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Umweltschutz Studie: Wer über Glasfaser streamt, kann das mit gutem Klimagewissen tun

Glasfasernetze bieten den klimafreundlichsten Übertragungsweg für Daten. Das hat das Umweltbundesamt in einer Studie herausgefunden.
10.09.2020 - 09:46 Uhr Kommentieren
Vor allem in Corona-Zeiten sind Streaming-Dienste beliebt. Quelle: Reuters
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Vor allem in Corona-Zeiten sind Streaming-Dienste beliebt.

(Foto: Reuters)

Berlin Deutschland sollte verstärkt in den Ausbau der Glasfasernetze investieren: Sie bieten den klimafreundlichsten Übertragungsweg für Daten. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des Forschungsprojekts „Green Cloud-Computing“ von Umweltbundesamt (UBA) und Bundesumweltministerium. 

Wer zu Hause über Glasfaser streame, „der kann das eigentlich mit gutem Klimagewissen tun“, sagte UBA-Präsident Dirk Messner, der an diesem Donnerstag zusammen mit Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Studie präsentiert. Sich Videos per Glasfaser oder auch per kabelgebundenen Breitbandanschluss VDSL anzusehen sei „deutlich klimaverträglicher, als mobil zu surfen, wenn wir mit unserem Handy in der U-Bahn sitzen“, sagte Messner.

Gerade in Corona-Zeiten sind die Nutzerzahlen von Netflix und anderen Streaminganbietern gestiegen. Doch „die neuen Erkenntnisse zeigen, dass klimaverträgliches Surfen möglich ist, wenn man es richtig anstellt“, so die Umweltministerin. Aus Umweltsicht wäre es zum Beispiel gut, wenn es mehr öffentliche Hotspots gäbe.

Nach Angaben des UBA ist innerhalb des Forschungsprojekts eine Methode entwickelt worden, um die Umweltwirkungen einzelner Cloud-Dienstleistungen zu berechnen. Exemplarisch wurde dies für Onlinespeicher und Videostreaming berechnet. Der Energieaufwand der Endgeräte wurde in der Studie nicht berücksichtigt.

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    Addiert wurden die durch Videostreaming entstandenen Emissionen in einem Rechenzentrum mit den Emissionen, die entstehen, damit die Daten auf den Bildschirm zu Hause oder unterwegs aufs Handy gelangen.

    Das Ergebnis: Während die Treibhausgasemissionen im Rechenzentrum mit 1,45 Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Stunde Videostream relativ konstant sind, unterscheiden sich die Emissionen im Netzwerk sehr stark. Das Glasfasernetz ist am effizientesten.

    Wird der Stream über das Glasfasernetz geleitet, so führt dies zu Treibhausgasemissionen in Höhe von zwei Gramm CO2 pro Stunde. Beim kabelgebundenen Breitbandanschluss VDSL benötigt der Stream mit etwa vier Gramm CO2 rund das Doppelte. Moderne Mobilfunknetze (5G) sind um einen Faktor von mehr als 20 effizienter und damit klimaschonender als alte Mobilfunknetze (3G).

    Datenvolumen reduzieren

    Rund 80 Prozent des Datenverkehrs in Telekommunikationsnetzen sind nach UBA-Angaben Videoinhalte. Ihre Datenmenge zu reduzieren gilt deshalb als eine besonders effektive Möglichkeit, die Netze zu entlasten und deren Energieverbrauch zu senken.

    Oft sei dies sogar ohne Qualitätseinbußen möglich, wenn Anzeigegeräte wie Smartphones oder Tablets ohnehin nur über kleine Displaygrößen verfügen. Solche Geräte sind zwar technisch oft in der Lage, eine hohe Pixelzahl darzustellen. Das menschliche Auge kann die hohe Auflösung, vor allem bei Bewegtbildern, jedoch nicht von einer geringeren Auflösung unterscheiden. Nutzer können das Datenvolumen also reduzieren, wenn sie nicht immer die höchste Auflösung einstellen.

    Kritisch sieht das Umweltbundesamt die oft automatisch startenden Werbevideos, sobald sich die Videofenster im sichtbaren Bildschirmbereich befinden. Im Sinne des Klimaschutzes, so das UBA, sollten Website-Betreiber darauf möglichst verzichten, da dies erheblichen Datenverkehr verursacht.

    Auch Anreize in Mobilfunktarifen, die zu einem höheren Datenkonsum führen, etwa Flatrates oder großzügige Datenpakete für Musik- und Videostreaming, betrachtet das UBA mit Skepsis. Umweltbewusste Tarife, die kostenloses Telefonieren über WLAN-Netze zulassen, wären geeigneter als Flatrates für den Mobilfunk.

    Mehr: Digitalbranche gerät ins Visier der Klimaschützer

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