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Valerie Holsboer Der Streit um die einzige Frau im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit

Das berufliche Schicksal von Valerie Holsboer ist entschieden. Doch wer hat in dem Disput bei der Bundesagentur für Arbeit eigentlich Recht?
Update: 12.07.2019 - 10:53 Uhr Kommentieren
In den Medien tobt eine anonyme Schlammschlacht um die Abberufung von Holsboer. Quelle: imago images / Max Stein
Valerie Holsboer

In den Medien tobt eine anonyme Schlammschlacht um die Abberufung von Holsboer.

(Foto: imago images / Max Stein)

Berlin Als Valerie Holsboer kürzlich im „Manager Magazin“ ihre Lieblingslektüre vorstellen sollte, da wählte sie „Erfolg“ von Lion Feuchtwanger. Die Geschichte eines progressiven und modernen Münchner Kunsthistorikers, der von reaktionären und erzkonservativen Kräften in Bayern in einen Meineidprozess verwickelt wird und zu Unrecht im Gefängnis landet.

Wie der Romanfigur, so geht es auch Holsboer selbst, die seit April 2017 Personal- und Finanzvorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist und nun knapp drei Jahre vor Vertragsende abberufen werden soll. Zumindest ist das die Lesart der meist weiblichen Unterstützer der 42-Jährigen, von denen gut 1200 eine Onlinepetition unterstützen: Da ist eine junge Frau, die frischen Wind in eine verstaubte Behörde bringt, und vom Establishment abserviert wird.

Aus dem Establishment – in diesem Fall dem Verwaltungsrat als Kontrollorgan des Vorstands, aber auch aus der BA selbst – ist dagegen zu hören, dass der frische Wind vor allem aus heißer Luft bestand. Die langjährige Arbeitgeberfunktionärin Holsboer sei ihrer Aufgabe nicht gewachsen und habe zu wenige eigene Akzente gesetzt. Dabei wurde sie vom „Personalmagazin“ gerade noch unter die „40 führenden HR-Köpfe“ gewählt.

In den Medien tobt eine anonyme Schlammschlacht, weder Holsboer noch ihr Hauptgegenspieler im Verwaltungsrat, Arbeitgeberfunktionär Peter Clever, wollen sich offiziell äußern.

Zuletzt meldeten die „Bild“ und die „Süddeutsche Zeitung“, der Bundesrechnungshof sehe Unregelmäßigkeiten bei den Reisekosten des Verwaltungsrats. Laut Bericht, der im Wesentlichen von der Behörde bestätigt wurde, bekamen mehrere Mitglieder des Verwaltungsrats im vergangenen Jahr je 242 Euro für die Übernachtung in einem Fünf-Sterne-Hotel erstattet, ohne, dass die Abrechnungsstelle Fragen gestellt habe. Auch tauchen in den Abrechnungen Business-Class-Flüge auf. Darüber hinaus kritisierte der Bundesrechnungshof die Abrechnungspraxis für Mietwagen, weil sie den „Anschein privater Vorteilsnahme“ erwecke.

Solche Meldungen, die es sicher nicht zufällig in die Zeitung geschafft haben, könnten die Verwaltungsratsmitglieder vor ihrer Sitzung an diesem Freitag nun enger zusammenschweißen, meinen Insider.

Laut Insiderinformationen der Nachrichtenagentur Reuters hat der Verwaltungsrat der BA am Freitag Holsboer von ihrem Posten abberufen. In Kreisen des Aufsichtsgremiums hieß es, die Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften hätten für die Absetzung der 42-jährigen Juristin gestimmt. Ihre Abberufung muss von der Bundesregierung noch bestätigt werden. Eine explizite Begründung für die Abberufung brauchen die Aufseher nicht. Es reicht, wenn sie das Vertrauensverhältnis gestört sehen.

Mehr: „Warum soll ein Bankangestellter nicht zum Datenanalysten werden?“ Ein Interview mit dem BA-Vorstand Daniel Terzenbach.

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