Unternehmensführung Schäuble nimmt Manager in die Pflicht

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fordert von Managern die Einhaltung von „Maß und Mitte“ und prangert Gehaltsexzesse an. Aus seiner Sicht muss die Politik hier auch in die Unternehmensführung eingreifen.
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Eingriffe der Politik seien nötig, es sei aber noch besser, wenn die Manager „aus eigener Überzeugung Grenzen akzeptieren.“ Quelle: Reuters
Wolfgang Schäuble

Eingriffe der Politik seien nötig, es sei aber noch besser, wenn die Manager „aus eigener Überzeugung Grenzen akzeptieren.“

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BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat an den Anstand der Manager in den Unternehmen appelliert. Ohne die jüngsten Debatten um überzogene Vergütungen oder Verantwortlichkeiten im Diesel-Skandal direkt zu nennen, forderte der Minister, dass „Maß und Mitte“ eingehalten werden müssten.

Vor 180 Unternehmern, Wissenschaftlern und Experten verteidigte der Minister auf der Jahreskonferenz der Deutschen Corporate Governance Kommission den Eingriff der Politik in die Unternehmensführung. „Wir brauchen einen staatlichen Rahmen, der Übertreibungen verhindert.“

Besser sei es aber, so Schäuble weiter, „aus eigener Überzeugung Grenzen zu akzeptieren.“ Der CDU-Politiker spielte damit auf die gerade geänderte Präambel des Kodex zur guten Unternehmensführung an. Nach langer Diskussion ist in dem Regelwerk nun die Verpflichtung auf die Pflichten eines „ehrbaren Kaufmanns“ aufgenommen worden. „Die Unternehmer müssen selbst darauf achten“, sagte Schäuble und wies darauf hin, dass die Empörung inzwischen bis ins bürgerliche Lager reiche.

Das sind die beliebtesten Chefs Deutschlands
Platz 10: Volkmar Denner (Bosch)
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Seit Sommer 2012 ist Denner Vorsitzender der Geschäftsführung von Robert Bosch – und hat es in diesem Jahr noch so gerade in die Top Ten der in Deutschland beliebtesten Manager geschafft. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Karriereplattform Glassdoor, die zwischen dem 2. Mai 2016 und dem 1. Mai 2017 Tausende Arbeitgeberbewertungen ausgewertet hat. Bei Glassdoor haben die Beschäftigten unter anderem die Möglichkeit, die Frage zu beantworten, ob sie die Geschäftsführung ihres Arbeitgebers befürworten. Bei Bosch lag die Zustimmungsrate zuletzt bei 93 Prozent. Im vergangenen Jahr schaffte es Denner noch auf Rang sechs.

Platz 9: Ralf Hofmann (MHP – A Porsche Company)
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Der Vorsitzende der Geschäftsführung von MHP (links im Bild, hier mit Eberhard Weiblen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Porsche Consulting) hat es erstmals in die Rangliste der beliebtesten Manager geschafft. Ein Mitarbeiter aus Niedersachsen urteilt auf Glassdoor: „Viele Handlungsfreiheiten, Einblick und Mitarbeit bei Projekten möglich, sehr angenehme Arbeitsatmosphäre.“

Platz 8: Harald Krüger (BMW)
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1992 begann Krügers Karriere bei BMW – als Trainee im Bereich „Technische Planung/Produktion“. Seit Ende Mai 2015 ist er Vorsitzender des Vorstandes. Obwohl 95 Prozent der User auf Glassdoor seinen Führungsstil befürworten, fällt er 2017 von Rang zwei auf Platz acht der beliebtesten Manager in Deutschland zurück.

Platz 7: Bill McDermott (SAP)
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Zwei Ränge aufwärts geht es in diesem Jahr hingegen für den Vorstandssprecher von SAP: 98 Prozent der User, die für den Software-Riesen arbeiten, haben seinen Führungsstil befürwortet. Fast genauso viele würden den Konzern an einen Freund weiterempfehlen. Ein in Walldorf beschäftigter Mitarbeiter lobt unter anderem das Arbeitsklima, die Innovationsfähigkeit des Unternehmens sowie die Arbeit im Team.

Platz 6: Kasper Rorsted (Adidas)
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Bis zum 30. April 2016 war Kasper Rorsted noch Vorstandsvorsitzender bei Henkel. Fünf Monate später übernahm der Manager den Vorstandsvorsitz des Sportartikelherstellers Adidas – und schafft es nun erstmals in die Top Ten. Auch wenn viele User auf Glassdoor seinen Führungsstil befürworten, hat ein Mitarbeiter in Herzogenaurach noch einen Tipp fürs Management, weil er der Meinung ist, dass es bei manchen Mitarbeitern an Motivation mangelt: „Klare und straffe Ziele setzen, um mehr Dynamik in die Arbeitsmoral zu bringen.“

Platz 5: Oliver Bäte (Allianz)
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Im vergangenen Jahr belegte der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns noch Platz sieben. Nun geht es für ihn zwei Ränge nach oben. Von 1993 bis 2007 arbeitete der zweifache Familienvater für die Unternehmensberatung McKinsey & Company. Seit Januar ist Bäte Vorstandsmitglied der Allianz.

Platz 4: Elmar Degenhart (Continental)
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2015 landete der Continental-Vorstandsvorsitzende auf Platz sechs, ein Jahr später verschwand er aus der Rangliste – und sichert sich in diesem Jahr den vierten Rang. 99 Prozent der Mitarbeiter, die auf Glassdoor eine Bewertung abgegeben haben, befürworten Degenhart. Acht von zehn würden das Unternehmen der Auswertung zufolge an einen Freund weiterempfehlen.

Die Regierungskommission besteht nun seit 15 Jahren und erstellt Anregungen und Empfehlungen für gute Unternehmensführung- und Kontrolle. Die Regeln sind nicht verpflichtend im Sinne eines Gesetzes. Die Unternehmen müssen sich aber laut Gesetz erklären, wenn sie vom Kodex abweichen und das auch begründen.

Die Politik hielt as allerdings nicht davon ab, regelmäßig Gesetze zu verabschieden, die in diese Regeln eingriffen. Erst war es die Verpflichtung zur Transparenz bei den Vorstandsgehältern, später zur Angemessenheit der Vergütung. Zuletzt folgte die Frauenquote für Aufsichtsräte. Und die SPD ist in den laufenden Bundestagswahlkampf mit Forderungen nach einer Deckelung der Vorstandsgehälter gezogen. Schäuble äußerte sich dazu nicht. Er sagte nur, im ständigen Wechsel zwischen mehr und weniger starker Regulierung müsse die richtige Balance gefunden werden. Werte seien dabei eine gute Richtschnur.

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