Umfrage SPD rutscht weiter ab – Abstand zu den Grünen so gering wie noch nie

Die Sozialdemokraten sinken in der Wählergunst weiter ab. Der Abstand der Koalitionspartei zu den Grünen war noch nie so gering.
Update: 12.08.2018 - 11:24 Uhr Kommentieren
Die SPD gibt gegenüber der Vorwoche einen Zähler ab und kommt nur noch auf 17 Prozent. Quelle: dpa
Umfrage

Die SPD gibt gegenüber der Vorwoche einen Zähler ab und kommt nur noch auf 17 Prozent.

(Foto: dpa)

BerlinDie SPD sinkt in der Wählergunst weiter ab. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für „Bild am Sonntag“ erhebt, geben die Sozialdemokraten gegenüber der Vorwoche einen Zähler ab und liegen nur noch bei 17 Prozent. Der Abstand zu den Grünen, die unverändert bei 15 Prozent stehen, war noch nie so gering.

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Insa, Hermann Binkert, sagte dem Handelsblatt zur politischen Lage, für die SPD seien die Grünen eine größere Gefahr als die AfD. „Sie könnten der SPD die Führungsrolle im Mitte-links-Lager entreißen“, erklärte er.

Letzte Woche kletterten die Grünen in der Emnid-Umfrage auf ihren höchsten Wert seit fünf Jahren. CDU/CSU können einen Punkt zulegen und kommen auf 31 Prozent, auch die Linke gewinnt einen Punkt dazu und liegt bei zehn Prozent. Einen Zähler zur Vorwoche abgeben muss die AfD auf jetzt 14 Prozent, die FDP bleibt weiterhin bei acht Prozent. Auf die sonstigen Parteien entfallen erneut fünf Prozent.

Für den Sonntagstrend hat Emnid zwischen dem 2. und 8. August insgesamt 2.502 repräsentativ ausgewählte Personen befragt.

Unterdessen sagte der ehemalige Vorsitzende der Partei Die Linke, Oskar Lafontaine, dass die neue linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ das weitere Erstarken der AfD verhindern wolle. „Blicken Sie nach Ostdeutschland: Dort ist die AfD mittlerweile die Partei der Arbeiter und der Arbeitslosen. Da muss man im linken Lager darüber nachdenken, was wir falsch machen“, sagte er der „Welt am Sonntag“.

Die AfD werde schwächer, wenn sich im Bundestag wieder die Interessen der Mehrheit durchsetzten. „Die AfD hätte die heutige Stärke nicht, wenn die anderen Parteien die sozialen Interessen beachtet und Renten und soziale Leistungen nicht gekürzt hätten.“

In der Flüchtlings- und Migrationspolitik vertritt Lafontaine die Ansicht, die AfD zu schwächen, wenn man den Zuzug von Migranten einschränkt. 1993 war Lafontaine, damals noch in der SPD, mitverantwortlich dafür, dass die Kohl-Regierung im Bundestag die Mehrheit dafür erhielt, das Asylrecht zu ändern.

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