge Männer. Das deckt sich mit diversen Tests, so die Studienautoren. Zugleich habe sich aber auch gezeigt, dass Frauen im Umgang mit Geld „umsichtiger und risikoaverser sind“ und „länger im Voraus planen als Männer“.

Das schlechte Urteil über die Schule als Quelle von Finanzwissen verwundert nicht, denn in den allerwenigsten Bundesländern gibt es bisher ein Schulfach Wirtschaft. Und selbst dort, wo wie in Baden-Württemberg oder NRW ein solches eingerichtet wurde, fehlen bis auf weiteres Fachlehrer.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das erklärt vermutlich auch, warum die Kultusminister bei der jüngsten Pisa-Studie auf einen zusätzlichen Test-Block zum Finanzwissen der 15-Jährigen verzichtet haben. 18 andere OECD-Länder hingegen beteiligten sich an dem Spezialtest.

    Das Vertrauen in die Institution Schule ist groß. Drei Viertel der Befragten bezeichneten sie als vertrauenswürdige Informationsquellen – ebenso wie Ausbilder und Eltern. Schulen bieten demnach eine gute Chance, um Schülern Finanzwissen mit auf den Weg zu geben.

    „Besorgniserregend“ ist nach Ansicht der Studienautoren vor allem die Tatsache, dass sich gerade junge Leute ohne Schulabschluss selbst besonders gute Kenntnisse in Finanzfrage attestieren. Das sei angesichts der hohen Überschuldungsraten „alarmierend“, warnt das DIA.

    Der Hauptgrund, sich überhaupt mit Geldthemen zu befassen, ist für junge Menschen die Steuererklärung, die fast 40 Prozent nennen. Jeweils rund ein Viertel gibt an, sich wegen der Altersvorsorge, einem Ferienjob oder dem Kauf eines Handys oder dem Kauf eines Autos für Finanzthemen zu interessieren.

    Als Konsequenz empfehlen die Autoren allen damit befassten Institutionen, die jungen Menschen „da abzuholen, wo sie stehen“. Dabei sei es enorm wichtig, sie möglichst zu einem „Realitätscheck ihres Wissens“ zu motivieren.

    Mehr: Warum eine Wirtschaftsnation mit aller Kraft an die Spitze streben muss

    Startseite
    Mehr zu: Umfrage - Junge Deutsche fühlen sich von Schulen in Finanzfragen extrem schlecht informiert
    5 Kommentare zu "Umfrage : Junge Deutsche fühlen sich von Schulen in Finanzfragen extrem schlecht informiert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich habe lange gut 40 Jahre als Direktor an einem kaufmännischen Berufskolleg in NRW gearbeit und dort selbst über viele Jahre Steuerlehre, Buchführung und auch rechtliche Grundbegriffe unterrichtet. Diese teilweise als Kurse angebotenen Fächer waren fast immer so voll, dass zeitweise nicht im Klassenraum unterrichtet werden konnte, sondern in der Aula. Muss allerdings dazu sagen, dass ich das Fach Steuerlehre an der Uni Köln studiert habe und als Diplom Kaufmann und Quereinsteiger 1974 an die Schule gegangen bin. Solange in den Kultusministerien aber allenfalls Ministerialbeamte mit Vorqualifikationen aus dem Gymnasialbereich sitzen, wird sich an der Fächerstruktur nichts ändern. Übrigens sind viele meiner ehemaligen Schüler heute Steuerberater, ein ehemaliger Schüler war sogar Vorsitzender des Finanzausschusses im Landtag NRW. Übrigens lassen sich die Grundzüge des Steuerrechts sehr wohl methodisch- didaktisch in einem Schulhalbjahr den Schülern beibringen, so dass die Schüler zumindest eine einfache Steuererklärung selbst erstellen können. Was fehlt sind die fachlich vorgebildeten Lehrer, denn wer geht schon mit fertigem BWL Studium und Schwerpunkt Steuern in den Schuldienst ?

    • Meiner Meinung nach ist es nicht die Pflicht der Schule, den Schülern die Steuererklärung beizubringen. Ich bin selber Mitte 20 und konnte mir sehr selber sehr viel über das Internet beibringen. Wer zu faul ist, die heutigen Medien zu nutzen, ist selber Schuld. Man bekommt alles über Google, Youtube, etc. erklärt!

    • Ein kombiniertes Fach aus Betriebswirtschaft, Jura und Steuerrecht ist lange überfällig. Die FDP hatte in NRW die Einführung eines solchen Faches versprochen. Geliefert hat sie nicht, obwohl sie in NRW mitregiert. Und das Lehrer das nicht lehren können, ist doch eine "faule" Ausrede. Dann müssen die Länder das eben als Studienfächer für Lehramt an den Hochschulen anbieten. Unsere Auszubildenden und selbst die Hochschulabsolventen (die nicht aus den o.g. Bereichen kommen), wissen nicht einmal was beim Einkauf von Brötchen für Verträge zustande kommen, geschweige denn was MwSt. ist.

    • Ich widerspreche Ihnen, Frau Margit. Nachdem ich vergangenes Jahr meine erste Steuererklärung abgeben musste, kann ich den Einwand gut verstehen.
      In der Schule wird viel gelehrt, was im späteren Verlauf des Lebens sich als nicht hilfreich erweist (z.B. Lateinische Namen für die Körperbestandteile einer Fliege..).

      Außerdem ist nicht jedes Kind mit fachkundigen Steuerberatern als Eltern o. mit ausreichend Kenntnis über das Steuersystem gesegnet.

      Gerade der sorgfältige Umgang mit Geld, geht in einer Welt in der zunehmend kontaktlos, ohne Bargeld und zügig bezahlt und gezahlt wird, mehr und mehr verloren.

    • M.E. ist das Aufgabe der Eltern. Schule hat den Auftrag Wissen zu vermitteln. Das hier geforderte Wissen können Lehrer nicht vermitteln.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%