Verbände und Minister Kritik an Extremismus-Fokus bei Islamkonferenz

Die Kritik an der Islamkonferenz wächst. Das bisherige Format habe keinen Sinn, beklagen muslimische Verbände. Auch der Chef der Innenministerkonferenz, Boris Pistorius, fordert eine Neuausrichtung.
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Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius: Anstelle des Generalverdachtes müsse Akzeptanz für den Islam treten. Quelle: dpa

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius: Anstelle des Generalverdachtes müsse Akzeptanz für den Islam treten.

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BerlinMuslimische Verbände fordern eine Neuausrichtung der Deutschen Islamkonferenz. In der bisherigen Form habe die Gesprächsrunde keinen Sinn mehr, beklagten mehrere der beteiligten Organisationen am Dienstag bei der letzten Sitzung der Islamkonferenz dieser Legislaturperiode in Berlin.

Sie fordern einen Dialog auf Augenhöhe, eine vorurteilsfreie und regionaler ausgerichtete Diskussion und eine Abkehr von sicherheitspolitischen Themen. Außerdem plädieren die Muslimvertreter dafür, die Konferenz nach der Bundestagswahl nicht mehr beim Innenressort anzusiedeln.

In Deutschland leben rund vier Millionen Muslime, knapp die Hälfte besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Deutsche Islamkonferenz soll den Austausch zwischen Staat und Muslimen verbessern und deren Integration voranbringen. Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte die Runde 2006 ins Leben gerufen. Mit am Tisch sitzen Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie muslimischer Verbände und Einzelpersonen.

Schwerpunkt des diesjährigen Treffens ist der Kampf gegen Extremismus - wie Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamismus. Dabei geht es unter anderem um eine verstärkte Förderung von Projekten für Jugendliche. Beraten wird auch darüber, wie es mit der Islamkonferenz in der nächsten Legislaturperiode weitergeht.

„In dieser Form macht es keinen großen Sinn mehr“, sagte Bekir Alboga von der Organisation Ditib. Der Dialog sei unentbehrlich, aber er müsse anders ablaufen. Nötig sei eine Atmosphäre, in der alle Beteiligten vorurteilsfrei miteinander reden könnten. „Ich sehne mich nach einer echten Partnerschaft“ sagte Alboga. Er beklagte, der zuständige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) habe zu sehr sicherheitspolitische Themen in den Vordergrund gerückt. „Wir wollen nicht als Sicherheitsfaktor wahrgenommen werden.“ Er plädierte dafür, die Konferenz künftig beim Kanzleramt anzusiedeln.

Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland verlangte einen Wandel. Bislang gebe es keine gleichberechtigte Teilhabe der muslimischen Vertreter, kritisierte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat. Friedrich habe außerdem versucht, die Runde zu einer Sicherheitskonferenz zu machen. Auch Kolat sieht keine Zukunft der Konferenz in der Zuständigkeit des Innenressorts. Diese Aufgabe müsse vielmehr ein neu zu schaffendes Integrationsministerium übernehmen.

Die Alevitische Gemeinde Deutschland plädierte ebenso dafür, die Islamkonferenz aus dem Innenressort auszugliedern. Generalsekretär Ali Dogan distanzierte sich jedoch von der harschen Kritik der anderen Verbände. „Das schadet der Debatte.“

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Pistorius: Begriffe Islam und Islamismus sorgfältiger trennen
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20 Kommentare zu "Verbände und Minister: Kritik an Extremismus-Fokus bei Islamkonferenz"

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  • Kritik? Wann sagen sich die Islamgläubige endlich los von Fatwa und "Tötet Andersgläubige"? Wieder wird der Islam nicht massiv bekämpft, wie die Islamgläubige das Christentum mit Mord bekämpfen??? Warum ist der Islam erlaunt und "Mein Kampf" verboten", wo doch beides gegen Menschen ist???? Wieso wollen deutsche Politiker dn Tod deutscher Christen und nehmen dafür noch Staatsgelder??

  • Die neue Sicherheitspolitik Pistorius.


    Pistorius Liebe zum Islam und Fügsamkeit gegenüber islamischen Verbänden zeigt sich leider nicht nur in seinen Bemerkungen vor der Islamkonferenz

    Niedersachsens Innenmister Pistorius hat angekündigt, nicht nur Islamisten mehr aus dem Visier zu nehmen - ein Projekt gegen Salafisten wurde bereist aufs Eis gelegt. sondern vor allem Islamfeinde ins Visier hinein. Die Bekämpfung von Islamfeinden solle zu einem Schwerpunkt der Arbeit des Verfassungsschutzes werden.

    http://www.welt.de/regionales/hamburg/article115580191/Neonazis-weiter-im-Visier-des-Verfassungsschutzes.html (Man bemerke wie absolut unkritisch die vorgeblich "konservative" Welt Pistorius Ankündigungen zur Kriminalisierung Islamgegner berichtet )


    Und da Herr Pistorius ein ausgesprochener Islamfreund ist, dürfte die Definition von Islamfeinden sehr weit gefasst sein.

