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Bundeswirtschaftsminister Altmaier

Der Politiker ärgert sich über die vielen Funklöcher im Land.

(Foto: AP)

Unterbrochene Gespräche auf Autofahrten Wirtschaftsminister Altmaier sind die Funklöcher in Deutschland peinlich

Wirtschaftsminister Altmaier will im Auto lieber nicht mit Kollegen aus dem Ausland sprechen – ihm sind die Funklöcher peinlich.
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Ob in der Bahn oder im Auto – wer oft reist, der weiß: Der Handyempfang ist in vielen Teilen des Landes schlecht. Daran ändert sich auch nichts, wenn man in einer komfortablen Limousine unterwegs ist, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf einer Konferenz des „Manager Magazins“ berichtet hat.

Er habe seinem Büro verboten, ihn auf Autofahrten mit ausländischen Ministerkollegen zu verbinden, „weil es mir total peinlich ist, wenn ich dann dreimal, viermal neu anrufen muss, weil ich jedes Mal wieder rausfliege“, sagte der Politiker. Das Publikum applaudierte, offenbar zur Bestätigung des Problems.

Es sei „eine der größten Blamagen des Technologiestandorts Deutschland, dass inzwischen 99 von hundert Handynutzern überzeugt sind, dass 4G bei uns ständig nur zusammenbricht“, sagte Altmaier – also der derzeit schnellste Mobilfunkstandard. Damit äußerte sich der Wirtschaftsminister so deutlich wie wenige Politiker zu den Schwächen im deutschen Netz.

Der Ärger über die schlechte Netzabdeckung beschäftigt die Politik seit einiger Zeit. Die Bundesregierung will die Situation in den kommenden Jahren deutlich verbessern. „Wir bringen die Gigabit-Netze in alle Regionen“, heißt es im Koalitionsvertrag von Union und SPD – alle Bürger sollen einen flächendeckenden Zugang zum schnellen Internet erhalten.

Eine wichtige Rolle spielt der Ausbau der neuen Mobilfunkgeneration 5G: Die Technologie ermöglicht im Vergleich zum bisherigen Standard eine schnelle Datenübertragung mit geringen Verzögerungen und eignet sich somit auch für Anwendungen wie das autonome Fahren oder die Telemedizin.

Zudem will die Bundesnetzagentur die Netzbetreiber bei der Versteigerung der neuen Frequenzen dazu verpflichten, die bestehenden Netze auszubauen. So werden die großen Netzbetreiber dazu verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zu versorgen – statt bislang 50 Mbit/s.

Der Beirat der Behörde soll den Plan am Montag beschließen, die Versteigerung der Frequenzen ist Anfang 2019 zu erwarten. Allerdings monieren die Mobilfunkanbieter die verschärften Auflagen. Womöglich kommt es daher zu Verzögerungen: Vodafone etwa behält sich eine rechtliche Prüfung der Auflagen vor.

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„Das Thema gehört deshalb zu den schwierigsten, weil es am meisten interessengeleitet ist“, sagte Altmaier über den Aufbau eines 5G-Netzes. Der Staat müsse anders als früher prüfen, ob die Mobilfunkanbieter die vorgegebenen Ziele erreichen. Zudem sei zu überlegen, ob es ein lokales Roaming geben solle, bei dem die Netzbetreiber die Infrastruktur teilen. Die Plätze für Sendemasten seien schließlich heiß begehrt.

Altmaier brachte zudem Subventionen für den Netzausbau in Regionen ins Spiel, in denen sich die Investitionen für die Mobilfunkanbieter nicht lohnen. Ohne staatliche Anreize sei es schwer, alle Funklöcher zu schließen. „Das Problem ist: Ich brauche den Finanzminister dafür.“

  • chk
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