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„Union als Steigbügelhalter der SPD“ CDU-Wirtschaftsrat giftet gegen Renten-Abnicker

„Gefährliche Geisterfahrt“, „verheerendes Signal“, „Bremsklotz notwendiger Reformen“: Der CDU-Wirtschaftsrat lässt kein gutes Haar am Kompromiss zur Rente mit 63. Vor allem die Union bekommt ihr Fett weg.
Update: 20.05.2014 - 16:28 Uhr 8 Kommentare
Kurt Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates der CDU: „Die Union als Steigbügelhalter der SPD ist ein Treppenwitz der Geschichte.“ Quelle: dpa

Kurt Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates der CDU: „Die Union als Steigbügelhalter der SPD ist ein Treppenwitz der Geschichte.“

(Foto: dpa)

Berlin Der Präsident des Wirtschaftsrates der CDU, Kurt J. Lauk, hat mit heftiger Kritik auf den Rentenkompromiss der Fraktionsspitzen der Großen Koalition reagiert: Die SPD habe Deutschland mit der Agenda 2010 mit Unterstützung der damaligen Oppositionspartei CDU und den Rentenreformen der Minister Franz Müntefering und Walter Riester „entscheidend“ vorangebracht. „Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass nun ausgerechnet die Union als Steigbügelhalter der SPD diese Reformen mit zurückdreht“, sagte Lauk. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist die Rente mit 63 unter voller Anrechnung der Arbeitslosenzeiten eine gefährliche Geisterfahrt für die Industrienation Deutschland und sendet das falsche Signal nach Europa.“

Wenige Tage vor der Bundestags-Abstimmung hatten sich die Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD am Montag auf Regeln geeinigt, die eine Frühverrentungswelle bei der Rente mit 63 vermeiden sollen. Vom Wirtschaftsflügel und von jungen Abgeordneten der Union, die starke Vorbehalte deutlich gemacht hatten, kamen aufgeschlossene Signale. Die Opposition nannte den Kompromiss ungerecht und meldete Zweifel an der Finanzierung an.

Lauk sagte, ohne die Rente mit 63 wäre der Einstieg in die Flexi-Rente ein „schöner Erfolg“ hin zu mehr Wahlfreiheit und einer längeren Lebensarbeitszeit. „So sind die neuen Befristungsmöglichkeiten für Arbeitsverhältnisse jenseits der Regelaltersgrenze nicht mehr als ein Feigenblatt“, kritisierte der CDU-Politiker. Die „kosmetischen Korrekturen“ der Fraktionsspitzen seien zwar richtig, sie könnten jedoch die „katastrophalen Folgen“ der Rente mit 63 nicht überdecken.

Lauk gab zu bedenken, dass 200.000 Menschen durch das Rentenpaket jedes Jahr vorzeitig in den Ruhestand gedrängt würden. Wer verzichte, verschenke zwei Rentenjahre. „Dabei werden ältere Arbeitnehmer in Zeiten der Bevölkerungsalterung mehr denn je gebraucht“, unterstrich der Wirtschaftsrat-Präsident. Der Fachkräftemangel entwickle sich zu Deutschlands „Wachstumshindernis Nummer eins“, es sei denn, die Bundesregierung steuere entschlossen dagegen. „Stattdessen geben Union und SPD mit der Rente mit 63 auch noch kräftig Gas in Richtung industrielles Abseits“, befürchtet Lauk.

Abgesehen davon senden die Regierungsfraktionen aus Lauks Sicht mit der Verabschiedung des Rentenpakets zwei Tage vor der Europawahl ein „verheerendes Signal“ an die anderen EU-Mitgliedsstaaten. „Wenn Deutschland selbst die Axt an die Zukunftsfähigkeit seiner Sozialsysteme legt, dann verliert es jede Autorität als europäischer Reformmotor“, ist der CDU-Politiker überzeugt.

Bisher sei die Bundesrepublik bei der Verlängerung der Lebensarbeitszeit „mutig vorangeschritten“ und habe so den Krisenländern glaubwürdig ein höheres Renteneintrittsalter abverlangen können. Dabei habe Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf europäischer Bühne „große Erfolge“ erreicht. Nun aber, so Lauk, „wandelt sich Deutschland durch die Rente mit 63 vom Motor zum Bremsklotz der dringend notwendigen Strukturreformen“.

Große Koalition rechnet mit breiter Mehrheit
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8 Kommentare zu "„Union als Steigbügelhalter der SPD“: CDU-Wirtschaftsrat giftet gegen Renten-Abnicker"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der SED war auch alles egal. Mit ihrer satten Mehrheit und den erbärmlichen Blockflöten in der Volkskammer, hat sie ohne zu zögern ihre schädliche Politik durchgesetzt.

    Geschichte wiederholt sich gerade.

    Ich wähle am Sonntag die AfD!

  • Ich wähle ohnehin NIE WIEDER eine der Blockparteien. Die AfD aber auch nicht - die ist keinen Deut besser!

  • Die heutige Jugend ist so träge und unbedarft, dass sie nicht einmal merkt, wenn sie massiv über den Tisch gezogen werden; täglich müßte demonstriert werden, aber nichts passiert, man geht lieber ins Freibad, das war bei uns 1968 ganz anders.

