Umstrittenes Urteil Streit um Beschneidung wird schärfer

Im Streit um die Beschneidung von Jungen kochen die Emotionen hoch. Von „schlimmsten Szenarien jüdischer Verfolgung“ bis zum Vergleich mit der Abtreibung wird alles Erdenkliche an rhetorischen Mitteln aufgeboten.
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Chirugische Instrumente werden vor einer jüdischen Beschneidungszeremonie für einen acht Tage alten Jungenzurechtgelegt. Quelle: dpa

Chirugische Instrumente werden vor einer jüdischen Beschneidungszeremonie für einen acht Tage alten Jungenzurechtgelegt.

(Foto: dpa)

BerlinDer Streit über rituelle Beschneidungen von Jungen hat nochmals an Schärfe zugenommen. Die Kinderhilfe warnte vor einem „Blankoscheck für religiös motivierte Kindesmisshandlungen“. Sie verteidigte die Kölner Richter, die in Beschneidungen strafbare Körperverletzungen sehen. Dagegen erklärte die Rabbinerkonferenz: „Verantwortungsbewusste Beschneidungen müssen weitergehen dürfen - vollkommen legal und gesetzlich abgesichert.“ Nur so könne Religionsfreiheit in Deutschland glaubwürdig Bestand haben, schrieb ihr Vorsitzender Henry Brandt in der „Bild am Sonntag“.

Die Bundesregierung hatte am Freitag auf einen Proteststurm von Juden und Muslimen gegen das Urteil reagiert und angekündigt, Rechtsklarheit schaffen zu wollen. Konkrete Vorstellungen für ein Gesetz gibt es aber noch nicht. Rabbiner Brandt betonte, im Judentum wie im Islam sei die Beschneidung von Knaben „fundamental“. Deshalb sei es „wohltuend, dass die Bundesregierung jetzt angekündigt hat, in dieser leidigen Angelegenheit Rechtssicherheit zu schaffen“.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lässt der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge prüfen, wie die Beschneidung von Jungen rechtssicher möglich gemacht werden kann. Die Formulierung eines Gesetzes sei mit erheblichen rechtstechnischen Schwierigkeiten verbunden. Insbesondere solle ausgeschlossen werden, dass auch Mädchen beschnitten werden könnten.

Die Kinderhilfe kritisierte, dass im Beschneidungs-Streit das Thema Religionsfreiheit dominiere. Regierungssprecher Steffen Seibert sei in seiner Ankündigung einer Regelung „nicht mit einer Silbe“ auf den Aspekt des Kindeswohls eingegangen. Die Kinderhilfe forderte, zwischen den Grundrechten auf körperliche Unversehrtheit und Religionsfreiheit abzuwägen. „Eine gesetzliche Regelung kann nur den Einstieg in den Ausstieg der Beschneidung in Deutschland bedeuten.“

Die Ärztekammer begrüßte das Versprechen der Regierung, Rechtssicherheit schaffen zu wollen. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir das Urteil für sehr kulturunsensibel und falsch halten“, sagte Frank Ulrich Montgomery dem „Tagesspiegel“. Gleichzeitig riet er den Mitgliedern der Kammer davon ab, derzeit zu beschneiden. Für Ärzte bestehe die Gefahr der Bestrafung.

Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, mahnte ebenfalls eine verbindliche Regelung an. Der derzeitige Schwebezustand sollte nicht zu lange dauern, sagte der Chef der drittgrößten deutschen Ärztekammer. „Unsere Sorge ist, dass jetzt Beschneidungen stattfinden, die nicht unter den notwendigen medizinischen Voraussetzungen erfolgen.“

Vergleich mit Abtreibungspraxis
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36 Kommentare zu "Umstrittenes Urteil: Streit um Beschneidung wird schärfer"

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  • Warscheinlich sind diese Beschneider schon am Gehirn beschnitten! Was für eine verruchte Tat, einen kindlichen Körper ohne triftigen medizinischen Grund zu beschädigen und auch noch das Risiko einer späteren PTBS einzugehen! Es ist nicht ohne Grund VORSÄTZLICHE KÖRPERVERLETZUNG gegen eigenen Willen! Das ist das peinlichste was jemals in einem aufgeklärtem Staat ernsthaft diskutiert wurde. Ich befürchte, wenn es tatsächlich zu einer NEGATION der zivilisierten MENSCHENRECHTE zugunsten irgendeiner Religion (-> sollte eig. durch normale Meinungsfreiheit gedeckt sein) kommen sollte, wird uns ein Bürgerkrieg bevorstehen. Es werden hier grundsatzethische Fragen berührt, welche in keinster Weise einen solchen Kurzschluss wie ihn die Gesetzgebung plant, zulassen! Gefahr!

