Untreue-Ermittlungen Steinbrück wegen Wahlkampfmanager unter Druck

Peer Steinbrück hat kein Glück mit seinem Wahlkampfmanager. Erst sorgt Heiko Geue für Ärger wegen seiner fragwürdigen Beurlaubung, jetzt wird gegen ihn wegen Untreue ermittelt. Eine Steilvorlage für die FDP.
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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Quelle: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

(Foto: dpa)

BerlinSPD-Kandidat Peer Steinbrück gerät wegen Ermittlungen gegen seinen Wahlkampfmanager Heiko Geue unter Druck. „Der Umgang mit der Affäre Geue ist ein Lackmustest für die moralische Glaubwürdigkeit des SPD-Kanzlerkandidaten“, sagte der Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagfraktion, Volker Wissing, Handelsblatt Online. „Peer Steinbrück kann nicht gegen Steuerhinterzieher wettern und sich gleichzeitig den Wahlkampf von einer Person organisieren lassen, gegen die wegen Spesenbetrugs ermittelt wird.“

Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Magdeburg gegen Geue wegen des Verdachts der Untreue. Anlass sei eine Anzeige in Zusammenhang mit der Abrechnung von Dienstreisen als Staatssekretär im Magdeburger Finanzministerium, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nach einem Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“ soll Geue bei den Abrechnungen getrickst und mehrere tausend Euro gespart haben. Gegenüber der Zeitung ließ Geue den Vorwurf zurückweisen, er habe private Fahrten als dienstliche deklariert oder Reisekosten verspätet beglichen.

Geue war Staatssekretär in Sachsen-Anhalt und wurde dann Steinbrücks Kampagnenleiter. Zunächst wurde er für diese Aufgabe in Magdeburg beurlaubt und hätte daher auf seinen alten Posten zurückkehren können. Nach massiver Kritik wurde das Vertragsverhältnis dann aber aufgelöst.

Bei den Abrechnungen ging es der Zeitung zufolge um Fahrten zwischen seinem Arbeitsort Magdeburg und seinem Hauptwohnsitz Berlin. Üblicherweise dürften Staatssekretäre ihre Dienstwagen nur innerhalb des Landes privat kostenlos nutzen, für Privatfahrten außerhalb des Landes seien 60 Cent pro Kilometer für das Auto plus 15 Cent je Kilometer für den Fahrer zu erstatten.

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13 Kommentare zu "Untreue-Ermittlungen: Steinbrück wegen Wahlkampfmanager unter Druck"

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  • Wollen wir hoffen , das sich der Wähler auf EINE Partei Fokussiert , das macht das Regieren leichter !

    Ich finde es durchaus erstaunlich , wie sich der Herr Steinbrück denen nähert , die von der Zeitarbeit bisher am meisten profitierten , denen die wissen was Billiglöhner und die 60 h Woche ist .
    Das ist ein eindeutiger Wegweiser wo es mit rot-grün langgeht ....
    Die Zeitarbeit wie sie heute ist haben wir immerhin rot-grün zu verdanken !

  • @ mazi
    Abwarten, denken kann die AfD. Erst mal muß sie an die Stelle kommen, an der die etablierten Parteien nichts gebracht haben. Einfach ist eine Veränderung, bzw. Verbesserung, nicht, aber, wenn die Etablierten es nicht können oder wollen oder müssen, wenigstens der Versuch ist wichtig. Nichts bewirken, wie die Etablierten, kann die AfD auch, aber die Chance, daß sie es können, muß wahrgenommen werden, von Jedem!

  • Das spricht für sein Können und seine Übersicht. Er merkt nichts, er kann nichts, er stapft in jeden Fettnapf und er verlässt sich auf Helfer, die bestenfalls 3. Wahl sind. Sowas will die Geschicke der BRD leiten. Da wäre ja die derzeitige Leiterin die bessere Wahl.
    Besser, er geht bis zu seinem Ableben auf Tauchstation und genießt seine nicht berechtigten Bezüge auf Kosten der Steuerzahler.

  • Wenn man über eine AfD nachdenken will, dann muss sie auch sagen, was sie ändern will. Der Ausstieg aus dem Euro ist doch etwas mager als Ziel.

    "Sie haben alle enttäuscht", schreiben Sie. Soll doch die AfD erklären, dass sie der internationalen Forderung nach der Aufnahme der Abgeordnetenkorruption ins deutsche Strafgesetzbuch endlich nachkommt.

    Aber selbst dazu hat auch sie keinen Mumm. Zu süß erscheint den Abgeordneten der Honig, den auch sie zu lecken begehren. Oder ist die AfD wirklich anders?

  • Was soll denn das wieder?

    Steinbrück hat doch auch von einer staatlichen Bank, der WestLB, Geld erhalten obwohl er zu den Sitzungen nicht erschienen sein soll.

    Da gibt es doch wohl kaum einen Unterschied, ob man dem Staat das Geld nicht zahlt oder ob man es sich von ihm für eine Leistung, die man geschwänzt hat, auszahlen lässt.

    Letztlich ist auch die falsche Abrechnung von einigen, vielleicht einigen tausend Euros doch lachhaft gegen die gezahlten Diäten trotz Abwesenheit der Abgeordneten oder gar ihre Zustimmung zum ESM-Vertrag ohne überhaupt zu wissen, über was sie abstimmten.

    Ich möchte die Straftat von Herrn Geue nicht schönschreiben, aber ich verlange Gleichheit im Umgang mit Unregelmäßigkeiten.

  • @Gast
    Nur nicht so pessimistisch! Es gibt viel mehr, die begriffen haben, dass diese Politikerkaste mit Politikerausbildung und fehlender Erfahrung mehr und mehr an Werten vernichtet und letztlich ausgedient hat. Merkel oder Steinbrück? EGAL, beide organisieren Sozialismus - nur die Intensität und die Geschwindigkeit sind unterschiedlich. Also: frischer Wind - AfD!

  • Steinbrück ist nicht allein, auch CSU-Minister, -Staatssekretäre, -Landtagsabgeordnete und -Bundestagsabgeordnete und - nicht vergessen - der Hoeneß.
    Das ist NUR die Spitze des Eisbergs! Da wird betrogen und beschissen in Deutschland - und das will ein Vorbild für die Euro-Staaten sein?

  • Steinbrück ist nicht allein, auch CSU-Minister, -Staatssekretäre, -Landtagsabgeordnete und -Bundestagsabgeordnete und - nicht vergessen - der Hoeneß.
    Das ist NUR die Spitze des Eisbergs! Da wird betrogen und beschissen in Deutschland - und das will ein Vorbild für die Euro-Staaten sein?

  • das handelsblatt macht schon seit monaten wahlkampf für merkel. da verwundert dieser artikel über irgendwelchen eigtl. nicht erwähnenswerten bullshit nicht weiter. hoffentlich kann es noch verhindert werden, dass die zerstrittenen stillstandsverwalter von schwarz-gelb weiter machen dürfen !!

  • Er kann ja einen neuen Kampagnenmanager über eine Zeitarbeitsfirma engagieren für 600 EUR im Monat, brutto versteht sich.
    Vielleicht wird Genosse Peer dann doch noch Hartz-IV-Kanzler, weil er dann so wenig verdienen wird.
    Das Leben ist schon ungerecht...

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