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Unternehmen Deutsche Unternehmen rufen lauter nach Steuersenkungen

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Forderung nach einer Entlastung bekräftigt: Deutschland müsse sich dem Wettbewerb stellen.
21.02.2019 - 17:30 Uhr 1 Kommentar
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft meint, Unternehmen machen von der Steuerkultur abhängig, in welchem Land sie investieren. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt
Michael Hüther

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft meint, Unternehmen machen von der Steuerkultur abhängig, in welchem Land sie investieren.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

Berlin Deutschland droht nach Ansicht vieler Wirtschaftsvertreter im internationalen Standortwettbewerb weit zurückzufallen. Das ist die zentrale Sorge, welche die „Steuerkonferenz der deutschen Wirtschaft“ dominierte. Verwiesen wurde dabei unter anderem auf die Senkung der Körperschaftsteuersätze in den USA und Frankreich. „Kein Unternehmen verlässt das Land wegen des Steuersatzes“, sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Aber die Frage, wo die nächste Investition getätigt werde, hänge sehr wohl davon ab.

Vor einer solcher Entwicklung warnte auch der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang. In anderen Industriestaaten sei nicht nur die steuerliche Belastung für die Unternehmen deutlich niedriger, es gebe häufig auch bessere Investitionsanreize. Dadurch entstünden die Wertschöpfungsketten von morgen woanders, sagte Lang.

Dies ist ein stiller und schleichender Prozess, der ab einem gewissen Punkt nicht mehr umkehrbar ist.“ Die Warnungen werden von der Politik unterschiedlich aufgenommen. Bettina Stark-Watzinger (FDP), Vorsitzende des Finanzausschusses des Bundestages, sieht Handlungsbedarf. „Deutschland entwickelt sich zum Hochsteuerland“, warnte sie.

Man müsse die Gesamtbelastung für Unternehmen von derzeit über 30 Prozent auf unter 25 Prozent senken. Das sieht man bei der Union ähnlich. Die CDU/CSU-Fraktion hat in einem Positionspapier vorgeschlagen, den Solidaritätszuschlag, der auch von Unternehmen gezahlt wird, komplett abzuschaffen. Zudem soll die Gewerbesteuer künftig teilweise auf die Körperschaftsteuer angerechnet werden.

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    Der Koalitionspartner SPD sieht allerdings keine Notwendigkeit für eine große Steuerreform. Die Wirtschaft wachse, die Auftragsbücher seien voll und die Kapazitäten ausgelastet, sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD, Lothar Binding. Auch in der Wirtschaft gibt es Stimmen, die eine Senkung der Unternehmensteuern derzeit nicht für vordringlich halten.

    Dies sei „nur dann sinnvoll, wenn es konjunkturell deutlich schlechter geht“, sagte Familienunternehmer Martin Herrenknecht kürzlich. Wichtiger seien Investitionen in Infrastruktur und Bildung. Andere Wirtschaftsvertreter halten dagegen. „Geringere Unternehmensteuern stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit des standorttreuen Mittelstands“, sagte Hans-Toni Junius, Chef des Stahlveredelungsunternehmens C. D. Wälzholz und Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses.

    „Es macht Sinn, jetzt anzusetzen, denn der Wettbewerbsdruck wächst, und die Konjunktur geht in die Knie.“ Und Niklas Beyes, Geschäftsführer beim Autozulieferer Brose, verweist auf die hohe Belastung von Personengesellschaften. Sie liege weit über 40 Prozent, während im Ausland die Belastung meist nicht einmal die Hälfte beträgt.

    „Jede Investition im Ausland lohnt sich daher doppelt.“ Zudem sei die letzte große Entlastung zehn Jahre her. „Strukturelle Reformen des Unternehmensteuerrechts sind überfällig“, sagte Wolfang Haas, Leiter der Steuerabteilung bei BASF. „Im Jahr 2019 müssen die Weichen hierfür gestellt werden.“

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    1 Kommentar zu "Unternehmen: Deutsche Unternehmen rufen lauter nach Steuersenkungen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mögen die Unternehmen rufen und auch damit recht haben, ich aber rufe:
      1. Vereinheitlicht endlich mal in Europa die Unternehmensbesteuerung, damit internationale Unternehmen sich nicht der korrekten Besteuerung entziehen können! Orientiert euch an internationale durchschnittliche Steuern, Deutschland ist Hochsteuerland!
      2. Vereinheitlicht die Regulierungen, damit internationale, wenig regulierte Unternehmen im Vergleich zu deutschen überregulierten Unternehmungen wie im Banken-, Energie- und Automobilsektor keine zu hohen Wettbewerbsvorteile genießen. Neue Unternehmen in High-Techsektor leiden unter beiden Problemen, der Regulierung und den Steuern - und können somit in Europa nicht entstehen.
      3. Reduziert die Bürokratie!
      Wenn man alle 3 Punkte berücksichtigt, wird schnell klar, weshalb viele Unternehmen gerne international investieren und weniger in Europa und warum sich neue Start-ups und neue Technologien in Europa recht schwer tun.

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