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Umstrittenes Bahnprojekt Tausende demonstrieren wieder gegen „Stuttgart 21“

Der Protest gegen „Stuttgart 21“ gewinnt wieder an Fahrt. Auf der wohl letzten großen Kundgebung vor Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse haben Tausende Demonstranten ihrem Unmut gegen das Bahnprojekt Luft gemacht.
09.07.2011 - 16:47 Uhr 36 Kommentare
Nachdem der Protest in den vergangenen Wochen und Monaten abgeebbt war, demonstrierten am Samstag Tausende vor dem Hauptbahnhof in Stuttgart gegen das Bahnhofsprojekt. Quelle: dpa

Nachdem der Protest in den vergangenen Wochen und Monaten abgeebbt war, demonstrierten am Samstag Tausende vor dem Hauptbahnhof in Stuttgart gegen das Bahnhofsprojekt.

(Foto: dpa)

Stuttgart Mehrere tausend Demonstranten haben am Samstag in Stuttgart erneut gegen das umstrittene Bahnprojekt „Stuttgart 21“ protestiert. Während die Polizei von etwa 7.000 Demonstranten vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof sprach, zählten die Organisatoren rund 15.000 Teilnehmer. Die Gegner der Tieferlegung des Bahnhofs forderten eine Offenlegung der absehbaren Kosten für das Bauvorhaben. Die Kundgebung verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.

Die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender forderte auf der Veranstaltung die Deutsche Bahn zu einem sofortigen Bau- und Vergabestopp auf und verlangte die Offenlegung aller derzeit absehbaren Kosten für das Projekt. Eine Beteiligung des Aktionsbündnisses gegen „Stuttgart 21“ an der Präsentation der Stresstest-Ergebnisse ließ Dahlbender offen. Man wolle erst nach einer sachlichen Prüfung entscheiden, ob man teilnehme. Dahlbender betonte: „Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen“.

Zudem kritisierte die BUND-Landesvorsitzende den ihrer Ansicht nach künstlich erzeugten Zeitdruck für die Vergabe von Aufträgen seitens der Bahn. So beweise beispielsweise die Verschiebung der Auftragsvergabe für den Tunnelbau, „dass es keinen Zeitdruck gibt, es sei denn die Bahn macht ihn“. Sie forderte die grün-rote Landesregierung auf, offensiv zu handeln und sich von der Bahn „nicht länger an der Nase herumführen zu lassen.“ Dies gelte auch für die Gesamtkosten des Projekts.

Einem Zeitungsbericht zufolge soll die Bahn dem Bundestag milliardenschwere Mehrkosten für den Bau der Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm mit dem Ziel verschwiegen haben, dass die geplante Trasse im Bundesverkehrswegeplan in die Kategorie vordringlicher Bedarf eingestuft wird. Die Bahn wies den Bericht umgehend zurück.

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    Menschenkette und Luftballon-Aktion

    Die Demonstration am Samstag war voraussichtlich die letzte große Kundgebung vor der Vorstellung der Stresstest-Ergebnisse.

    Die öffentliche Präsentation war auf Ende Juli verschoben worden, weil die mit der Bewertung des Stresstests beauftragten Schweizer Firma SMA ihr Gutachten erst am 21. Juli vorlegen kann. Bei dem Leistungstest für den Stuttgarter Bahnknoten muss die Bahn nachweisen, dass der geplante Tiefbahnhof zur Spitzenzeit 30 Prozent mehr Verkehr abfertigen kann als der bestehende.

    Im Anschluss an die Kundgebung bildeten mehrere hundert Teilnehmer entlang des Nordflügels, des Hauptgebäudes sowie des Südflügels des Hauptbahnhofes eine Menschenkette. Sie ließen Luftballons für den Erhalt des Kopfbahnhofs in den Himmel steigen.

    Mit Plakaten, einer Menschenkette und einer Luftballon-Aktion machten die Demonstranten ihre ablehnende Haltung zum Prestigeprojekt kund. Quelle: dpa

    Mit Plakaten, einer Menschenkette und einer Luftballon-Aktion machten die Demonstranten ihre ablehnende Haltung zum Prestigeprojekt kund.

