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Unangemeldete Prüfungen Dobrindt plant „Dopingtests“ für Autos

Verkehrsminister Dobrindt will unangemeldete Fahrzeug-Kontrollen im Stile von Doping-Tests einführen. Es ist eine von vielen Maßnahmen, die das „verspielte Vertrauen in die Autoindustrie“ wiederherstellen soll.
14.02.2016 - 17:35 Uhr
Verkehrsminister Alexander Dobrindt (links) und VW-Vorstandsmitglied Brand Herbert Deiss (Archivbild): „Verspieltes Vertrauen in die Autoindustrie wiederherstellen.“ Quelle: AFP
VW-Werkstatt

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (links) und VW-Vorstandsmitglied Brand Herbert Deiss (Archivbild): „Verspieltes Vertrauen in die Autoindustrie wiederherstellen.“

(Foto: AFP)

Berlin Als Konsequenz der Abgasaffäre bei Volkswagen stellt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Autobauern unangemeldete Abgastests in Aussicht. „Es wird Kontrollen für Kraftfahrzeuge im Stile von Dopingtests geben. Unangemeldet, jedes Jahr“, sagte Dobrindt der „Bild am Sonntag“. In der Diskussion um die Förderung von Elektroautos bringt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine Abgabe für den Kauf besonders spritfressender Fahrzeuge ins Gespräch.

Dobrindt kündigte an: „Nach dem Zufallsprinzip werden Fahrzeuge beispielsweise über Autovermietungen ausgewählt und deren Schadstoffausstoß getestet.“ Sein Ministerium wolle sicherstellen, dass Manipulationen nicht wieder passieren. Nach Dobrindts Worten sollen staatliche Prüfstände beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) aufgebaut werden. „Die Aufsicht über die Kontrollstellen hat das Bundesverkehrsministerium. Diese zusätzlichen Prüfungen sollen helfen, durch den VW-Skandal verspieltes Vertrauen in die Autoindustrie wiederherzustellen“, sagte Dobrindt.

Im Januar hatte das Bundesverkehrsministerium bereits mehrere Neuregelungen in den Blick genommen. Technische Prüfdienste, die für einen Autohersteller tätig sind, sollten sich künftig in einer Rotation abwechseln, hatte ein Sprecher in Berlin mitgeteilt. Die VW-Untersuchungskommission des Ministeriums habe zudem vorgeschlagen, staatliche Prüfstände für Emissions-Nachmessungen aufzubauen. Damit könnten nach Ansicht von Experten wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Prüfinstituten und Herstellern vermieden werden.

Außerdem sollen Hersteller dem KBA künftig ihre Motorsoftware offenlegen. Dadurch wäre es leichter, etwaige Abschaltvorrichtungen zu erkennen, mit denen ein Fahrzeug „merkt“, ob gerade ein Abgastest läuft. Solche so genannten „Defeat Devices“ stehen im Zentrum des VW-Abgasskandals: Die US-Umweltbehörde hatte Mitte September mitgeteilt, dass VW mit Hilfe einer solchen Software Stickoxid-Messwerte (NOx) von Dieselautos bei Tests auf Prüfständen manipuliert hat, um die Vorgaben der Behörden zu erfüllen. Manipuliert wurde bei Dieselmotoren in weltweit bis zu elf Millionen Autos verschiedener Konzernmarken.

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