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Union Ministerpräsident Daniel Günther arbeitet an Kompromisslösung für CDU-Vorsitz

In der CDU wächst die Sorge, dass die Partei gespalten ins Wahljahr 2021 geht. Mancher will darum eine Kampfkandidatur um den Vorsitz vermeiden.
24.08.2020 - 09:30 Uhr 2 Kommentare
Ministerpräsident Schleswig-Holstein, besichtigt während seiner Sommerreise entlang der dänisch-deutschen Grenze den Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr in Tönder. Quelle: dpa
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther

Günther empfängt am Montag NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

(Foto: dpa)

Berlin Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will sich bei Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet für einen Kompromiss im Ringen um den CDU-Vorsitz einsetzen. Er wolle bei seinem Treffen mit Laschet an diesem Montag darüber sprechen, „wie die Kandidaten doch noch zusammenkommen könnten“, sagte Günther der „Welt“. „Eine knappe Entscheidung, wie wir sie bei der letzten Vorsitzendenwahl zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz hatten, wäre kein guter Einstieg in ein Bundestagswahljahr.“

Laschet besucht an diesem Montag Schleswig-Holstein. Der NRW-Ministerpräsident will sich auf dem Anfang Dezember geplanten Parteitag in Stuttgart um den CDU-Vorsitz bewerben, ebenso wie der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. In der CDU gibt es Befürchtungen, dass die Partei bei einem knappen Ausgang der Wahl zwischen Laschet und Merz gespalten in das Superwahljahr 2021 mit mehreren Landtags- und der Bundestagswahl gehen könnte.

„Ich nehme eine verbreitete Stimmung in der Partei wahr, dass jetzt nicht die Zeiten sind, in denen man lange Personaldebatten führen sollte“, sagte Günther. Über Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte er: „Es ist bekannt, dass ich Jens Spahn sehr schätze. Er macht als Bundesgesundheitsminister einen extrem guten Job. Von daher hat er bei dem, was er tut, meine absolute Unterstützung.“

In der Union wurde hinter vorgehaltener Hand zeitweise darüber diskutiert, ob es im Team Laschet-Spahn noch einen Rollentausch geben könnte – und Spahn an Stelle von Laschet als CDU-Chef kandidieren könnte. Hintergrund waren die gesunkenen Beliebtheitswerte von Laschet im Verlauf der Corona-Pandemie. Spahn hat sich aber wiederholt zur Teamlösung mit dem Ministerpräsidenten bekannt.

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    Die Entscheidung über den neuen CDU-Vorsitzenden gilt auch als entscheidende Wegmarke für die Kanzlerkandidatur der Union. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Söder, der in Teilen der CDU ebenfalls als möglicher Bewerber gehandelt wird, hatte vor Kurzem erklärt, er könne sich die Nominierung des Kanzlerkandidaten auch erst im März 2021 vorstellen.

    Dafür erhält er nun Unterstützung aus der CDU: „Gegen den Vorschlag von Markus Söder, dies erst nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am 14. März 2021 zu entscheiden, spricht ja nichts“, sagte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

    Keiner der Kandidaten hat mir bisher die Frage beantwortet, wie er die nächsten zehn Jahre nach der Ära Angela Merkel dieses Land nach vorne bringen will“, kritisierte Baldauf. Dies sei aber vor der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden entscheidend. „Wenn im Dezember der CDU-Parteivorsitzende gewählt wird und sich die Bewerber bis dahin auf einen Kandidaten geeinigt haben, ist das gut für uns alle“, sagte Baldauf. „Wenn sie sich bis dahin noch nicht geeinigt haben oder der Parteitag wegen Corona nicht stattfinden kann, kann es durchaus Sinn machen, erst nach den Landtagswahlen zu entscheiden.“

    Sein Favorit für den CDU-Vorsitz und den Kanzlerkandidaten sei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Aber er kandidiert ja nicht.“ In der Corona-Pandemie habe Laschet als Krisenmanager Format gezeigt. Zwischen ihm und Merz werde die Wahl entschieden werden, sagte Baldauf.

    Mehr: Mit der Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz hat die SPD den Koalitionspartner überrumpelt. Trotz komfortablen Umfragevorsprungs gibt es für die Union Risiken.

    • dpa
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    2 Kommentare zu "Union: Ministerpräsident Daniel Günther arbeitet an Kompromisslösung für CDU-Vorsitz"

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    • Genauso sehe ich das auch; "Rumgeeiere" hatten wir ja in den letzten Jahren in der CDU genug! Wenn man heute irgendwo 36-38% bei Wahlen erreichen würde, liegt das mit Sicherheit auch nicht an den Leistungen der CDU-CSU, sondern an der Schwäche der anderen Parteien! Selbst die Grünen sind heute nur noch eine Partei des Wohlstandsbürgertums in Großstädten und von gehobenen Beamten wie z.B. Lehrern.

    • Eine Demokratie in der nicht gestritten wird, ist keine. So steht das Helmut Schmidt-Zitat jede Woche in der Zeit. Eine Partei, die nicht offen ihren Besten für den Vorsitz sucht... Eine einvernehmliche Lösung, ein nettes Wort für Mauschelei, wäre katastrophal für die Glaubwürdigkeit dieser Partei. Und die CDU kann sich ja nicht darauf ausruhen stärkste Partei zu sein - vielmehr muss sie für die Zukunft begeistern. Mit Hinterzimmerdiplomatie wird das nicht gelingen.

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