    (Foto: dpa)

    Aus Rücksicht auf ein zeitgleich stattfindendes Kinder- und Jugendfestival auf dem Schlossplatz und der Königstraße verzichteten die Veranstalter diesmal auf einen Demonstrationszug durch die Innenstadt. Nach Polizeiangaben verlief die Protestaktion ohne Zwischenfälle.

    Am 20. Juni hatten Demonstranten eine Baustelle des Bahnprojekts gestürmt und rund fünf Stunden besetzt gehalten. Ein Zivilbeamter war laut Polizei durch Schläge und Tritte an Kopf und Hals verletzt worden.

     

    • dapd
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    36 Kommentare zu "Umstrittenes Bahnprojekt: Tausende demonstrieren wieder gegen „Stuttgart 21“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Nur mal so eine Frage:
      Energieelite , bedeutet das eventuell das sie sich zur Elite gehörig fühlen? Haben sie, um sich als Elite bezeichnen zu können , erfolgreich eine Glühbirne eingeschraubt? Aus den naiven Glaubensbekenntnissen zu unserer sogenannten Demokratie könnte man den Schluß ziehen , da ist ein Wünschelrutengänger am Werk.

    • 10 oder 20 Jahre Planfeststellungsverfahren, was jetzt. Etwas präziser, Sie Elite.

      Gleichgültig bin ich mit Sicherheit nicht und auch kein Gutmensch. Meine persönlichen Ziel vertrete ich agressiv und nachdrücklich. Ich wähle weder Schwarz, Rot noch Grün, Braun oder Gelb. Ohne Direkte Demokratie wird keine der Parteien meinen Vorstellungen gerecht. Seit langem lebe ich in der Schweiz, weil ich einen Obrigkeitsstaat in D feindlich gegenüberstehe u. nicht bereit bin mit meinen Steuerabgaben zu finanzieren.

      Es ist nun so, in D gibt es neben einen massiven Haushaltsdefizit ein noch schwerer wiegendes Demokratidefizit, das treibt mich um. Im uebrigen beweisst das langjährige Planfeststellungsverfahren, dass eine Direkte Demokratie wie die Schweiz durchaus schneller zu von der Bevölkerung akzeptierten Resultaten kommt, oder?!

      Und zu den Volksvertretern. Meine Interesse vertrete selber am besten ich brauche den Staat nicht. Der Staat in Deutschland ist Selbstzweck zur Ausnutzung bürokratischer Interessen. Die Bürger haben treudoof Steuern zu zahlen u. einmal alle 4 Jahre irgendeinen Oberbürokraten in scheindemokratischer Art zu bestätigen. Das ist mir eindeutig zuwenig an Demokratie und daher fühle ich mich freier u. auch reicher im Ausland als in D.



    • wie schon geschrieben , wer sich nur bei Sat 1 oder RTL informiert ist genau auf ihrer Linie , leider ist diese Ansicht weder Objektiv, noch Rechtsstaatlich vertretbar.
      Land und Hausfriedensbruch , Sachbeschädigung ,Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Schwere Körperverletzung sind Straftaten.
      Die Täter sind Kriminell , das müssten sie (wenn sie auch nur ein bisschen Rechtsverständnis besitzen ) ebenfalls so sehen .

    • Ja, eine kleine verblendete Minderheit

    • Stuttgart 21 Gegner : Das sind Kriminelle.
      Du armer Glaubenswichtel. Wie kleingeistig muß man sein um der Lügenbande noch etwas glauben zu können.
      Die Kriminellen sitzen in unseren Vorständen (auch schon hinreichend bekannt), die kriminellen sitzen in Parlamenten wo unsere Rentegelder und Volksvermögen durch lug und trug verschleudert werden. Die Kriminellen sitzen in Bankenspielkasinos, die ebenfalls reichlich an der Schuldenfinanzierung solcher Irrsinnsprojekte profitieren. Die Kriminellen sind die Kostenrechner die Kosten nach Weisung nach unten rechnen. Die Kriminellen sind die Amigoverbindungen.
      Na schön das Ding wird dann eben gebaut.! Die Schulden bezahlen wir über höhere Abgaben und überall geringere Leistungen. Und unsere Kinder werden auch noch für diese Verschuldungsorgien der Eliten bluten.

