Umweltabgabe Grüne wollen Plastiktüten besteuern

Wegen ihrer Umweltschädlichkeit fordern die Grünen Einkaufstüten aus Plastik zu besteuern. Mit den Einnahmen sollen biologisch sauberer Produkte entwickelt werden. Der Handelsverband Deutschland lehnte den Vorstoß ab.
Update: 09.03.2013 - 15:05 Uhr 21 Kommentare
Könnten bald teurer werden: Einkaufstüten aus Plastik. Quelle: dpa

Könnten bald teurer werden: Einkaufstüten aus Plastik.

(Foto: dpa)

Auf umweltschädliche Plastiktüten sollte nach Überlegungen in den Reihen der Grünen künftig eine Steuer von 22 Cent erhoben werden. Die Verwendung erdölbasierter Kunststoffe müsse dringend eingeschränkt werden, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Dorothea Steiner, der „Bild“-Zeitung.

„Mit einer Abgabe von 22 Cent pro Plastiktüte könnte die Erforschung biologisch abbaubarer Kunststoffe finanziert werden. Deutschland könnte eine solche Abgabe sehr schnell einführen, wenn der politische Wille dazu da ist. Damit könnten wir einer der Vorreiter in Europa sein.“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Europaparlament, Rebecca Harms, sagte der Zeitung: „Einweg-Plastiktüten, die zu Tausenden im Meer landen, bedrohen das Meeresleben immer mehr. Es ist allerhöchste Zeit diese Verschwendung und die schlimmen Folgen zu stoppen.“ Sie unterstütze deshalb Umweltabgaben, auch wenn diese nicht von der EU, sondern von den Mitgliedsstaaten eingeführt werden müssten.“

Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnte den Vorstoß ab. Eine solche Steuer würde die Verbraucher 1,2 Milliarden Euro im Jahr kosten. Es gebe keinen Bedarf für eine Regelung, teilte der Verband am Samstag mit. „Schon heute sind die Deutschen Weltmeister beim sparsamen Umgang mit Plastiktüten.“ Auch würden die Tragetaschen zumeist aus Recyclingmaterial hergestellt und gingen über die Gelbe Tonne in die Verwertung

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik hatte am Donnerstag ein Diskussionspapier zur Verringerung des Plastikmülls vorgestellt. Darin werden auch „marktbasierte Instrumente“ vorgeschlagen, um den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern. Allein 2010 seien EU-weit 95,5 Milliarden in Verkehr gebracht worden.

  • dpa
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21 Kommentare zu "Umweltabgabe: Grüne wollen Plastiktüten besteuern"

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  • Und wann kommt die Zwangsabgabe auf Gehirn ?

  • ...ne Stofftasche habe ich eigentlich immer (meistens im Auto) dabei.

    ...wie sieht es eigentlich wohl zukünftig mit der Besteuerung von Latex-Tüten aus??? Wollen die Grünen auch daran???

  • Wieder mal soll die Verantwortung auf den Endverbraucher abgewälzt werden...!? Dabei sind die PE-Tüten doch für die Umwelt eher das kleinere Übel... Was ist denn mit den phtalatverseuchten Folienverpackungen, den prall mit chemischen Additiven versehenen Fertigbehältern oder PET-Flaschen? Diesen Dreck und seine Entsorgung müssen wir Endverbraucher sowieso immer tragen - wo ist hier die Verantwortung der Industrie? Die wird wie immer fein gehätschelt und findet in dieser Debatte keinerlei Erwähnung. Und macht stiekum ihren Profit.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich habe für die Grünen keine Sympathie mehr. Zu liberal. Da strickt keiner mehr, da turnt keiner mehr in Turnschuhen. So'n besser verdienender Grüner kann ja gerne teuer Bio kaufen und meinetwegen auch einen Euro pro Plastetüte abdrücken usw. usw. ...nicht wählbar.

  • na das finde ich endlich mal eine gute Idee. Noch besser wäre vielleicht ein Pfand System auf Plastiktaschen. Und wenn wir schon dabei sind, könnten wir doch auf jeden Fall auch noch ein Pfand auf Kronkorken packen und irgendwie finde ich, dass auch gebrauchtes Toiliettenpapier dem Kreislauf des ewig wiederkehrenden neu zugeführt werden sollte. Da könnten sich dann die Exkremente von diversen Grünen Politiker mit der Gülle, die sie intellektuell produzieren vereinen. Ich schäme mich dafür, dass ich diese Partei zigmal gewählt habe. Es wird ganz sicher nicht wieder vorkommen.

  • Plastiktüten besteuern, meinetwegen, doch es gibt wichtigeres.
    Man nehme, das Gesetz zur Wärmedämmung, welches damals von ROT/GRÜN physikalisch grottenschlecht schlecht gemacht wurde, der Gesetzestext stammte teilweise aus der Hand der Dämmlobby, die dann über zusätzliche Gewinne jubelte. Vorhandene physikalische Gutachten, z.B. von Fraunhofer Gesellschaften, diversen Instituten wurden schlichtweg ausgeblendet.
    Heute holt man sie plötzlich wieder aus der Schublade, schüttelt den Staub ab und sagt: Ohhh, wo waren diese Dinger denn damals, dass haben wir damals aber nicht gewusst. Negative Wirkungen von Dampfsperren, Wärmespeicherspeicherfähigkeit von massiven Wänden, der sogenannte K-Wert (Wärmeverlust von einem qm Wand pro Stunde) ist isoliert betrachtet unbrauchbar um den Energieverlust eines Hauses zu betrachten, ja soetwas hat uns damals aber keiner gezeigt.
    Statt gesundem Wohnen, haben Hausbesitzer und Mieter nun 1000-fach mit, durch nicht abgeführte Luftfeuchtigleit, zusammenfallenden Isoliermaterialien in den Wänden zu kämpfen und mit Schimmelpilzen.
    Na Toll, das ist nicht Grün sondern Purpur.
    Schmeißt die Lobbyisten aus den Vorzimmern und studiert bei der nächsten und hoffentlich baldigen Änderung der Wärmedämmverordnung die seit Jahrzehnten vorliegenden physikalischen Erkenntnisse (!) und bei der Gelegenheit besteuert in Gottes Namen auch Plastiktüten.

  • In anderen Ländern erhält man zum Einkauf kostenlos Plastiktüten dazu. Das ist meines Erachtens ein grosser Convieniance Vorteil weil ich manchmal spontan einkaufen gehe.

    Für die Umwelt bedeutet eine Plastiktüte ca. 25g Polyethylen, entsprechend etwa 50ml Benzin. Das ist vergleichbar wenn Sie einen 100m weiter entfernten Parkplatz am Supermarkt ansteuern.

    Insgesamt ist es eine der üblichen Grün-sozialistischen Bevormundungen.

    Interessant ist es auch, dass die Grünen die Einnahmen der Steuer für "Grüne Forschung" ausgeben möchten. Ich nehme an, dass dann analog der Praxis unter BMU Trittin ensprechende Institute sich auf Kosten der Allgemeinheit nutzlos beschäftigen.

    Vandale

  • @Koraaa
    Sie bringen mich da auf Ideen. Wie wäre es mit der Preisfestsetzung ALLER Waren nach den derzeit gültigen gutmenschlichen (und Lobby)Kriterien. Da könnte man viele Staatsjobs und Planungsstellen schaffen, was die Arbeitslosigkeit reduzieren würde. Und es wären sichere Arbeitsplätze, denn die Kriterien ändern sich ja laufend, da ständig ein (nicht nur grüner) Wichtigtuer irgendeine neue Schnapsidee hat.

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