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Umfrage unter Beschäftigten Deutsche Unternehmen kommen digitaler und flexibler aus der Coronakrise

Die Arbeitgeber sind überzeugt: Gerade die Flexibilität hat der Wirtschaft in der Krise geholfen. Sie warnen vor starren Gesetzen etwa zum Homeoffice.
08.09.2020 - 15:21 Uhr Kommentieren
Die Offenheit für neue Arbeitsformen ist unter deutschen Beschäftigten laut einer Umfrage groß. Quelle: dpa
Frau im Homeoffice

Die Offenheit für neue Arbeitsformen ist unter deutschen Beschäftigten laut einer Umfrage groß.

(Foto: dpa)

Berlin Die Corona-Pandemie stellt viele Unternehmen vor enorme Herausforderungen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch bei der Arbeitsorganisation. Eine Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des IT-Konzerns Microsoft deutet darauf hin, dass die Wirtschaft in den vergangenen Monaten große Anpassungsfähigkeit bewiesen hat. Die Frage ist nun: Wird der Trend, digitaler und flexibler zu arbeiten, auch nach der Krise anhalten?

Etwa zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie sich während der Pandemie neue Arbeitsweisen angewöhnt haben. Mehr als die Hälfte gibt an, dass ihr Unternehmen insgesamt flexibler geworden sei. Knapp 60 Prozent haben die Erfahrung gemacht, dass die Digitalisierung ein schnelleres und effizienteres Arbeiten ermöglicht.

Das Marktforschungsunternehmen GfK befragte für die repräsentative Erhebung im Juli und August insgesamt 2038 Arbeitnehmer und Führungskräfte, die in deutschen Firmen einen Büro-Arbeitsplatz haben. Knapp die Hälfte der Beschäftigten gibt in der Umfrage an, dass ihr Unternehmen im Zuge der Coronakrise in Software investiert habe. Ebenso viele nennen Investitionen in Hardware und in Infrastruktur wie Cloud-Lösungen.

Gut 40 Prozent der Befragten sagen, dass ihr Unternehmen jetzt besser ausgestattet sei als vor der Krise. Die Offenheit für veränderte Abläufe ist demnach groß: Sechs von zehn Beschäftigten sagen, dass sie sich gern mit neuen Technologien und Arbeitsweisen auseinandersetzen.

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    Allerdings geht nur ein Drittel der Beschäftigten davon aus, dass die Arbeitszeiten auch nach der Coronakrise flexibel bleiben. Immerhin 45 Prozent glauben, dass das Arbeiten im Homeoffice Bestand haben wird.

    Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will im Herbst ein Gesetz vorlegen, das ein Recht auf das Arbeiten von zu Hause festschreiben soll. Einzelheiten zum Zeitplan und zum Inhalt nannte Heils Ministerium auf Nachfrage am Dienstag nicht. Die Arbeitgeber halten die Pläne des SPD-Politikers für den falschen Weg.

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    BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sagte, dass bereits in vielen Betriebsvereinbarungen Regelungen zu flexiblen Arbeitszeiten getroffen worden seien. Dazu brauche es nicht auch noch ein Gesetz.

    „Die Entscheidung des Arbeitgebers, wie er seine Arbeit organisiert, das sollte man nicht weiter verrechtlichen“, so Kampeter. Die Praxis in deutschen Betrieben sei mit Blick auf Arbeitszeit und Homeoffice vielfältiger, als es ein Gesetz je abbilden könnte.

    Aus der Coronakrise müssten die richtigen Lehren gezogen werden, sagte der BDA-Hauptgeschäftsführer weiter. Die GfK-Erhebung zeige, dass sich Flexibilität für Unternehmen wie Beschäftigte als „entscheidender Vorteil“ erwiesen habe. „Den Rückenwind sollte die Politik jetzt nutzen, um starre Arbeitsgesetze in das Zeitalter der Digitalisierung zu überführen.“

    Für Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung bei Microsoft Deutschland, verdeutlichen die Ergebnisse, „dass viele Unternehmen in der Krise die richtigen Weichenstellungen vorgenommen haben“. Bendiek zeigt sich zuversichtlich, „dass wir kein Digitalisierungsstrohfeuer erleben, sondern tatsächlich einen langfristigen Digitalisierungsschub sehen werden“.

    Dazu müssten Unternehmen aber mehr in Weiterbildung investieren – das glaubt Bendiek, und diese Meinung spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen wider. Demnach sind 80 Prozent der Beschäftigten der Auffassung, dass Qualifizierung der entscheidende Faktor sei, um gestärkt aus der Krise zu kommen. Ebenso viele wünschen sich eine Unternehmenskultur, „die lebenslanges Lernen und digitale Kompetenzen fordert und fördert“.

    Mehr: Zukunftsforscher McAfee im Interview über den Irrglauben, technischen Fortschritt politisch lenken zu können, und die Frage, warum wir noch mehr als 15 Wochenstunden arbeiten

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