    • Wer sagt ihnen das immer die Einfache Mehrheit erreicht wird wenn schon bei Land und Bundestagswahlen in Deutschland nicht mehr als die Einfache Mehrheit zur Wahl geht !
      Dazu sind eigentlich die von uns gewählten Volksvertreter da , die müssen unsere Interessen vertreten .
      Wenn sie sich schon dafür nicht interessieren was soll dann bei einer Volksbefragung wohl rauskommen ?
      Wir hatten ein Planfeststellungsverfahren , das hat so um die 10---oder 20 Jahre gedauert , was haben sie in dieser zeit gemacht ?
      Aus Gleichgültigkeit ignoriert ? Aber jetzt stört sie das ?
      Sie sollten nicht immer Sat 1 oder RTL schauen und stattdessen lieber im Lokalteil ihrer Zeitung lesen !

    • Mich stört das Procedere. Vor einen derartigen Grossprojekt hat es eine Volksabstimmung zu geben. Es ist nicht nachzuvollziehbar, dass Deutsche weder in Stuttgart noch zur EU-Erweiterung oder den Euro gefragt wurden. In der Schweiz kann, durch die Direkte Demokratie, jeder Bürger mit genügend Unterstützung aktiv an der Gestaltung des Landes mitarbeiten.

      Die Vorteile liegen doch auf der Hand. Ist die Mehrheit für S21 gibt es die Proteste nicht, weil das Projekt auf höchster Ebene(Volk) legitimiert wäre. Die Stuttgarter Demonstranten sind frustriert das hier über ihre Köpfe hinweg in Diktatormanier von der Politik entschieden wird.

      Der Schweiz ist die Direkte Demokratie gut bekommen: Beamte sind kündbar, der Staat effizient, die Steuern niedrig, die Altersvorsorge vorbildlich und die Wirtschaft brummt seit Jahrzehnten nahezu ohne Unterbrechung. Alles Themen die in D bisher nicht angegangen wurden, weil hier der Staat blockiert ist durch eine teure ineffiziente Bürokratie die den Bürger nur als Zahlknecht und Stimmvieh betrachtet.

    • Ohne Unterstellung betreiben zu wollen, aber vermutlich wird der ein oder andere bei Fertigstellung des Bahnhofs wohl kaum noch Bahn fahren wollen oder können. Und ganz rational betrachtet, ich bin 24, Studienabsolvent, habe überaus gute Jobaussichten. Wenn ich mich international ausgetobt habe und auf meine alten Tage vielleicht wieder zurück in die Region komme, werde ich mich sicherlich sehr darüber freuen, dass ich begünstigt durch den demografischen Wandel günstigen und guten Wohnraum auf den neuen Flächen finden werde.

      Und eigentlich fahr ich doch sowieso viel lieber Auto als Bahn. Im Auto stinkt es weder nach Schweiß und Alkohol, ich brauch keine Angst haben grundlos verprügelt zu werden, nur weil irgend jemandem meine Nase nicht gefällt, muss mir nicht von unqualifiziertem Personal sagen lassen, dass ich bei 30°C Außentemperatur und ausgefallener Klima doch bitte die Fenster des Zugs zu lassen soll.

      Baut den Bahnhof, es nervt einfach nur noch! Kämpft mit eurem Willen besser gegen die wiklich wichtigen Dinge wie ein Grundeinkommen oder ein Flat Tax Modell ala Kirchhof, oder, oder, oder...!

    • @ Realist : Sie irren und ich bin gerade dabei, den ersten 12 min.-Videoteil bei YouTube von der ersten Demo gegen Merkels Politik von heute hochzuladen...

      Mein Bericht zur Vorbereitung der nächsten Demo ist schon in groben Zügen fertig.

    • gerhard
      Für die Menschen in Deutschland ist das" Thema Stuttgart " gegessen !

      Hauptsache die Fanatiker haben ihren Krawall !

      Für eine Großdemo gegen die Politik von Merkel u. EU

      geht kein Mensch aus der Region Stuttgart auf die

      Straße .

      Die Eliten u. Multis haben gesiegt u. die demos gehen

      in die Versklavung !

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