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US-Forscher kritisiert Gesundheitspolitik „Deutsche Arbeitnehmer werden zunehmend kränker“

Deutschland kann die Produktivität seiner Arbeitnehmer deutlich erhöhen, wenn es seine Gesundheitspolitik grundlegend verändert. Das schreibt der amerikanische Erfolgsautor und Zukunftsforscher Jeremy Rifkin in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

DÜSSELDORF. „Deutsche Arbeitnehmer werden zunehmend kränker“, resümiert Rifkin. Sie leiden unter chronischen Erkrankungen der Herz- und Atemwegserkrankungen, sind zu dick, rauchen und trinken zu viel Alkohol.

Im Jahr 2020, so Rifkin, werden die Kosten durch gesundheitsbedingte Produktionsausfälle vier Prozent des deutschen und europäischen Bruttosozialprodukts erreichen. Es sei kein Wunder, dass sich bereits heute die Gesundheitsausgaben in Deutschland auf über elf Prozent des Bruttosozialprodukts belaufen.

Die große Koalition in Berlin müsse hier ansetzen und die Gesundheitspolitik vom Kopf auf die Füße stellen, um rechtzeitig gegenzusteuern, fordert Rifkin. „Deutschland muss weg von der Behandlung von Krankheiten und hin zur individuellen Gesundheitsvorsorge“, so Rifkin. Für jeden Euro, der in solche Vorbeugungsprogramme fließt, könnten der Staat und auch Unternehmen drei bis acht Euro bei den Gesundheitskosten einsparen.

Ein Gesundheitssystem, das derartig vom Kopf auf die Füße gestellt würde, sei dabei noch wichtiger, als jede nationale Kraftanstrengung bei der Bildungspolitik, um bei der Produktivität weltweit mit der Globalisierung Schritt zu halten.

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