  • Serap Cileli - eine muslimische Frau erklärt die Probleme mit dem Islam:

    http://www.youtube.com/watch?v=BJ_3QiyEFHo&list=UUlLzSU63D_pEVjq_QzlVGZA&index=10

    Sehr aufschlussreich - auch die anderen Videos.

  • Wer Forderungen stellt, darf auch gerne Verantwortung übernehmen. Wer jedoch keine Verantwortung für ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Andersdenkenden übernehmen will, der sollt schleunigst von irgendwelchen Forderung Abstand nehmen, die solche Zustände fördern.

    Die Regierung ERdogan bietet nur solche Zweckbündnisse an, die dem Wohl der eigenen Machtstrukturen dienen und das wird gerade in jedem Strickmuster von Verhandlungen in Deutschland ersichtlich. Wehret den Anfängen, wenn Nationalismus in anderer Form daherkommt, er ist für Deutschland ebenso gefährlich, wie derjenige, der immer noch in den Köpfen einiger ZEITgenossen spukt. Lesen Sie einfach mal nach unter http://grundgesetzbruch.de und sie werden verstehen, um was es geht. Danke.

  • Das Kreuz sei eine „Bedrohung“ für alle Nichtchristen, sagte er mit Blick auf die muslimischen Angehörigen der türkischen NSU-Opfer.
    .
    Das Kreuz ist nur ein toter symbolischer Gegenstand, der keinen Schaden anrichten kann, die wie Pilze aus der Erde schießenden Moscheen aber eine echte Bedrohung für alle Nichtmuslime. Denn darin hetzen die Moscheenhetzer gegen ihre Gastgeber und radikalisieren z.T. die Besucher und verbreiten Haß und Unfrieden. Wenn den Türken das Kreuz nicht gefällt sollen sie zu Hause bleiben, Das Kreuz MUß bleiben, das sage ich auch als überzeugter und gläubiger Atheist.
    .
    Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius: Anstelle des Generalverdachtes müsse Akzeptanz für den Islam treten.
    Der Generalverdacht (ist nicht nur Verdacht) ist auch begründet, denn erst mal müssen die Moslems unseren Glauben und Lebensweisen akzeptieren. Wie lange wollen wir uns noch die Forderungen und Unterdrückungsversuche dieser Gruppe noch bieten lassen, wann wehren wir uns endlich mal dagegen, aber nicht auf Naziart sondern human aber bestimmt und ohne Rücksichten dieser „Gäste“? Es scheint der Zeitpunkt zur Umkehr ist bereits überschritten

  • Am besten übergeben wir unsr Land gleich den Moslems, denn das ist ja das, was die anstreben
    Und die SPD und vor allem die antideutschen Grünen machen da fröhlich mit

  • Tabu
    man stelle sich mal vor, wir würden solche Dinge in der Türkei fordern

  • Unterscheidung von Islam und Islamismus? Was sagt der Führer der Türken Erdogan dazu?

    „Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur einen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam“. Erdogan 2008

  • Der türkische Politiker Mahmut Tanal "CHP" fordert weg mit
    dem Kreuz im NSU Prozess.

    Der ex Landtagsabgeordnete Christopher Kerkovius Grüne
    " Schade, dass die NSU -Gruppe sich nicht solche vorgenommen hat,denn das wäre nicht so schlimm". gemeint ist Philip Rösler. Bild
    Mittlerweile ist in Deutschland der Krieg darf man nicht sagen, also das Aufbauprogramm der Muslime voll entfacht. Medien,Politiker,Mitläufer prügeln regelrecht auf die Bevölkerung ein, keine andere Meinung als der Türkischen Muslime,Politiker sind mehr erlaubt. Zeitungen werfen die Demokratie und das Rechtssystem über Bord und die Überschriften zum NSU Prozess lesen sich wie eine NPD Zeitung. Politiker gehen gebeugt allen Fragen aus den Weg,die was sagen sollten. Zu gefährlich der schöne Abegordneten/Minister Job könnte dann massiv gefährdet sein. Ein besseres Rechtes Aufbauprogramm hat es nicht einmal vor dem Dritten Reich gegeben.

  • Tatsächlich hat im Rahmen der ersten Islamkonferenz der Göttinger Experte Prof. Tilman Nagel das Verhältnis von Koran Islam zum deutschen Grundgesetz untersucht. Das Ergebnis der Islam verstößt gegen wesentliche Prinzipien des deutschen Grundgesetzes.

    http://www.hna.de/nachrichten/politik/koran-hadith-verhaeltnis-islams-grundgesetz-ueberblick-2295191.html

    Die Ergebnisse dieser Untersuchungen blieben folgenlos!

    Prof. Nagel hält auch die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus, auf der SPD-Innenminister Pistorius so beharrt, für unsinnig.

    Tilman Nagel: Islam oder Islamismus? Probleme einer Grenzziehung. In: Hans Zehetmair: Der Islam. Im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog. VS, Wiesbaden 2005, S. 32-33

    Es wird alleine durch die Reaktionen --oder besser gesagt deren Fehlen-- auf die Untersuchung Nagels deutlich, dass es bei der Islamkonferenz keineswegs um Dialog geht, weil alles Kritische zum Islam untergeht und politisch folgenlose bleibt.

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