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Union Die Kanzlerkandidatur wird für CDU und CSU zur Belastung

Unionspolitiker fordern eine schnelle Einigung von Laschet und Söder in der K-Frage. Denn die Grünen wollen bereits am 19. April ihre Entscheidung verkünden.
07.04.2021 - 18:51 Uhr 2 Kommentare
Die Unzufriedenheit mit der CDU wächst in der Coronakrise. Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (M) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (r) unterhalten sich bei einem Bund-Länder-Treffen

Die Unzufriedenheit mit der CDU wächst in der Coronakrise.

(Foto: dpa)

Berlin Bei CDU und CSU wächst die Ungeduld. Führende Unionspolitiker forderten den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder auf, sich möglichst schnell bei der offenen Frage der Kanzlerkandidatur zu einigen. Es gibt die Befürchtung, dass ein anhaltender Machtkampf den in Umfragen ohnehin schon schwächelnden Unionsparteien weiter schaden könnte.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) sagte, Laschet und Söder würden sich „zeitnah zusammensetzen“, um zu entscheiden, wer von beiden als Kanzlerkandidat der Union in die Bundestagswahl gehen soll. Damit formulierte Brinkhaus eine Erwartungshaltung vieler Parteifreunde.

„Wir warten darauf, dass die beiden Parteivorsitzenden miteinander sprechen und uns einen Vorschlag präsentieren, hinter dem sich alle versammeln können“, sagte Unionsfraktionsvize Johann Wadephul dem Handelsblatt. Erst wenn dies nicht gelinge, müssten andere die Entscheidung treffen, etwa die Bundestagsfraktion. „Ich bevorzuge einen gemeinsamen Vorschlag der beiden Parteivorsitzenden.“

Am Sonntag treten die beiden Parteivorsitzenden beim geschäftsführenden Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf. Der Termin ist schon länger geplant, erhält nun aber durch die offene Machtfrage zusätzliche Brisanz. Es gilt zumindest nicht als ausgeschlossen, dass Laschet und Söder die Unionsführung am Wochenende mit einer Einigung überraschen.

„Die politische Lage macht es erforderlich, dass wir bald eine Klärung bekommen“, sagte Fraktionsvize Wadephul. Vieles sei derzeit ungeklärt: Neben der Kandidatenkür seien es auch viele sachliche und fachliche Fragen, etwa der Umgang mit der Pandemie bis hin zu den Zukunftsfragen und der Krisenbewältigung. „Je länger wir uns mit Personalfragen beschäftigen, desto schwerer kommen wir in den Wahlkampfmodus“, warnte Wadephul.

Fraktion will mitreden

Brinkhaus forderte eine Mitsprache der Fraktion bei der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten. Er setze darauf, dass dies auch geschehe, sagte er im Deutschlandfunk. Die Abgeordneten wollten vor dem Bundestagswahlkampf „wissen, wohin die Reise geht“.

Für die Entscheidung in der K-Frage sei ein „breiter Konsens“ nötig, deswegen müsse auch die Fraktion miteingebunden werden. Zu Spekulationen, dass er selbst Kanzlerkandidat werden könne, sagte Brinkhaus, er vertraue darauf, dass sich die Parteichefs untereinander einigten.

Zuletzt hatte es Gerüchte über einen möglichen dritten Kandidaten gegeben. Dies gilt zwar als sehr unwahrscheinlich, zeigt aber, wie unzufrieden man in der Union mit der derzeitigen Lage ist. Laschet käme bei den Wählern einfach nicht an, sagte ein CDU-Politiker. Er verwies auf die schwachen persönlichen Umfragewerte.

Hier führt Söder deutlich. Allerdings ist der bayerische Ministerpräsident in der CDU-Führung umstritten. Die CDU-Ministerpräsidenten und Landeschefs setzen eher auf Laschet.

Offiziell hat Söder bisher kein Interesse an der Kanzlerkandidatur bekundet. Allerdings gilt es in der Union als ausgemacht, dass er zugreifen würde. Als CSU-Chef muss er warten, bis ihm die Kandidatur von der großen Schwesterpartei angedient wird.

CSU als „konstruktiver Faktor“

In der Corona-Politik hatte Söder zuletzt offen gegen Laschet gestichelt. Nun betonte er Geschlossenheit. Er übernehme aber als CSU-Vorsitzender und Landeschef schon jetzt etwa im Koalitionsausschuss Mitverantwortung für Deutschland. Dort habe er die CSU als „konstruktiven Faktor“ etabliert.

Wichtig sei, dass Laschet und er in den kommenden Wochen „so stark wie möglich, so geschlossen wie möglich“ aufträten. CDU-Chef Laschet sagte in der „Zeit“ über sein Verhältnis zu Söder: „Wir kennen, wir durchschauen und wir schätzen uns.“

Die Unzufriedenheit über die Hängepartie wird in der Union auch deshalb größer, weil die Konkurrenz besser organisiert wirkt. Die SPD hat mit Vizekanzler Olaf Scholz ihren Kandidaten bereits im vergangenen Sommer aufgestellt. Und die Grünen haben nun die Weichen für ihre Kür gestellt.

Sie wollen am 19. April verkünden, wer von beiden Co-Parteichefs, Annalena Baerbock und Robert Habeck, die Partei in die Bundestagswahl führen soll, kündigte Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Mittwoch an.

Mehr: Laschets Eigentor

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2 Kommentare zu "Union: Die Kanzlerkandidatur wird für CDU und CSU zur Belastung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vielleicht können ja beide Kandidaten zusammen den Kanzler stellen. 2 Halbtagsstellen sozusagen. Für die Pluralität wäre es ein Gewinn.

  • Da kann man der Union nur wünschen, dass Herr Laschet den Weg für einen kompetenten Kanzlerkandidaten der Union schnell freimacht. Die Umfragen müssten selbst Herrn Laschet zu denken geben, aber wahrscheinlich vergeigt er die Wahl, bevor es überhaupt losgeht.

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