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Unternehmer und Schalke-Aufsichtsratschef „Dumpfer Rassismus“: Jetzt äußert sich sogar die Bundesjustizministerin zum Tönnies-Eklat

Der Fleischfabrikant und Schalke-Chefaufseher wird für seine abwertenden Äußerungen über Afrikaner auch aus der Bundesregierung scharf kritisiert.
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Die neue Bundesjustizministerin fordert den DFB auf, sich mit dem Vorfall zu beschäftigen. Quelle: dpa
Christine Lambrecht

Die neue Bundesjustizministerin fordert den DFB auf, sich mit dem Vorfall zu beschäftigen.

(Foto: dpa)

Berlin Nach den umstrittenen Aussagen von Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies über Afrikaner schaltet sich nun auch die Bundesregierung ein. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kritisierte Tönnies scharf: „Wer dumpfen Rassismus verbreitet, stellt sich gegen Hunderttausende Fußballfans. Die übergroße Mehrheit steht klar für Menschlichkeit und Toleranz“, sagte die Justizministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Lambrecht forderte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf, sich mit dem Vorfall zu beschäftigen. „Wir müssen ganz klar machen: Wir lassen uns nicht spalten. Rassismus muss man überall laut und deutlich widersprechen: in sozialen Netzwerken, im Verein, im Job und auf dem Fußballplatz.“ Lambrecht sagte weiter: „Nirgendwo gelingt Integration so gut und so schnell wie im Sport. Das darf man nicht gefährden.“

Der DFB bestätigte am Sonntag, dass sich die Ethikkommission bei ihrer nächsten Sitzung am 15. April mit dem Vorfall beschäftigen wird. „Wir werden das Thema in unserem Kreis bereden“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Nikolaus Schneider.

Tönnies hatte nach einem Bericht der Zeitung „Neue Westfälische“ beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte Tönnies. Für diese Aussagen hatte er sich später entschuldigt und sie als „töricht“ bezeichnet.

DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball hatte Tönnies am Samstagabend ebenfalls kritisiert. Zu den Ermittlungen der unabhängigen DFB-Ethikkommission wollte sich der Ligapräsident und Klubchef von Borussia Dortmund nicht äußern. Tönnies’ öffentliches Bedauern seiner Aussage werde bei der Bewertung durch die Ethikhüter berücksichtigt, kündigte Schneider an. Allerdings widersprächen die in Paderborn von Tönnies getätigten Worte allem, „wofür der Fußball steht“, so Schneider. „Die öffentliche Wirkung ist schlimm“, sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Die DFB-Ethikkommission kann selbst kein Urteil fällen. Das dreiköpfige Gremium kann lediglich Anklage erheben, über die dann die DFB-Gerichtsbarkeit entscheiden muss. Bereits in der kommenden Woche will der Ehrenrat von Schalke 04 über mögliche Konsequenzen für den Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten beraten.

Mehr: Lesen Sie hier, warum der Tönnies-Erbe den Schlachtbetrieb verkaufen will.

  • dpa
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