Umfrage stützt Minister Seehofer rät Guttenberg von Rücktritt ab

CSU-Chef Seehofer rät Karl-Theodor zu Guttenberg in der Plagiatsaffäre von einem Rücktritt ab. Die Mehrheit der Deutschen sieht das ähnlich: Drei Viertel wollen ihn als Verteidigungsminister behalten.
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Guttenberg (l.) und Seehofer Anfang Januar in Wildbad Kreuth: "Der KT wirft nicht hin." Quelle: dapd

Guttenberg (l.) und Seehofer Anfang Januar in Wildbad Kreuth: "Der KT wirft nicht hin."

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CSU-Chef Horst Seehofer hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nach eigenen Angaben von einem Rücktritt in der Plagiatsaffäre abgeraten. Der bayerische Ministerpräsident sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag), er habe „rechtzeitig“ mit Guttenberg gesprochen und „ihm geraten durchzuhalten“. Er gehe nun davon aus, dass Guttenberg die Kraft habe weiterzumachen und auch seine Familie ihn unterstütze, sagte Seehofer und fügte hinzu: „Der KT wirft nicht hin.“ KT steht für Karl-Theodor. Guttenberg wird von seinen Freunden so genannt.

Am Wochenende waren neue Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg laut geworden. Der 39-Jährige hatte sich am Freitag für Zitierfehler in seiner Doktorarbeit entschuldigt und erklärt, seinen Titel zunächst ruhen zu lassen. Dem „Focus“ hatte Guttenberg am Freitagabend noch auf die Frage, ob er bisher an einen Rücktritt gedacht habe, geantwortet: „Unsinn“.

Seehofer sagte, die CSU habe großes Interesse daran, dass Guttenberg Verteidigungsminister bleibt. „Fehler können passieren, sie gehören zur Laufbahn eines Politikers“, betonte er. „Es gibt keine Spitzenkarriere ohne Narben und Verwundungen.“ Auch er habe Skandale überstanden.

Für fast drei Viertel der Deutschen sind die Zweifel an der wissenschaftlichen Redlichkeit des Ministers kein Grund für einen Rücktritt. In einer Extraausgabe des ARD DeutschlandTrends verneinten 74 Prozent die Frage, ob er sein Amt aufgeben sollte. Für 22 Prozent der repräsentativ Befragten ist das Maß dagegen voll. In einer Emnid-Umfrage sprachen sich 68 Prozent für einen Verbleib Guttenbergs aus, 27 Prozent forderten seinen Rücktritt.

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6 Kommentare zu "Umfrage stützt Minister : Seehofer rät Guttenberg von Rücktritt ab"

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  • adfasf

  • Himmel, haben wir denn keine anderen Probleme? Es sind schon eine ganze Reihe anderer Politiker wegen größerer "Delikte" im Amt geblieben. Lasst den Mann in Ruhe und kümmert euch um die wahren Probleme. Mir geht die ganze Debatte auf den Senkel.

  • Ich möchte mich auf den Kommentar von Gabor Steingart in der heutigen Printausgabe beziehen. Herr Steingart, über dieses Vergehen kann man nicht einfach hinwegsehen: es handelt sich um eine Charakterfrage, um die Offenlegung intrinsischer Motivation. Die Selbstverständlichkeit, mit der hier getrickst wurde, der Hochmut, der zu Tage tritt, die Manipulation der Masse durch Produktion medienwirksamer Bilder....waren und sind es nicht die Trickser, Blender und Täuscher, die an den Schalthebeln des Finanzsystems die Welt in eine Krise stürzten?
    Ich höre vom Usus des "politischen Titels", also ist der Fall zu Guttenberg nur die Spitze des Eisbergs?
    Das Volk hätte so gerne Authentizität und bekommt ein Theaterstück aus Adelskreisen geliefert.

    Da kommt das Buch von Herrn Blome gerade recht, in dem er die Sichtweise der Politiker auf "ihre" Bürger beleuchtet.
    Aber das weiß ja jeder, der das System von innen kennt.

  • Es nervt wieviele Gutmenschen es gibt. Gerade diese sind es die Anderen die Karriere neidig sind und deswegen diese auch eleminieren wollen. In Zeiten wie diesen ist es wichtig Menschen an der Front zu haben die etwas bewegen koennen und keine Mitlaeufer. Der Staat braucht Menschen wie Gutenberg ob mit oder ohne Dr. Titel. Vollkommen egal.

  • Dieser Mann schadet der deutschen Wissenschaft massiv - dies und die Folgen werden leider völlig übersehen. Offenbar sind sich viele Menschen nicht bewusst, dass Sie selbst täglich von Wissenschaft profitieren - allerdings nur, wenn diese ständig Korrektheit durchsetzt und strengstens kontrolliert.
    Wenn die Wissenschaft sich erlauben würde, Plagiate als "Abschreiben" zu verharmlosen, wäre kein Medikament, keine medizinische Behandlung, keine Lebensmittelkontrolle kein Flugzeug und kein Auto mehr sicher - von vielen anderen Dingen zu schweigen. Denn tausend Alltagsdinge basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen - korrekten, überprüfbaren, d.h. einem Autor und einer Autorin zuzuordnenden Ergebnissen. Wenn in der Wissenschaft jeder sich für seine Karriere irgendetwas zusammenstehlen könnte, wäre jede Überprüfbarkeit dahin. Wissenschaftler stehen mit Ihrem Namen dafür ein, dass sie sich an die Regeln korrekten Arbeitens halten - wer das nicht tut, gefährdet Forschung im Kern. Ich beführchte, dass es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den nächsten Wochen kaum gelingen wird, den Schaden, den G. angerichtet hat, wieder gut zu machen: Iindem er seine massiven Plagiate als einen "Fehler" darstellte, den wir ja nun mal, hat er die dieuninformierte Öffentlichkeit auf Kosten der Wissenschaft, d.h. auf Kosten aller (!) an der Nase herum geführt.

  • Herr v Guttenberg,

    Sie müssen wahrhaftig noch integerer sein, als ich gedacht hatte wenn Ihre Gegner sich jetzt schon aufs Fußnotenlesen eingeschossen haben, um was gegen Sie zu finden.

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