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Umfrage Unternehmenschefs sehen Wirtschaftsstandort Europa durch Corona gestärkt

Trotz Krise kann Deutschland einer Umfrage zufolge als Wirtschaftsstandort punkten. Zudem zeigt sich, dass sich die Faktoren bei der Suche verändert haben.
03.09.2020 - 12:00 Uhr Kommentieren
Firmenchefs sehen künftig den Digitalisierungsgrad und die Forschungsquote  der Länder als die Standortfaktoren, die am meisten an Bedeutung gewinnen werden. Quelle: dpa
Bankenskyline und Containerhafen in Frankfurt

Firmenchefs sehen künftig den Digitalisierungsgrad und die Forschungsquote der Länder als die Standortfaktoren, die am meisten an Bedeutung gewinnen werden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der fast weltweite Lockdown im Frühjahr dieses Jahres hat vielen Unternehmen gezeigt, wie riskant es sein kann, von wenigen oder einem Lieferanten am anderen Ende der Welt abhängig zu sein. Das führt bei europäischen Unternehmenschefs zu einem Umdenken. Zwei Drittel gehen in einer Umfrage davon aus, dass Europa als Produktionsstandort durch Corona an Bedeutung gewinnen wird.

Für die Umfrage, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, wurden im Auftrag der österreichischen Industrieansiedlungsagentur Austrian Business Agency (ABA – Invest in Austria), 300 Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Italien und Großbritannien befragt.

In Italien, Deutschland, der Schweiz und Österreich gehen sogar 80 Prozent von einer Renaissance Europas als Produktionsstandort aus. In Großbritannien hingegen erwartet die Mehrheit der Firmenchefs dies nicht – eine mögliche Folge des Brexits.

Zwei Drittel der Firmenchefs gehen ebenfalls davon aus, dass die Unternehmen nach den Erfahrungen in der Coronakrise eine Diversifizierung der Lieferketten anstreben. „Wir sehen ein Umdenken bei den Unternehmen – Lohnstückkosten etwa spielen eine geringere Bedeutung, die Diversifikation von Risiken eine höhere“, sagt der Chef der österreichischen Wirtschaftsförderagentur René Siegl. 

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Standort erkennen

    Den Trend zur Rückverlagerung und Diversifizierung von Lieferketten sehe er besonders im Pharmabereich.

    Deutschland als Wirtschaftsstandort

    Dieses Umdenken scheint Deutschland als Wirtschaftsstandort der Zukunft deutlich attraktiver zu machen. Unter 13 europäischen Ländern erhielt kein anderes eine so gute Bewertung wie die Bundesrepublik. Kurz dahinter folgt die Schweiz, danach die Niederlande, Schweden und Österreich.

    Als unattraktivsten künftigen Wirtschaftsstandort ordnen die Unternehmenschefs Ungarn ein. Auch Italien, Polen und Spanien schneiden schlecht ab.

    In einer ähnlichen Umfrage vor rund drei Jahren lag Deutschland noch nicht so klar vorn. Auch im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichten Global Competitive Index des Weltwirtschaftsforums war Deutschland noch von Rang drei auf Rang sieben abgerutscht. 

    Aus Europa lagen damals die Niederlande und die Schweiz weiter vorn. Stark schnitt Deutschland dort bereits schon in Bereichen wie Innovation, Gesundheitswesen, Infrastruktur und makroökonomische Stabilität ab. Und diese scheinen jetzt für Firmenchefs wichtiger zu werden.

    Wichtigste Standortfaktoren

    Die Firmenchefs sehen künftig den Digitalisierungsgrad und die Forschungsquote der Länder als die Standortfaktoren, die am meisten an Bedeutung gewinnen werden. Weitere zentrale Faktoren sind demnach künftig die Versorgungssicherheit mit Energie, die Verfügbarkeit guter Fachkräfte sowie die Einkommen- und Unternehmensteuern.

    Niedrige Lohnstückkosten, das Wirtschaftswachstum des Landes sowie gute Verkehrsanbindungen würden an Bedeutung verlieren.

    „Mit der stärkeren Bedeutung von Faktoren wie Stabilität und Sicherheit sehen wir Österreich im Mix der Standortfaktoren aufgewertet“, wertet Wirtschaftsförderer Siegl. Invest in Austria spreche gezielt Unternehmen an und helfe dabei, Zulieferer zu bewegen, sich in der Nähe anzusiedeln.

    Festzustellen in den Statistiken ist eine Rückverlagerungswelle nach Europa indes noch nicht. Viele Unternehmen warteten derzeit ab, wie sich die Märkte nach dem Auslaufen der staatlichen Konjunkturhilfen entwickelten, sagt Siegl. „Die meisten Unternehmen werden erst im Laufe des nächsten Jahres entscheiden, ob sie Teile der Produktion oder der Beschaffungsketten verlagern.“ Unternehmen, die bereits vor der Coronakrise eine Verlagerung erwogen hatten, zögen diese hingegen derzeit beschleunigt durch.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum deutsche Unternehmen einen effizienten Finanzplatz brauchen.

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