    Der eigene Renteneintritt liegt ja noch 40 Jahre weit entfernt; April, April, dann liegt das Eintrittsalter nämlich bei 75 Jahren und das bei halber Leistung.

    Auf den Intellekt unserer Jugend kann man nun wirklich nicht mehr stolz sein. Jetzt hätte man noch gegensteuern können; genauso verhält es sich übrigens mit der Klimakatastrophe, die auch erst in 40 Jahren brutal zuschlägt.

    Ach du arme dumme und träge Jugend von heute.

  • Merkel, die CDA und die ganze CDU-Linke sollen einfach in die SPD eintreten und gut ist...

  • Muss sich der Wirtschaftsrat wundern, wenn Merkel die SPD sogar noch links überholt??? Warum verliert die Union viele Stimmen an die AfD? Sie besetzt die mitte-rechts Position der Parteienlandschaft nicht mehr. Das könnte 2017 zur Folge haben, dass ein starkes Linksbündnis die Union endgültig abwürgt. Die Ursache ist die programmlose Merkel, die vor der NSA-USA dauernd einknickt.

  • Die große Mehrheit der weiblichen und männlichen Abgeordneten kann mit dem Inhalt der neuen Renten-Regelungen wahrscheinlich gar nichts anfangen, weil sie die nicht verstehen können oder wollen - das Abnicken ist deren höchste politische Tat. Wie war es denn bei der Abstimmung zum ESM und anderen ebenso wichtigen Themen..? Die Peinlichkeiten der Ahnungslosigkeit bei der großen Mehrheit der Parlamentarier war doch kaum noch zu überbieten. Seinen dortigen Platz sichert man am besten dadurch, dass man "Heil dem Vorturner" zuruft und das dann verantwortungsvolle Abstimmung nennt..!

  • "Saarlands-CDU-Kramp-Karrenbauer hält AfD für „hart an der Grenze zur Verfassungsfeindlichkeit"

    Die Schweiz hat sich für strenge Quoten zur Einwanderung ausgesprochen, die AfD setzt sich für Einwanderung nach dem Vorbild Kanadas ein.

    ---> Frau CDU-Kramp-Karrenbauer warum wird gleich Gift und Galle gespuckt in Deutschland, wenn man die EInwanderung sinnvoll regulieren will ? Warum solche Formulierung wie "Fremdenfeindlichkeit" von der weder in der Schweiz noch von Seiten der AfD die Rede sein kann. Regulieren ja aber ohne Schaum vorm Mund Frau CDU-Kramp-Karrenbauer !! Frau Merkel will keine Einwanderungs-Regulierung, sonst wären 180.000 Einwanderer aus Osteuropa nach Deutschland seit 2014 unmöglich gewesen.Die Deutschen sollen ja verschwinden in Europa. Sie regieren bewusst an den Interessen der Deutschen vorbei.

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    Für die Politiker (und besonders für Frau Merkel) sind wir nur eine Rinder-Herde, die zu fressen haben muss damit man sie melken kann. Die Medien liefern das Narkosemittel für den "Koma-Patienten Deutschland", damit Schäuble in Ruhe abzapfen kann.

    Herr Vosskuhle vom Bundesverfassungsgericht ist ja Frau Merkel ein Dorn im Auge, weil er ungefragt etwas von sich gibt. SIe will ihn ja austauschen am Liebsten.

    Herr Vosskuhle hat recht und er sollte noch dazusagen, dass die "Kruste von oben" in Deutschland (Politiker und System-Medien) VERBOTEN werden sollte und gehört abgeschafft.

    Charakterlich sind Politiker und System-Journalisten verlogen und das Abartigste, was Menschen zu bieten haben in Europa.

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    "Deutschland rückt auf Platz zwei hinter den USA vor
    400.000 Ausländer im Jahr: Einwanderung nach Deutschland nimmt drastisch zu"

    http://www.focus.de/finanzen/news/zweiter-rang-hinter-den-usa-oecd-studie-deutschlands-zuwanderung-boomt_id_3858638.html

    AfD ist für vernünftige Regulierung der Einwanderung nach Deutschland nach dem Vorbild Kanadas. Es kann nicht sein, dass der deutsche Sozialstaat für eine "offene Bahnhofshalle Europas" geopfert wird.

  • "Der CDU-Wirtschaftsrat lässt kein gutes Haar am Kompromiss zur Rente mit 63. Vor allem die Union bekommt ihr Fett weg."

    Ich kann dem nur zustimmen. Unsere Kinder werden sich weigern, das alles zu bezahlen. Einst schwarze CDU, bist du jetzt die "hellgraue" SPD geworden? Bei der Europawahl wird Frau Merkel die Quittung zum ersten Mal bekommen. Und wenn das "links" so weitergeht, auch bei der nächszen Bundestagswahl. Kein Wunder, dass sich Deutschland's Wähler polarisieren. Die Jungen rechts, die alten links, denn die juckt es nicht mehr. Was da zur Zeit in Berlin abläuft, ist unverantwortlich.