  • Da die Beschneidung oft zu erheblichen Einbußen der sexuellen Erlebnisfähigkeit führt, liegt die Motivation ja wohl klar auf der Hand. Ich bin empört darüber, dass das Land in dem ich aufgewachsen bin und das ich immer für ein humanistisch geprägtes Land gehalten habe, zu dessen Werten auch das Recht zur freien Entfaltung der Persönlichkeit gehört, überhaupt anfängt darüber nachzudenken, ein Gesetz zu formulieren das derartige Praktiken aus der Vorzeit zu schützen. Praktiken, die den Betroffenen für den Rest ihres Lebens von vielem ausschließen. Darin unterscheidet sich die Beschneidung von Jungen nicht von der von Mädchen.
    Die Freiheit des einen endet dort, wo die Unfreiheit des anderen beginnt, das gilt auch oder gerade dann, wenn der andere erst einige Tage alt ist. Unsere humanistischen Werte dürfen hier nicht verraten werden.

  • Warum an Gottes Werk herumschnippeln?

    Die Natur ist ja auch zu BLÖD …

    Typisch Mensch!

    Da kann man sich nur fragen, was ist mit dem Geisteszustand von diesen WEGSCHNEIDERN!

    Welche Religion schneidet die Ohren ab?

    "Was ist das für ein von Menschen installierter SCHWACHSINN!"

  • Also ich habe im Religionsunterricht mal gelernt:
    Aug um Auge, Zahn um Zahn...Gehört doch zum Christentum oder ?

    Darf ich jetzt meine Religion auch frei ausleben ?


    Widerlich unsere Bundeskanzlerin. Uns noch als Komikernation zu bezeichnen. Wir werden von Komikern regiert.

  • diese rituale interessieren doch eh nur die älteren.

    ganz ehrlich muslimische jugendliche saufen sich genauso wie andere jugendliche die birne hohl, obwohl es der glaube der besser gesagt die ideologie dieser menschen verbietet.

    und die juden essen bestimmt auch mal bei mcdonalds, auch wenn das essen dort nicht koscher ist.

    also was soll diese dämliche zipfel-diskussion? wenn die gläubigen eines tages keinen eintritt ins himmelreich erlangen, dann liegt es zu 100% nicht daran, dass der kerl nicht beschnitten war.

  • Wie weit soll die Liebedienerei vor anderen Gebräuchen eigentlich noch gehen?
    Demnächst legalisieren wir noch Teufelsaustreibung und Hexenverbrennung und das Umbringen von Mädchen aus der muslim. Klientel, wenn sie die Ehre beschmutzen. Und den Vodoo-Zauber der Afrikaner und die Mächenbeschneidung machen wir dann auch noch hoffähig, oder wie?
    Es muß endlich mal Schluß sein mit dem Kriechen vor allem Fremden
    Sind wir überhaupt kein eigenständiges Land mehr?
    Sind wir schon fremdbestimmt und haben nur zu tun, was andere uns sagen?

  • Mittlerweile dominieren offenbar in Deutschland Fremde.
    Dieses Kölner Urteil sollte sowohl von den Muslimen als auch Juden mal dazu genutzt werden, ihre mehr als 1000jährigen Religionsregeln zu übrdenken und mal an Reformen denken. Wir Christe leben ja auch nicht mehr nach dem Alten Testament, sonderen haben durch Martin Luther eine Reform erfahren.
    Unsere Kinder können mit 14 bestimmen ob sie in den Religionsunterricht gehen oder nicht. Also Religionsfreiheit mit 14. Bis zu diesem Alter sollte auch mit Beschneidungen gewartet werden. Dann können die Kinder selbst entscheiden ob sie das wollen oder nicht
    Wie viele Ausnahmen und Kniefälle vor anderen wollen wir noch machen?
    Und der ZdJ sollte mal bedenken, dass er nur eine Midnerhit der heir leben jüdischen Mitbürger vertritt. Der ZdJ spricht also nicht für alle
    Und ja, Beschneidung ist Körperverletzung, das Kind kann sich nicht wehren und von daher ist es nicht rechtes.
    Wenn den Muslimen das nicht gefällt, können sie ja gehen.
    Übrigens gibt es in Schweden und Australieen bereits so ein Gesetz

    "Wem die Gesetze nicht passen in der Ggend, wo sie gelten, der möge bitte weiterziehen" Goethe

  • Hoffentlich sagt nicht mal irgendwann einer, um zu Gott oder einer Religion zu gehören, es soll der Verstand aus dem Kopf geschnitten werden - manche würden es an anscheinend gottgewollt hinnehmen und ausführen. Anscheinend meinen einige, Sie müssten noch an Gottes Werk nachbessern und was wegschneiden. Kann schon sein, dass wir nicht unseren eigenen Vorstellungen entsprechen - aber ob da wegschneiden hilft - es scheint sich doch mehr in unseren Gedanken und Vorstellungen abzuspielen. Es ist wie immer interessant, wie sich Menschen bevormunden und einschüchtern und wie eine Herde leiten lassen und wenn einer von der Brücke springt, dann springen viele hinterher, nur weil es der ja auch gemacht hat - ohne selbst zu überlegen.

  • Kein Hund und kein Pferd darf heutzutage noch straffrei kupiert werden ......... kleine Kinder sehr wohl!!??
    ... und wenn nichts mehr hilft, dann wird das Gerichtsurteil als "Judenvernichtung" diffamiert. Lieber Zentralrat: Man kann den Antsemitismus auch selbst bewirken!

  • Dem könnte auch ich problemlos zustimmen, zumal sich hiermit ein Teil der unerwünschten Bevölkerungsexplosion erledigen würde.

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