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Vakanter Parteivorsitz Zähe Damenwahl bei der SPD: Giffey verzichtet auf Chefposten-Bewerbung

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Stephan Weil nimmt sich selbst aus dem Spiel

Woraufhin Weil, für viele in der SPD eigentlich Favorit auf den Parteivorsitz, mit verquasten Sätzen seine Nicht-Kandidatur zu erklären versuchte. „Ich gehe davon aus, dass ich nicht kandidieren werde.“ Die Wahrscheinlichkeit für eine Kandidatur bewege sich allerhöchstens in einer „theoretisch denkbar geringen Prozenthöhe“. Manche in der SPD halten es nach diesen Sätzen für besser, Weil tritt wirklich nicht an.

Neben Weil buhlten auch andere Kandidaten um Giffey. Nachdem diese nun aber raus ist aus dem Bewerberfeld, stellt sich die große Frage: Welche Frau könnte dann antreten? Malu Dreyer wäre für viele die Optimallösung, ist gesundheitlich aber zu angeschlagen.

Schwesig hat zur Verblüffung aller noch in der Pressekonferenz, in der die kommissarische SPD-Spitze das Verfahren für die Vorsitzendenwahl vorstellte, abgesagt.

Bleibt Europa-Spitzenkandidatin Katarina Barley. Doch die müsste einen Spagat hinlegen zwischen ihrem Abgeordnetenmandat in Straßburg und dem Parteivorsitz, der viel Präsens in Berlin erfordert. Selbst in einem Führungsduo wäre das ein Kraftakt und birgt die Gefahr, dass die Partei zu kurz kommt. Manche Genossen hoffen auf eine Bewerberin, die noch niemand auf dem Zettel hat.

Eine, die zwar nicht wahnsinnig bekannt sei, aber die in einem Team einen eigenen Charme entwickeln kann. Kurzfristig waberte in der SPD das Gerücht herum, Generalsekretär Lars Klingbeil würde mit Jutta Almendinger, der Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, antreten. Das dementierten beide aber umgehend.

Fehlende Kandidaten als Denkanstoß

Genau aus diesem Mangel an geeigneten Bewerbern sollen alle nachdenken, ob sie nicht doch kandidieren wollen. Auch jene, die eine Kandidatur bereits definitiv ausgeschlossen haben. „Wir geben kein gutes Bild ab. Das müssen wir dringend ändern“, sagt ein Spitzengenosse.

Heil zeigte sich auf seiner Sommerreise zuversichtlich, dass es bis Ende der Bewerbungsfrist am 1. September weitere Kandidaten geben werde. „Es ist nach wie vor eine große Ehre, SPD-Vorsitzender zu sein.“ Doch auch der Arbeitsminister greift selbst nicht nach der Macht. „Ich strebe es nicht an“, sagte er.

Dafür habe er eine „Vorstellung“, wer die Aufgabe machen könne. Welches Spitzenduo ihm vorschwebt, verrät Heil nicht. Es sollte aber aus der ersten Reihe kommen, also aus dem Kreis der Ministerpräsidenten, Kabinettsmitglieder, Parteivizes oder Generalsekretäre.

Doch auch wenn sich noch ein Duo aus der erste Reihe zusammenfindet, graut es einigen Genossen schon vor der zweiten Phase des Auswahlverfahrens. 23 Regionalkonferenzen sind bis zum Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz angesetzt, in denen die Kandidaten um die Gunst der Mitglieder werben. Einige Sozialdemokraten fürchten, die Partei könne sich auf diesen vielen Veranstaltungen zerfleischen.

„Das Verfahren ist, wie es ist“, sagte Heil. Es könne aber ein „gutes Verfahren sein“. Ihm ist vor allem wichtig, „dass die SPD nicht den Eindruck erweckt, dass sie sich die ganze Zeit nur mit sich selbst beschäftigt“. Doch dafür ist es auch aus Sicht etlicher Genossen inzwischen zu spät.

Mehr: Das Auswahlverfahren der SPD zur Wahl ihrer neuen Vorsitzenden legt die ganze Schwäche der Partei offen. Besserung ist nicht in Sicht.

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