UNO-Geberkonferenz Deutschland sichert Ebola-Ländern 200 Millionen zu

Die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder in Westafrika haben die internationale Gemeinschaft um Milliardenhilfen gebeten. Deutschland beteiligt sich mit knapp 200 Millionen Euro am Aufbau eines Gesundheitssystems.
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Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika kamen bisher mehr als 11 000 Menschen ums Leben. Quelle: dpa
Liberia

Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika kamen bisher mehr als 11 000 Menschen ums Leben.

(Foto: dpa)

New YorkDie Weltgemeinschaft hat den von der Ebola-Epidemie am schwersten betroffenen Staaten Hilfe in Milliardenhöhe zugesagt. Bereits zum Auftakt einer Geberkonferenz der Uno sagten Spender mehr als 1,5 Milliarden Dollar zu, 495 Millionen davon kamen von der EU. Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika kamen bisher mehr als 11 000 Menschen ums Leben. Zuletzt hatte es in Liberia wieder neue Fälle gegeben, obwohl die Behörden die Seuche dort unter Kontrolle gewähnt hatten.

Deutschland beteiligt sich mit knapp 200 Millionen Euro am Aufbau eines Gesundheitssystems in den von Ebola betroffenen Ländern. Mit 196 Millionen Euro ist das fast die gleiche Summe, die Deutschland nach Angaben der Bundesregierung bereits im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt hatte. Zusätzlich ist die Bundesrepublik an den 450 Millionen Euro beteiligt, die von der EU-Kommission überwiesen werden, wie die Delegationen in New York mitteilten.

Nach jüngsten Zahlen der WHO sind in Sierra Leone, Guinea und Liberia seit Ausbruch der Seuche im vergangenen Jahr etwa 27 500 Menschen erkrankt. „Wir unterstützen dort, wo der Bedarf unserer Partnerländer am größten ist“, erklärte Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) in Berlin. „Die Menschen brauchen vor allem wieder Perspektiven, müssen sich schnell wieder selbst ernähren können. Wichtig ist mir deshalb auch, dass Schul- und Ausbildungsprogramme für junge Menschen ein Schwerpunkt unserer Unterstützung sind.“

Die gefährlichsten Viren der Welt
EBOLA VIRUS
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Ebola-Virus

Das vorwiegend in Zentralafrika auftretende Ebola-Virus gehört zu den tödlichsten Krankheitserregern überhaupt. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben innerhalb von einer Woche nach dem Auftreten der ersten Symptome.

Marburg-Virus
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Marburg-Virus

Mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent ist der Erreger des Marburg-Fiebers ähnlich gefährlich wie das Ebola-Virus. Vergleichbar sind auch Krankheitsverlauf und Übertragungsweg: Beide Erreger werden auf den Menschen durch Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren übertragen.

Das Marburg-Virus wurde erstmals im Jahr 1967 bei Mitarbeitern eines Labors in Marburg festgestellt. Vermutlicher Ausgangspunkt der Erkrankung waren seinerzeit wohl infizierte Versuchstiere.

Lassavirus
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Lassa-Virus

Überträger des vor allem in Westafrika auftretenden Lassa-Virus ist ein Nagetier, die Natal-Vielzitzenmaus. Etwa 500.000 Menschen erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO am Lassa-Fieber, rund 5000 davon sterben. Gefährdet sind vor allem schwangere Frauen, da sich der Erreger gern in der Plazenta einnistet.

TigermückeTigermücke
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Dengue-Virus

Die Tigermücke ist einer der Erreger des durch Viren hervorgerufenen Dengue-Fiebers. Die Krankheit ähnelt meist einer schweren Grippe, kann aber auch in ein hämorrhagisches Denguefieber ausarten, bei dem schwere innere Blutungen schließlich zum Tod führen. Die WHO schätzt, dass bis zu 100 Millionen Menschen pro Jahr an Denguefieber erkranken, rund 20.000 davon sterben.

Hantaviren
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Hanta-Virus

Während des Koreakrieges erkrankten rund 3000 US-Soldaten im Gebiet des südkoreanischen Hantan-Flusses an einem bis dahin unbekannten Erreger, der Fieber und im schlimmsten Fall Nierenversagen verursachte. Heute zählen Hantaviren zu den am weitesten verbreiteten Krankheitserregern, sie sind praktisch weltweit zu finden. Die meisten Infektionen mit den durch Nagetiere übertragenen Viren verlaufen allerdings glimpflich.

Gelbfieber
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Gelbfieber-Virus

Obwohl es einen Impfstoff gibt, erkranken pro Jahr noch immer mehrere hunderttausend Menschen an Gelbfieber. Die Viren werden durch Stechmücken übertragen. In schweren Fällen kann es zu Leberschäden und Störungen der Blutgerinnung kommen. Die WHO schätzt, dass etwa 30.000 Menschen pro Jahr an Gelbfieber sterben.

„Für die Welt als Ganzes hängt viel davon ab, wie wir auf diese globale Bedrohung reagieren“, sagte die liberianische Staatschefin Ellen Johnson-Sirleaf bei der Konferenz. Gemeinsam mit ihren Kollegen aus Guinea und Sierra Leone bat sie die internationale Gemeinschaft um 3,2 Milliarden Dollar Hilfe für Projekte in ihren Ländern und zusätzlich vier Milliarden Dollar für regionale Initiativen.

Das Geld werde Millionen Menschen helfen, ihr Leben wieder neu aufzubauen, sagte Johnson-Sirleaf weiter. Die Epidemie hatte auch die Volkswirtschaften der betroffenen Staaten sowie die gesellschaftliche Ordnung erschüttert. Teilweise kam es zu Unruhen.

Der Uno-Sondergesandte für Ebola, David Nabarro, sagte bei dem Treffen, ein Ende des Ebola-Ausbruchs sei in Sicht. Es gebe in den drei betroffenen Staaten nur noch 30 neue Fälle pro Woche. Allerdings hatte es zuletzt einen Rückschlag in Liberia gegeben, das erst Anfang Mai für Ebola-frei erklärt worden war. Dort war vor fast zwei Wochen ein 17-Jähriger an dem Virus gestorben und hatte noch mehrere andere Menschen angesteckt.

  • dpa
  • ap
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