Urteil Gericht spricht Ex-Bundespräsident Wulff frei

Das Landgericht Hannover hat Ex-Bundespräsident Christian Wulff in seinem Korruptionsprozess freigesprochen. Dem 54-Jährigen stehe zudem eine Entschädigung zu. Doch der Staatsanwaltschaft bleibt noch ein Joker.
Update: 27.02.2014 - 11:16 Uhr 15 Kommentare

Freispruch für Christian Wulff

HannoverDas Landgericht Hannover hat Ex-Bundespräsident Christian Wulff vom Vorwurf der Vorteilsnahme freigesprochen. Die Zweite Große Strafkammer sah es nicht als erwiesen an, dass Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident illegale Zuwendungen des Filmunternehmers David Groenewold angenommen hat. „Es gibt schlicht keine schlagkräftigen Beweise gegen die Angeklagten“, betonte Richter Frank Rosenow.

Zwei Jahre nach dem Rücktritt als Staatsoberhaupt wurde der 54-Jährige damit vom Vorwurf der Vorteilsannahme entlastet. Dem früheren Präsidenten stehe zudem „für die erlittenen Durchsuchungen“ eine Entschädigung zu.

Das Urteil im Prozess gegen Wulff hatte sich zuletzt noch einmal verzögert. Überraschend war das Landgericht Hannover am Donnerstag nochmals in die Beweisaufnahme eingetreten. Doch an deren Ende stand der Freispruch. Die Staatsanwaltschaft könnte nun versuchen, gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen – dafür müsste sie dem Gericht Verfahrensfehler nachweisen.

Der ehemalige Bundespräsident stand zusammen mit Filmfinancier Groenewold vor Gericht, weil dieser 2008 für ihn rund 720 Euro Hotel- und Bewirtungskosten während eines Oktoberfestbesuchs übernommen hatte. Wulff war damals niedersächsischer Ministerpräsident. Zweieinhalb Monate später warb er bei Siemens um Unterstützung für einen Film, für den Groenewold noch Geldgeber suchte. Dem Filmfinancier wurde wegen der München-Einladung Vorteilsgewährung vorgeworfen.

Richter Frank Rosenow sagte in der Urteilsbegründung zum Verhältnis von Wulff und Groenewold, aus einer geschäftlichen Beziehung habe sich ein enges freundschaftliches Verhältnis entwickelt. „In Krisensituationen waren die beiden Angeklagten einander wertvolle Ratgeber.“ Groenewold habe Wulff vor allem bei der Trennung von seiner ersten Frau zur Seite gestanden. Bei Restaurantbesuchen habe mal der eine und mal der andere von beiden die Rechnung übernommen.

Vorwürfe strafrechtlich bedeutungslos
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15 Kommentare zu "Urteil: Gericht spricht Ex-Bundespräsident Wulff frei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • kein SA wird ohne weisung von oben einen Bräsi wegen 3,50 verfolgen.

  • Glückwunsch und alles Gute für die Zukunft!

    Die Mitwirkenden an der Hetzjagd sollten ihr Verhalten kritisch überdenken.

    Danke für die mutige Lindauer Rede und die Rede zum Deutschen Bankentag. Vielleicht werden diese Reden noch in die Geschichte eingehen.

    Siehe hierzu meinen Kommentar vom 23.08.2012

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ex-bundespraesident-parteienstreit-ueber-hoeheren-ehrensold-fuer-wulff/v_detail_tab_comments/7038936.html?pageNumber=3&commentSort=debate

  • dddd

  • schon pervers..

    man jagt ihn aus dem Amt wegen einer Korruptionsaffare, und dann kann man ihm nichts nachweisen.

    soviel zur Rechtsstaatlichkeit..

    einfach nur peinlich

  • Sold-um Lohn verdiender Soldat.)Soeldner.

  • Na da hat die "selbstgerecht-egozentrische Medienmeute" ja mal ein hübsches Waterloo erlebt. Hoffentlich ist die vorsichtige Selbstkritik von Herrn Stock heute erst der Anfang...

  • Soll er seinen "Sold" behalten. Unter 'Ehre" verstehe ich etwas anderes.

  • Man mag zu Wulff stehen wie man will, aber was sich die Staatsanwaltschaft Hannover da geleistet hat, spottet jeder Beschreibung.
    Da wollte sich offenkundig ein Staatsanwalt profilieren, wobei man fragen müßte, war er von der Politik aufgehetzt.
    Das alles hat wieder Unsummen gekostet, die der Steuerzahler zu tragen hat.
    Und wir wissen doch alle, der wirkliche wahre Grund, dass gegen Wuff so geschossen wurde, war seine Lindauer Rede. Da hat Merkel gewußt, dass er den ESM nicht unterschreiben wird.
    Mal ein wenig nachdenken, ehe man teilweise so einen Mist schreibt, wie ich ihn hier lesen kann

  • Vor Gericht zählt nur was bewiesen werden kann und nicht eine Volks.- oder Bildmeinung. Ich hoffe der Herr geht jetzt mit gleicher Entschiedenheit gegen die "Meinungsmacher" vor und zeigt dem Medienkontrollrat was er versäumt oder verschlafen hat. Die Entschädigung des EX- Bundespräsidenten ist folgerichtig nach diesem Urteil und sollte von dem Medienmacher Bildzeitung getragen werden.

  • und ich möchte immer noch den namen der "organisation" wissen, die dem leiter der SA den befehl gegeben hat christin wegen peanuts bis zum erbrechen zu verfolgen.

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