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UN-Klimakonferenz in Bonn Klimafreundlich zum Klimagipfel

In Bonn diskutiert ab Montag die internationale Staatengemeinschaft darüber, wie die Erderwärmung gebremst werden kann – und das mitten im zähen Ringen der Berliner Sondierungen um eine mögliche Jamaika-Koalition.
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Globaler Zusammenschluss gefordert – Klimakonferenz wirft Schatten voraus

Berlin Es hat etwas von einem Klassenausflug – diese Fahrt mit dem ICE 6123, auch „Train to Bonn“ genannt. „Bereit für die Zukunft“, prangt in grünen Lettern auf der Außenhülle des Sonderzuges, der diese bunte Truppe von Regierungsvertretern, Umweltorganisationen, Unternehmern und Journalisten an diesem Samstag von Berlin zur Klimakonferenz in Bonn bringt.

Unter der Präsidentschaft des pazifischen Inselstaates Fidschi beginnt am Montag in Bonn die 23. UN-Klimakonferenz. Deutschland agiert als gastgebende Nation, da auf Fidschi kaum genug Platz gewesen wäre, Tausende von Teilnehmern unterzubringen.

„Allen Mitstreitern und Mitstreiterinnen wünsche ich eine gute Fahrt“, sagt Noch-Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Es sei ein gutes Gefühl, so viele Gleichgesinnte an Bord zu wissen, sagte die SPD-Ministerin, die in Bonn wohl einen ihrer letzten Auftritte auf großer Bühne haben wird – vorausgesetzt, Union, FDP und Grüne überwinden ihre Differenzen, einigen sich auf eine Jamaika-Koalition und die SPD geht in die Opposition. Hendricks, so scheint es, hat ihren Frieden damit gemacht, nicht mehr allzu lange als Ministerin zu wirken, auch wenn sie den Moment, an dem sie ihr Haus in neue Hände übergeben muss, nicht gerade herbeisehnt.

Zu viel bleibt beim Kampf gegen die Erderwärmung zu tun. Zwar hatte sich die Staatengemeinschaft vor zwei Jahren in Paris auf ein internationales Klimaabkommen geeinigt. Um das aber umzusetzen, müssen die Staaten in ihren Klimaschutzbemühungen nachlegen. Die bisherigen Zusagen reichen nicht aus, das Zwei-Grad-Limit des Pariser Vertrags zu erreichen, geschweige denn, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen, wie es ebenfalls in der französischen Hauptstadt formuliert wurde. Im Gegenteil: Im Moment steuert die Welt Klimaforschern zufolge eher auf eine Erwärmung von fast drei Grad zu.

Mit der Unterzeichnung des Klimaabkommens im Dezember 2015 steht die Welt unter Zugzwang – auch Deutschland. Die große Koalition hat zwar auf Paris mit dem so genannten Klimaschutzplan 2050 reagiert, in dem bis zur Mitte des Jahrhunderts „weitgehende Treibhausgasneutralität“ angestrebt wird. Das Ringen der möglichen künftigen Koalitionäre aus Union, FDP und Grünen zeigt jedoch, wie umkämpft der Weg bis dahin ist. In diesem Zug der „Mitstreiter und Mitstreiterinnen“ ist vor allem das Unverständnis über die Liberalen groß. Die FDP sei auf Abwegen, so sieht es nicht nur Barbara Hendricks. Tenor der Argumentation: Es geht nicht nur um nationale Klimaziele, sondern um einen völkerrechtlichen Vertrag, der einzuhalten ist. Es sei an der Zeit, von den Knackpunkten zu den Chancen zu kommen, mahnen Insassen im Zug die Streithähne in Berlin. Dass die COP, die Conference of the Parties, wie die stets zweiwöchige Klimakonferenz auch genannt wird, parallel zu den Verhandlungen in Berlin stattfindet, wird im Vorfeld des Gipfeltreffens als gutes Omen gesehen, doch noch eine Einigung bei den umkämpften Umweltthemen zu erzielen, vor allem in der Frage des deutschen Kohleausstiegs.

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