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Unternehmen nutzten bisher die Altersteilzeit im großen Stil „Die Leute machen es gerne“

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Als im vorigen Jahr die Krise unübersehbar wurde und das Unternehmen sein erstes Sparprogramm über 3 200 Stellenstreichungen verkündete, erweiterte Heidelberg das Modell und führte die „Turboteilzeit“ ein: Wer sich zum kurzfristigen Ausscheiden bereit erklärte, erhielt eine Aufzahlung auf das Gehalt und zusätzlich eine Abfindung. Rund 200 ältere Arbeitnehmer akzeptierten dies. „Insgesamt hat uns die Altersteilzeit etwa 300 Kündigungen erspart“, sagt Lang. Rund 40 000 Euro kostet Heidelberg ein Altersteilzeitvertrag. Trotzdem sieht Lang die Altersteilzeit nicht als Alternative zu Entlassungen.

Axel Klopprogge, Personalchef im MAN-Konzern, sieht die Sache so: „Aufhebungsverträge für ältere Arbeitnehmer sind zu teuer. Deshalb kommt für sie nur die Altersteilzeit in Frage.“ Die billigere Alternative seien allerdings noch immer Kündigungen jüngerer Arbeitnehmer. Die allgemeine Kritik an den hohen volkswirtschaftlichen Kosten der Altersteilzeit können die Personalchefs nachvollziehen. „Der Staat braucht Beitragszahler und keine zusätzlichen Rentner“, räumt Lang ein. Kritik übt er aber daran, dass die Altersteilzeit 1996 überhaupt gestartet wurde. „Schon damals war klar, dass es unterm Strich nicht funktionieren wird.“

Die Folgen, die jetzt dadurch eintreten, dass das Eintrittsalter heraufgesetzt wird, schätzen die Unternehmen unterschiedlich ein. Klopprogge von MAN beklagt, dass immer mehr Instrumente für den sozialverträglichen Stellenabbau wegfallen. Bisher löst MAN rund zwanzig Prozent seines Stellenabbaus über den Vorruhestand. Bei der Deutschen Telekom entscheiden sich jährlich rund 1 000 Beschäftigte für die Altersteilzeit. „Jetzt wird der Zwang zu Kündigungen steigen“, fürchtet der Personalchef von MAN. Bernd Lang von Heidelberg sieht die Folgen weniger dramatisch. Der Druckmaschinen-Hersteller hat ohnehin überlegt, ob er die Altersteilzeit im bisherigen Umfang weiter nutzen soll. „Wir dürfen nicht ausbluten und alle älteren erfahrenen Arbeitnehmer gehen lassen.“

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